EuGH: Ab in den Wasserkarzer!

Der EuGH hat deutschen Winzern verboten, bestimmte Weine als “bekömmlich” zu bewerben. Einen Bericht zu diesem Kuriosum finden Sie hier.

Das sei eine gesundheitsbezogene Angabe und somit auf alkoholischen Getränken nicht gestattet.

Da werden sich bald einige warm anziehen müssen.

Man wird von einem Weißbier nicht mehr sagen dürfen, dass es erfrischend sei, eines Magenbitters verdauungsförderliche Wirkung nicht preisen können usw.

Und was ist mit Melissengeist? Kann der noch wohltuend sein?

Als erstes sollte man über die ganzen EuGH-Fritzen ein totales Alkoholverbot verhängen. Den ganzen Stall trockengelegt. Jeder, der mit mehr als 0,05 Promille (soviel kann man sich durch Saft zuziehen) erwischt wird, fliegt raus. Mal sehen, wie ihnen das bekommt.

Und welcher Bäcker kann noch mit “gesundem” Brot werben, wo doch jeder weiß, dass man selbst von Brot dick werden kann und auch noch giftiges Salz drinne ist? (Wir können es ja mal ausprobieren: Ich trinke einen Liter Wein, also etwa 120 Gramm Alkohol mit 880 Gramm Wasser, und der Gegenproband bekommt 120 Gramm Salz mit ebensoviel Wasser. Mal sehen, wer danach gesünder aussieht.)

Abgesehen davon häufen sich die Fälle, in denen Leute sich an ordinärem Wasser totsaufen. Elektrolytmangel, bams, da liegt er.

Was ist mit Milchprodukten, dürfen die noch “munter” machen, wo doch viele Menschen eine Laktoseintoleranz haben?

Und die ganzen “Heilwässer”, was ist mit denen?

In manchen ist nicht wenig Uran (Urin?) drin, und noch vor einigen Wochen habe ich in Bad Cannstatt am gepriesenen Brunnen die dortige sagenhafte Schwefelplörre probiert (sie stinkt schon danach, dass es kracht), von vielen vergöttert, wovon mir aber beinahe übel ward, sich jedenfalls meine Stimmung (es war dazu ein heißer Tag) bis zum folgenden, leider noch entfernten Biere merklich eintrübte, ein leichtes bis mittleres Wassertrauma entstund, an dem ich immer noch herumlaboriere.

Kann ich es riskieren zu sagen, dass das Lesen dieses Textes Ihnen guttue?

Wo doch jederzeit anhand eindeutiger Kommentare nachweisbar ist, dass sich Leute über mein Geschreibsel schon geärgert haben, ihnen darob der Blutdruck anstieg?

Ach ja, ich vergaß, Mohrrüben sind auch gefährlich. Es haben sich schon Leute mittels Rübensaft ins Jenseits befördert, Hypervitaminose, aus war’s.

Womit wir auch bei den Vitaminpräparaten und Kräutertees wären.

Bei der einen Sorte Magenverstimmung ist Kamillentee “förderlich”, bei der anderen wird einem dadurch erst richtig schlecht.

Also gut.

Wirte werden ihre Weinkarten einstampfen müssen, wenn dort ein Rebensaft als mit “bekömmlicher” feiner Säure beschrieben.

Jagt die Adjektive! Zeigt den Leuten, dass kein Spaß mehr als erheiternd bezeichnet werden darf! Es mag ja nicht jeder jeden Spaß! Es haben sich schon Leute totgelacht!

Wenn ich mir vorstelle, wie die zuständigen Richter nach diesem Urteil im trinkfreudigen Luxemburg, begleitet vom Riesling über den Spätburgunder bis hin zum Digestif (oh, fragwürdiges Wort, das!), ihren Rohmilchkäse (sehr bedenklich, wurde auch schon fast verboten, man rate, von wem!), ihr Filet Mignon (masse rotes Fleisch, gar nicht gut fürs gute Cholesterin!) und ihre Mousse au Chocolat (viel Zucker!) reinlassen, finanziert vom Steuergeld des armen, für sie doppelt und dreifach ackernden Pfälzer Winzers, dann könnte mir schon schlecht werden.

Unwohl bekomm’s!

Verlogenes, nutzloses Gesindel.

Schmarotzer.

Ab in den Wasserkarzer damit!

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2 Antworten zu “EuGH: Ab in den Wasserkarzer!”

  1. Felix Ritter sagt:

    Sauerei. Mit Klarnamen wär’ das nicht passiert. http://kattascha.de/?p=119

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Felix Ritter

    Ich habe nie und nirgend für eine Klarnamenpflicht im Netz plädiert.

    Lediglich in der Richtung argumentiert, dass Klarnamen in vielen Fällen förderlich sein können.

    Lesen Sie bitte, sollte Sie das hier dazu Gesagte wirklich interessieren, mal die entsprechenden Artikel und Kommentarstränge durch. (Suchfunktion oben rechts, “Klarnamenritter” eingeben, ab da finden Sie von selbst dahin, wo so manches steht, was man sonstwo nicht zu lesen bekommt.)

    Ich weiß auch nicht zu erschließen, wie die Klarnamendebatte, die auf dieser Seite längst sehr umfässlich geführt wurde, zumal der von Ihnen eingebrachte Link, mit dem jetzigen Thema hier hinreichend in Verbindung stehen solle.

    Ich bin weder Facebook noch Google noch der Innenminister.

    Die Diskussion hier lief auf einer ganz anderen Ebene ab.

    Machen Sie sich darob kundig, dann reden wir weiter, wenn Sie wollen, aber an der Stelle, wo das hingehört.

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