Von den ortbaren Handyoten (II)

Zur Handyortung wurde mir grade noch klar, dass ich grundsätzlich sehr verdächtig bin, da ich fast nie ein Handy benutze oder auch nur mit mir führe.

So verhalten sich praktisch nur noch halbclevere Kriminelle und konspirative Revolutionäre, die noch nicht verstanden haben, wie man seine Hausaufgaben richtig erledigt.

Wer also wirklich unauffällig bleiben will, der hat sein Handy wenigstens öfter dabei und quakt damit auch ab und an einen voll bzw. lässt sich anrufen.

Wer es gescheit anstellt, wird natürlich nicht 500 Meter vor einem verdächtigen Ort sein Ding funkunfähig machen, und 500 Meter dahinter wieder an. Das fällt auf.

Wer also ein Ding drehen will, der wird sich intelligenterweise eine gewisse (fallabhängige) Zeit davor irgendwo in der Nähe des geplanten Geschehens orten lassen, was ihn unverdächtig macht, da ja keiner so blöd wäre; es sei denn, er wäre aus Hamburg und sonst noch nie in Hintertupfingen gewesen.

Ein Gangster, der auf der Höhe der Zeit, wird sich also, nie darüber redend, noch gar etwas dazu aufschreibend, einen geschickten Handymitführ- und Nutzungsplan machen.

Dieser sollte für sein bürgerliches Leben so nachvollziehbar wie möglich sein. Immer wieder normale Abweichungen (keine zu große Regelmäßigkeit!), häufige Gespräche der modernen irrelevanten Art, Terminabsprachen zum Hamburgerfressen usw.

Ab und an schaltet er es auch mal (normal, also weiterhin ortbar, Akku und Sim noch drin) ab, z.B. im Kino oder im Theater oder auf einem Empfang.

Und hie und da hat er es auch mal gar nicht dabei.

Das soll selbst heute noch in den besten Familien vorkommen.

Diese Variante ist zwar grundsätzlich auch verdächtig, wird aber derartig dem Profil von Millionen Nutzern ähneln, dass er nicht in ein engeres Raster gerät.

Komisch, dass ich mir jetzt erst Gedanken darüber gemacht habe.

Das liegt wohl daran, dass ich noch nie genauer erwogen habe, wie verdächtig ich mich seit Jahren durch den Nichtgebrauch von Mobis mache; wie wohl auch, dass ich trotzdem kein Verbrecher bin.

Denn dann schlüge ich den obigen Pfad ein.

Glaubt mir, Ihr Damen und Herren Schlapphüte, Euch wüsste ich schon ein Schnippchen zu schlagen.

Wirklich Gerissene machen sich, wie oben angedeutet (es gibt noch flankierende Maßnahmen für einen intelligenten persönlichen Handynutzungsplan, die ich hier aber nicht ausbreiten werde; ich will mich ja nicht dessen verdächtig machen, dass ich etwa Schuften helfen wollte), sogar ab und zu einmal potentiell verdächtig: denn wer das nicht macht, fällt aus der Norm.

Summa summarum: Nur die Dümmsten lassen sich noch über die Handyortung fangen.

Doch bleibt selbst für die Klügsten ein Fallstrick: Alle, mit denen sie konspirativ zu tun haben, müssen in Punkto Handystrategie genauso klug sein wie sie selber.

Von daher konspiriert man am besten nur mit sich allein.

Die Gedanken sind – noch – frei.

Man sollte sich natürlich auch stets und unauffällig auf implantierte Mikrochips untersuchen.

So, wie der erfahrene Waldläufer sich im Sommer täglich auf Zecken hin untersucht.

Guter Rat ist selbstverständlich teuer, wenn man eine intramuskuläre Wanze findet.

Denn wenn man sie entfernt oder unschädlich macht, klingen auf der anderen Seite sofort alle Alarmglocken.

Wer ist denn so paranoid, dass er bei sich ein unerfragtes Implantat vermutet?

Sowas gibt’s doch nur im Film!

Was für Filme guckt der?

Will der etwa nur einfach so frei herumlaufen?

Er kann doch jederzeit frei herumlaufen!

Wenn er nichts Böses tut, hat er doch nichts zu befürchten!

Es empfiehlt sich also für jeden, der eine Wanze in sich entdeckt, diese, um jeglichen Ärger zu vermeiden, entweder drinzulassen oder sie zu entfernen und ab da ein aber wirklich lupenreines Leben zu führen.

Am besten mit einem praktisch immer eingeschalteten Handy.

