Im Grundgesetzgraben

Eigentlich, ich habe, zugegeben, ein wenig Zeit dafür gebraucht, es so, also richtig, zu begreifen, ist es ja befreiend, dass das Grundgesetz nicht mehr gilt.

Selbstverständlich weiß ich, dass ich mich darauf im Zweifel nicht werde berufen können, da es gegen mich sicherlich immer noch gilt.

Ich heiße ja nicht Merkel oder Draghi und habe mir meine Sporen bei Goldman Sachs verdient.

Als de facto Staatenloser muss ich jetzt aber nicht mehr meine Treue zu einer Verfassung bekunden, die zwar nie eine war, sondern immer ein Übergangsgesetz, das fälschlich als solche behauptet wurde, inzwischen aber auch entkraft.

Anders formuliert: Wo es gar keinen “Verfassungsbogen” mehr gibt, muss ich mich für diesen auch nicht mehr zurechtbiegen.

Die Verfassungsbögler, -bogenschützen, deren Vorgänger mir in der Schule beibrachten, jeder anständige Bürger habe auf dem Boden der Verfassung zu stehen, haben jetzt nichts mehr, auf dem sie mich zum Stehen auffordern könnten.

Geistig jedenfalls nicht.

Ich werde also weiterhin (außer, wenn mein Fahrrad vielleicht doch mal aus Versehen dort abgestellt, wo es das nicht sollte) alle Gesetze befolgen, die mir die Gesetzlosen in unmissverständlicher Weise zur Befolgung nahelegen, bin aber ansonsten nur noch Deutscher, aber kein Bürger der abgeschafften Bundesrepublik Deutschland mehr.

Man hat mir das Recht aberkannt, ein solcher zu sein, und damit entfährt mir auch jede moralische Pflicht dazu alswie ein Furz nach der Bohnensuppe.

Wenn die Bundesrepublik Deutschland demnächst ein Knabenverstümmelungsrecht beschließt, wird das mir insofern egal sein, dass ich als Staatenloser daran ohnehin keinen Anteil haben kann.

Deutscher, wie gesagt, bleibe ich trotzdem, an Pflichten wird es, um hier leben zu dürfen, zumindest für Deutsche, weiterhin nicht mangeln; ich bin aber kein Deutscher im Sinne eines obsoleten Grundgesetzes mehr.

Im Sinne dessen gibt es nämlich gar keine Deutschen mehr, hiemit auch nicht mich.

Es hat ja wirklich, zunächst, wer weiß, was folgt, sein Gutes, dass die Verfassungslüge jetzt durch noch mehr Lügen bis über den Rand der Erdscheibe hinaus lächerlich, hinuntgestürzt.

Dort, im Lügenabgrunde, lasse ich die Schafsmedien jetzt gerne weitergraben.

Man hat ja sonst nichts gelernt.

Man wird, selbstverständlich, gemäß des aufgehobenen Grundgesetzes, bald noch mehr grundgesetzwidrige Gesetze machen, als ehedem.

Das ist so ganz normal, kein Bockflötenparteisoldat wird sich darüber wundern, sie werden alle marschieren.

Überhaupt: Marschieren! Das ist doch ein schönes Wort.

Einfach: Marschieren! – bis zum Zusammenbrechen.

Ich kann es mir schon lebhaft vorstellen, wie so eine Grünin neben einem Christdemokraten im Graben liegt, noch in voller Rüstung, im letzten Heuchelhecheln, von mir Trank und Atzung erwartend, als sei ich der Ihrigen, also, immer noch nichts begriffen habend, gewohnt, zu fordern, und ich, in ihrem Feldzuge eben doch nicht bis dahin verschlissen, sie selbst auf heiligste Schwüre hin liegenlasse, auf die noch nicht ganz aufgebrauchten Tornisterinhalte ihrer noch nachwankenden KameradInnen verweisend.

Dorten, im Schlamme ihrer aufgebrauchten Gier liegend, habe ich dann vielleicht noch ein Grundgesetz für sie dabei, das sie aber leider weder werden essen noch trinken können.

Bald wird ein Soze dazustürzen, ein Laberaler hinterher, ein Pirat noch obendrauf, und ich kann doch nichts machen.

“Alles Grundgeschwätzmehl ist aufgebraucht. Nach Deutschland geht es in der anderen Richtung.”

Immer noch röchelnd, ein treuer Soldat gibt auch im Graben nicht so schnell auf, werden sie mir wohl entgegnen: “Was können wir denn dafür, dass der General nicht für genug Brot gesorgt!”

