“Europa” als Produkt der Enteignung

Sie kaufen Schulden auf und lassen jeden, außer sich selbst, zumal die Fleißigsten, bis zum Ruin, dafür haften. Das ist deren mehr Europa.

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8 Antworten zu ““Europa” als Produkt der Enteignung”

  1. Thomas sagt:

    Tja, 2013 PDV wählen, auch wenn man kein Libertärer ist. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschland (CDUSPDFTPGrüneLinke) bringt uns allmählich echt in Schwierigkeiten.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Die PDV hat ein paar gute Ansätze, versucht sich aber vernunftswidrig an einem Wolkenkuckucksheim.

    Nur ein Beispiel: Wie soll sich denn eine Nation konstituieren, wenn nur die Gemeinden, wo die Leute gerade Lust dazu haben, die erforderlichen Steuern dafür bezahlen?

    Ich bin libertären Vorstellungen vom Grunde her keineswegs abhold, was aber, nur als Beispiel, wenn eine Gemeinde beschließt, die Scharia einzuführen?

    Regelt sich das dann von alleine, indem alle, die das nicht wollen, dort wegziehen, ihr Haus für zehn Allahtaler verscherbeln und der Rest ebenso freiwillig dort nicht mehr einkauft?

    Man kann Probleme nicht lösen, indem man sie ignoriert.

    Und ich werde auch keine Firlefanzpartei wählen, nur, weil sie einen anderen Unsinn propagiert als den, der gerade läuft.

    Damit gesellte ich mich ebenfalls zum Stimmvieh.

    (Ich habe schon Leute von der PDV kennengelernt, sehr sympathische Leute. Man hat dort durchaus etwas vom Wesen des monetären Verhängnisses begriffen. Der Lösungsansatz ist aber m. E. illusionär.)

  3. Thomas sagt:

    Es war illusionär, nach Indien aufzubrechen in die falsche Richtung, in der Annahme, die Erde sei eine Kugel.

    Ich weiß nicht, ob es klug und auch zeitlich machbar ist, in die Diskussion hier unter den Kommentaren einzusteigen. Ich wage das trotzdem mal.

    Zu deinem ersten Beispiel: Die Leute müssen auch in einem libertären System Steuern bezahlen. Die Mehrwertsteuer gibt es weiterhin. Mit einem Teil dieser Steuer finanziert sich der Staat. Der andere, größere Teil bleibt bei den Kommunen. Sollte dann einer Kommune das Geld nicht ausreichen (weil z.B. eine neue Turnhalle gebraucht wird), kann sie weitere Steuern beschließen. Wenn den dort ansässigen Bürgern der Bedarf der Turnhalle und daraus resultierend die neue Steuer positiv vermittelbar ist, wird diese Steuer durch einen Bürgerentscheid eingeführt. Ansonsten gibts halt im Moment keine neue Turnhalle.

    Zu deinem zweiten Beispiel: Die Scharia kann theoretisch zwar eingeführt werden. Wenn nun tatsächlich jemand der Meinung ist, dass die Scharia was Tolles ist und er sich dem unterordnen möchte, dann akzeptiert er freiwillig, dass ihm aus dieser Akzeptanz heraus Schaden entstehen kann. Wenn das die freiwillige Entscheidung von Menschen ist, sollte man sich dort nicht einmischen. Nur darf niemand dazu gezwungen werden, auch nicht, auf Lebzeit bei seinem Entschluss zu bleiben. D.h. die Scharia wird sich von selbst in einem freiheitlichen System erledigen. Denn niemand wird einsehen, warum er für ein Bagatelldelikt gesteinigt werden soll. Klingt zwar blöd, wird aber so.
    Wobei ich zugeben muss, dass die Antwort darauf auf wackeligen Füßen steht, denn man kann etwas nicht mit Gewissheit behaupten, bis der Beweis tatsächlich erbracht wurde. Keiner ist allwissend, daher kommt ja der jahrtausendealte Hype um das Hohlwort. Eines kann ich aber mit Gewissheit behaupten: Alle anderen Systeme wurden ausprobiert und sind gescheitert. Und die restlichen, alternativen Vorschläge, wie ein neues System funktionieren kann, sind Abklatsche der bekannten, alten Systeme, die nicht funktionieren. Ich bin für was Neues.

    Kann ich davon ausgehen, dass du dich mit der entsprechenden Literatur schon mal befasst hast?

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Ich kenne die entsprechende Literatur nicht näher.

    Ich weiß in der Tat nicht, wie ein freiheitliches System nach von Hayek gesichert werden soll.

    Wer heute in Saudi-Arabien gesteinigt wird, will das sicherlich meist auch nicht und findet es, spätestens, wenn es ihn selber trifft, wahrscheinlich auch nicht richtig.

    Er kann aber gegen den tödlichen Terror der kommunalen Mehrheit, die das so richtig zu finden erzogen, nichts machen.

    Einfach Pech gehabt.

  5. Thomas sagt:

    Genau darin liegt der Unterschied zum libertären Gedankegut. Dort basiert alles (mit sehr wenigen Ausnahmen) auf Freiwilligkeit und der Fokus liegt auf dem Individuum. Der Staat schützt deine persönlichen Rechte. Mehr nicht. Und solange dich niemand zu irgendetwas zwingt, ist alles in Butter. Bei den Saudis (und eigentlich überall in der Welt) hast du das natürlich nicht.
    Starke Staaten, wie wir sie heute haben, bedingen immer Unrecht in hohem Maße. In einem Staat, der geprägt ist durch das Individuum als höchstes, schützenswertes Gut, hast du nur noch minimale Ungerechtigkeiten (ganz ohne wirds wohl nie gehen, sonst wären wir im Paradies angekommen und würden uns nur noch langweilen).
    Ich kann dir gerne Literatur schicken, entweder als pdf oder als Papier. Das Thema ist hochinteressant und man findet keine logischen Fehler – zumindest ich nicht.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Du kannst mir gerne mal ein pdf schicken – Adresse unten im Impressum.

    Ich weiß allerdings nicht, wie bald ich mich umfässlicher mit “den Österreichern” beschäftigen kann, was ich eigentlich, wie manches, schon länger vorhabe.

    Ich habe den Werdegang des Ron Paul allerdings über Jahre hinweg regelmäßig verfolgt und viele seiner Forderungen und Vorschläge sehr begrüßt (z.B. was die FED und die US-Außenpolitik anlangt).

    Auch eigentümlich frei, wo sich ja viele Libertäre tummeln, war, bis zur Schließung der Kommentarfunktion, Teil meiner üblichen Netzlektüre.

    Da Du Dich offensichtlich genauer mit der Materie beschäftigt hast und sauber formulieren kannst, will ich Dir gerne anbieten, hier einen Gastbeitrag zum Thema zu veröffentlichen.

    Ich werde das Angebot, die entsprechenden Sichtweisen hier einzubringen, jetzt auch gleich in einen allgemeinen Aufruf ummünzen.

    LG

    Magnus

  7. Thomas sagt:

    Danke, gerne!
    Das dauert aber ein paar Tage. Das Thema ist eigentlich zu umfassend, um es in einen relativ “kurzen” Artikel zu bringen. Die Diskussionen (oh ja, die wird es geben!) verschlingen danach auch jede Menge Zeit, die ich aber gerne bereit bin, aufzubringen.

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Macht nichts, wenn es etwas dauert.

    Das Thema wird zwischenzeitlich wohl kaum sterben.

    Und es darf, wenn es kein russischer Roman wird, ruhig etwas länger werden!

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