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12 Antworten zu “Von den ortbaren Handyoten (II)”

  1. Dude sagt:

    Ein wirklich schlauer, mit allen Wassern gewaschener Gangster braucht keine derartige Massnahmen, da er sich ganz einfach eine unregistrierte SIM besorgt. ;-)

    Wem das zu kompliziert ist, kann aber notfalls auch einfach einem wirtschaftstauglichen Systembioroboter eins klauen und den PIN knacken (oder es ganz einfach nie ausschalten ;-) ). :-D

    Ist zwar dem Bioroboter gegenüber nicht nett, aber der hat, sobald er mal grob überprüft wird, idR. ohnehin nichts arges zu fürchten, und auch sein Netzwerk ist wohl schnell als systemtreu und damit unebachtenswert eingestuft nach kurzer Prüfung…

    Denn wenn sie nichts “böses” tun, was Angehörige der Schafsherde idR selbstverständlich nicht tun – wieso sonst sollten sie immer mit diesem dummen Argument kommen, auf dass es nur zu erwidern gibt: “Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!” -, haben sie ja auch nichts zu befürchten. :-)

    Und was die geheimimplantierten RFID’s angeht… Einfach kurz in der Mikrowelle baden, und das Ding ist geröstet; ok, man selber wahrscheinlich auch. *lol*

    Ps. Herrscht eigentlich schon ein Handyobligatorium, oder kommt das erst? Ich spiele nämlich mit dem Gedanken, mein Teil endgültig auszumustern, auch wenn ich’s schon jetzt kaum noch bei mir habe…

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Du kennst Dich technisch sicherlich besser aus, als ich.

    Ein wirklich schlauer Gangster wird wohl trotzdem nicht so vorgehen, wie von Dir beschrieben.

    Denn beim “Besorgen” seiner nichtregistrierten SIM kann er ebenso schon erwischt werden, wie wenn er sie später im Handy hat.

    Dasselbe gilt fürs Klauen des Handys eines anderen. Außerdem kann dieses, ja gerade über die Registrierung (wenn er sie beibehält), soweit ich weiß, jederzeit geortet werden. Somit hat er dann doch, benutzbar, nur das Gerät, und das bekommt er ganz legal an jeder Ecke um 20 Euronen.

    Einen implantierten Mikrochip, nun, wie wird man den, ohne Mikrowellenbad, los?

    Man kann ihn natürlich rausoperieren und in einen herkömmlichen Ofen schieben oder mit dem Fäustel draufhauen.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man den Eindringling – wie gesagt, ich kenne mich kaum aus – auch einfach mittels einer sterilen silbernen Einweg-Akupunkturnadel (vorher heißgemacht?), einmal entdeckt, so anpieksen kann, dass er seinen verruchten Geist aufgibt.

    (Oder haben die Dinger einen geschmiedeten Edelstahlpanzer? – Dann wird es so natürlich nix.)

    Sicherlich kann man ihn auch durch elektromagnetische Induktion aus seiner Betriebsfähigkeit befördern.

    Vielleicht reicht ein einige Stunden umgeschnalltes oder übergeklebtes Handy, das dauernd funkt wie blöd, schon dafür.

    Oder ein starker Permanentmagnet in zwei Zentimetern Entfernung. Dann abwarten und Tee trinken.

    Oder man setzt sich eine halbe Stunde auf einen Radiosendermasten. (Könnte aber auch gesundheitsschädlich sein, weshalb ich dies Prozedere nicht empföhle.)

    Verreckt geht, auf jeden Fall, wenn man nur will, alles.

    Selbst des Teufels Fliegen.

  3. Dude sagt:

    “Denn beim “Besorgen” seiner nichtregistrierten SIM kann er ebenso schon erwischt werden, wie wenn er sie später im Handy hat.”

    Wenn er wirklich ein schlauer Gangster ist, der seinen Verstand, logisch, als auch abstrahierend, konstruktiv zu Nutzen weiss, kann er dem schon vorbeugen…

    Der wesentliche Punkt dabei ist ja, dass seine private Identität unter der Scheinidentität liegt, und nirgends irgendwelche Daten von ihm dazu registriert sind.

    Beim Klauen ist der Unterschied nur, dass die Scheinidentität netterweise vom Bioroboter zur Verfügung gestellt wird… ;-)

    Aber logo sollte er, je nach besuchten “Anlässen”, das Ding auch mal gleich eingeschaltet zu Hause, oder noch besser, an einer Honigtopf-gleichen Örtlichkeit, lagern. :-)

    Das fundamentale Problem eines in Unwissenheit eingebauten RFID ist, ganz unabhängig von den Deaktivierungsmöglichkeiten, ja vorerst mal schlicht die Realisierung, dass er überhaupt in einem steckt, und dann natürlich die Ortung desselben.

    Womöglich funktionierten Deine Massnahmen dann aber durchaus. Einen Edelstahlpanzer haben sie – jedenfalls meines Wissens – nämlich nicht.

    Der Vorteil der Sendemast-Variante wäre, dass zumindest mal die Ortung überflüssig würde…

    Zum Schluss hier noch einen weiteren Artikel zum Thema. http://iknews.de/2012/09/01/strategische-uberwachung-mobile-rasterfahndung-gegen-burger/

    Ps. Der Burger wird gebraten, verreckt aber auch… ;-)

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Was passiert eigentlich, wenn man ein Handy in die Mikrowelle legt?