“Fragt euren Gerneral, weshalb er euch bis in diesen Graben marschieren ließ! Er weiß das wohl, doch sehe ich ihn selber da vorne, ich sag’s euch, gnädig, da ihr’s ja nicht sehen könnt, auch schon liegen. Er versucht schon seit Stunden, Gold zu essen, allein, er bringt es nicht recht runter.”

Ich weiß nicht, wie lange sie sich dort noch gewälzt und beraten haben, denn ich musste weiter. Sah noch, von Ferne, wie der General an seinem Golde nagte.

Zurück in Deutschland, ich hatte nur ein paar Beeren, wilde Möhren und Pastinaken, etwas Feuerholz noch, dabei, gab es zwar nur Graupensuppe, die aber, ohne General und die Zermarschierten, gar vortrefflich schmeckte.

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5 Antworten zu “Im Grundgesetzgraben”

  1. aristo sagt:

    Ich bin ja von Bloggern einiges gewöhnt, aber dieser Beitrag ist selten dämlich. Ich frage mich, welche Drogen der Autor nimmt, oder ob er nur Quote machen wollte.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ aristo

    Es dürften Sie sein, der nur Quote machen will, das erstens.

    Und um meine Drogen machen Sie sich zweitens mal keine Sorgen: Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. (Die Kaffeebohnenbüchs’ ist noch ganz, und meine Rotweinflasche sieht Ihrer inhaltslosen Beschimpfung gerade auch noch ganz gelassen zu.)

    Lassen Sie sich mal was einfallen, wenn Sie etwas sagen wollen.

    Jedenfalls etwas Originelleres, als Ihren obig freigeschalteten Beitrag, der im Grunde keiner ist und überdies so oder ähnlich schon tausendmal sonstwo im Netz rumschwirrt. Bloß kopiert? So gut informiert?

    Nochmal werden Sie bei mir jedenfalls nicht mit anklickbarem blauem Signet erscheinen, wenn Sie nichts wissen, als auf einer solchen Ebene dumm daherzuschimpfen.

    Wünsche Ihnen, ich bin gerade gut drauf, sonst ließe ich das, ansonsten noch alles Gute auf Ihrem Blog- und Lebensweg.

  3. Dude sagt:

    @Aristo

    Ich empfehle Dir, den Artikel erneut zu lesen, aber dieses mal dabei nicht zu vergessen, den Denkapparat zu benützen. Dann sollte der Sinn und Inhalt dieses Artikels auch Dir klar werden, wenn Du darauf achtest, durch die richtigen Verknüpfungen und Recherchen die Hintergründe und Zusammenhänge zu eruieren.

    Ich weiss, dass Du das kannst; lese ich ja zuweilen auch Artikel auf Deinem Blog!

    Hier bin ich allerdings täglich… …und das aus massig guten Gründen. ;-)

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Nett von Dir, dass Du Dich für mich und jenen obigen Text einsetzt.

    Der, jener – hat er einen Namen? – aber muss sich hier meinetwegen nicht entschuldigen, wird sich aber, derart auf meine Kosten, wenn er nicht lesen kann, will oder soll, keine Leser mehr von meiner Seite ziehen.

    Du weißt, wie langmütig ich bin.

    Ich hätte seinen unqualifizierten, inversen Scheiß (mit Verlaub) nicht freischalten müssen, vielleicht sollen.

    Gut, habe ich gemacht.

    Auf dieser unternetzwertigen Ebene kann er es sich aber gleich sparen, bei mir ein zweites Mal anzutreten. Denn dann ist meine wohlwollende, immer von Gnade und Menschenfreundlichkeit erfüllte Rotweinflasche leer.

    Hat er Sinnvolles zu sagen, so kann er wieder antreten. Botmäßig.

    Ansonsten gilt: Verarschen kann ich mich alleine.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alle

    Lassen Sie sich nicht davon schrecken, dass auch hier in einem Kommentarstrang mal sortiert werden musste; es ist auf diesem Blog sehr selten, dass das notwendig wird.

    Allermeist wird hier, auch sehr hart und kontrovers, mitunter auch mit humorigen Abschweifungen, auf einem Niveau diskutiert, das auch mich als Betreiber immer wieder geistig befördert.

    Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich Krawallhanseln erstmal mit sprachlichen Mitteln zur Räson bzw. zum Verschwinden zu bringen trachte, was mir, wenn solche auftauchen, was hier sehr selten ist, so gut wie immer auch gelingt. Ich zensiere eben nur dann, wenn es meines Erachtens wirklich nicht mehr anders geht.

    Daher freute ich mich auch sehr, hielte, was in diesem Ausnahmefalle bis jetzt – wenig zielführend – in diesem Strange zu lesen war, keinen davon ab, zur Sache selbst noch etwas zu sagen.

    Denn die Sache ist eine wichtige Sache: Davon bin ich überzeugt.

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