Der Göller plant ins Kloster

Demnächst gehe ich in ein Kloster.

Naja, oder vielleicht auch nicht.

Denn wenn es das Geld für die Reisekosten und einen zeitweisen vertrauenswürdigen Ersatzpapa nicht hat, kann es kaum klappen.

Ich will ja auch nicht nur zum Schmarotzen da hin.

Schwaben gelten zwar als sparsam, aber dass sie bloß schmarotzten, das sagt man ihnen gemeinhin denn doch nicht nach: vom Breisgau bis hinan nach Usedom.

Ich will dort nur ein gutes gegenseitiges Geschäft machen.

Die Mönche verraten mir was, und ich ihnen. (Ein Nonnenkloster wäre zwar auch nicht ohne Reize, aber im Sinne der Sache keine wirklich professionelle Wahl.)

Ich zeige den buddhistischen chinesischen Shaolin, wie man sich deutsch und nietzscheanisch konzentriert, sie mir dafür ihre Kunst.

Einen besseren Deal, eine noch winnigere Win-Win-Wechselseitigkeit dürfte es im Geschäftskleben dieses Planeten allenfalls selten, wenn je, gegeben haben.

Wenn der Abt kein Volltrottel ist, lässt er mich heimlich sogar was trinken und was Anständiges essen.

Ein alter Freund meinte schon, ich möchte einen deutschen Schäferhund als Gastgeschenk mitbringen. Den wisse man dann sicherlich zu goutieren. (Keine Sorge: Anständigen Vegetariern bringe ich nicht Hund noch Katz noch Ratz mit.)

Ich weiß, warum ich hinwill.

Diese Leute können sich auf ein Stückchen Haut so konzentrieren, dass daran der spitzeste Pfeil noch bricht. Ich kann dasselbe mindestens mit Teilen meines Hirns.

Sollten die nun an Hirn kein Interesse haben, so wäre die Sache selbstverständlich gleich perdu. Und ich, immerhin dadurch, dass ich diese ansann, der vollauf Selbstgearschte.

Aber das Leben ist bekanntlich ein Risiko.

So mag es denn sein, dass ich mal wieder nichts lernen darf.

Da mir das aber schon so oft passiert ist, dass ich mich gewissermaßen, wenn auch mit äußerstem Widerwillen, schon daran gewöhnt habe, überlebte ich auch dieses, von der Logik her als eher unwahrscheinlich zu betrachtende Ordal wohl auch noch, wie immer aus Nichtgelernthabendürfenseinssituationen meine Schlüsse bestmöglich ziehend.

Ich bin natürlich ziemlich teuer. Oder recht wahrscheinlich im Verhältnisse gesehen.

Denn schon allein diesen Text gut ins Chinesische zu übersetzen, dürfte nicht unaufwendig sein.

Während man mich im Gegenzuge, wenn Englisch als Mittlersprache auch mal Unterdienste leisten mag, ja wohl nur in Richtung des genauen “Wah!”, “Fong!” “Hung!”, “Li!” und vielleicht auch noch “Wang!”, sowie ein paar allfälligen, zusätzlich wichtigen Nebenbegriffen unterrichten werden wird müssen, alswelches zwar nicht unbedingt insgesamt einfacher ausfallen könnte, angesichts meiner Art der Retardiertheit, aber doch leichter mit Hausmitteln zu bewerkstelligen.

So gesehen, ohne Geschäftsplan läuft bei mir nichts, gibt es nur zwei Möglichkeiten.

Entweder das Kloster ist selbst hinreichend solvent, seine Übererleuchtung finanzieren zu können, oder es finden sich ausreichend Fördermittel von dritter Seite.

Ich kann meine Kinder zum Herumchinesen jedenfalls zu keinem mir bekannten Hartzamt schicken.

Da es hier nun aber um so vieles guten Rats geht, wie dieser nur erprießen können mag, sehe ich die Sache hell wie die Sonne.

Buddha hat einen viel dickeren Bauch als ich, isst also wohl mindestens genausogern, und er lächelt selbst mich an.

Das sind beste psychologisch bedingende Parameter für diesen Deal. Alles läuft nach Due Diligence, Compliance und Accountability und ist vom CEO persönlich begutachtet und abgesegnet. (Auch von meinem Abt.)

Wenn alles klappt, wird es jedenfalls ein Heidenspaß.

Ich lasse mich auf meine alten Tage nochmal ordentlich von mageren Mönchen verdreschen, um zu merken, was bisher noch nie gebrochen, weggequetscht oder schwer eingerissen war. Nochmal ein erhöhtes Körperbewusstsein also.

Das wird satte.

Denn ich darf dann ja (voraussichtlich, sagt der Geschäftsplan), mit meinen Ausbildern auch noch nachträglich darüber diskutieren, an welchem Punkte sie mich wann und weshalb schon mittels eines Gedankenstoßes hätten töten können.

Wer will solcherlei und dann das geistig darausfolgende Aufbauende nicht wissen?

Ich nicht.

Deshalb werden die Mönche, der Abt, das Kloster auch Gegenwert für dies Nichtwollen bekommen, wenn sie ihren Teil der Vereinbarung ebenso Zug um Zug einlösen, wie es hier angesetzt.

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