    Geht das Ding überhaupt verreckt, fängt es an zu stinken, folgt, wenn man nicht aufpasst, Hausbrand?

    Was passiert dort mit einer Festplatte?

    Ich sollte mich wohl lieber wieder geistigen Fragestellungen widmen und nicht solchen, bezüglich derer ich wahrscheinlich nicht einmal qualifiziert Fragen zu stellen einen bislang hinreichend gebildeten Hintergrund mitbringe.

  5. Dude sagt:

    Kurz gesagt, es brutzelt die Elektronik und macht sie unbrauchbar. Vergleichbar mit den Effekten eines EMP.

    Ich hab’s aber noch nie gemacht, da ich keine Mikrowelle besitze. Wozu auch? Ausser zum Chips brutzeln taugt die ohnehin zu nichts, sofern man nicht vor hat sich mit denaturiertem Essen selber zu vergiften.

    http://www.propagandamatrix.com/010304rfidtagsineuros.html

    http://www.netzwelt.de/news/69803-rfid-geldscheine-noch-diesem-jahr.html

    http://www.netzwelt.de/news/71449-rfid-phobie-wickeln-chip.html

    Ps. Was die HD angeht, empfehle ich brachiale Gewalt, wie zum Beispiel ein paar Löcher bohren, oder sie mit Hammer und Meissel so zerschrotten dass die Metallfetzen nur noch fliegen, oder beides… ;-)

  6. Dude sagt:

    Pps. Wobei es natürlich auch die sanfte Tour gibt, indem man die HD formatiert, und anschliessen mit unbelastetem Material (also z.B. die SPON, Blick, etc. Website spiegeln und dann solang kopieren, bis die HD platzt) komplett ausfüllt, womit die vorher gespeichertet Daten nicht mehr reaktiviert werden können, da sie komplett überschrieben wurden. ;-)

    Es geht letztlich nur um die binäre Reihe.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich habe mir schon sagen lassen (ich habe mir von diesbezüglichen Experten schon viel sagen lassen), dass die CIA immer alles siebenmal löscht bzw. überschreibt, damit sie nicht einmal mehr selber rausbekommt, was sie einst vielleicht auf einen noch physisch vorhandenen Datenträger geschrieben.

    Von daher lasse ich, wenn nötig, da nichts nur anbrennen.

    Wenn ich in die Verlegenheit kommen sollte, einen Datenträger unbrauchbar zu machen, wird er ganz durchgeröstet.

    Oder zu Schnipseln und Pulver gedroschen.

    Die Leute erzählen viel, und alle haben vorgeblich Ahnung.

    Da setze ich lieber auf endgültige Asche und mechanisch völlig demolierten Schrott.

    Am besten, man verbrennt die Scheiße zuerst und haut dann noch mächtig drauf, oder umgekehrt.

    Den Rest dann in alle Winde zerstreut oder nachts, heimlich, bei Starkregen, in verschiedene Gullis.

  8. Infoliner sagt:

    Ein echt Verdächtiger. Ich habe und hatte nie son behindertes und behinderndes Teil. Ich wäre ein Albtraum für DIE… allerdings werden sie das nie merken, weil ich nie irgendwo auftauche oder gar was verdächtiges tue. Nicht, weil ich so schlau wäre, sondern weil ich meine Kräfte nicht in ein “gegen” stecke und lieber das Richtige tue. Oh… vielleicht ist das ja doch schlau…

  9. J€$\/$ sagt:

    Implantierte Microchips? Hää wie, hab ich was verpasst, ist das etwa schon Praxis? Gibts nen empfehlenswerte Artikel darüber?

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ JESUS

    Die Dinger gibt es schon seit Jahren, das wusste selbst der Spiegel schon 2006:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/implantierte-chips-das-geht-unter-die-haut-a-394217.html

    Weshalb hast Du nicht selber “implantierte Mikrochips” in die Suchmaschine eingegeben? Zu faul?

  11. Dude sagt:

    @Magnus

    Glaubst Du nicht, wenn man die HD gleich direkt auf den Mond schiesst, spare man sich Arbeit dabei, im Vergleich zu Deiner, zwar sehr phantasievollen, und sicherlich auch höchst effizienten, doch auch sehr aufwändigen Methode? ;-)

    @Infoliner

    U call it!

    @Jesus

    Längstens bekannt… Hier ne kleine Auswahl…

    http://www.naturalnews.com/028663_health_care_technology.html

    http://www.bbc.co.uk/news/10158517

    http://www.rfid-journal.de/

    http://www.youtube.com/watch?v=QTwoWNq8a-c

    Ps. Die neue digitale Weltwährung ist auch schon längst bereit… https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Sonderziehungsrecht

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