Explantierte mit “schmerzverzerrten Fratzen”?

Zum Vorgängerartikel “Organhandel: Leck mich fett!” stellte ich eben als Kommentar das Folgende ein.

“Magnus Wolf Göller sagt:
24. August 2012 um 12:37 (Bearbeiten)

@ Lesezeichen & Alle

Ich zitiere aus einem Leserkommentar bei der FAZ:

“Clara West (netzhexe1) – 23.08.2012 21:34 Uhr

Das ist mit Abstand der beste Artikel, den ich jemals zu diesem Thema gelesen habe.

…..

Was zusätzlich noch zum Artikel festzuhalten ist, ist was Bestatter zu diesem Thema zu sagen haben. Sie haben nämlich festgestellt, dass die Gesichter explantierter Menschen bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind. Es sind keine Gesichter mehr, es sind schmerzverzerrte Fratzen, die man kaum noch zur Aufbahrung wieder herrichten kann. Wie ist so etwas möglich, wenn die Menschen doch angeblich so mausetot sind?”

Ich bin nicht unbedingt das ärgste Weichei des Jahrtausends, aber diese Aussage hat mich nochmal schockiert.

Ich weiß nicht, ob sie zutreffend ist, aber wenn ja, dann…”

Es steht die Aussage der Dame hier jetzt ob ihres außergewöhnlichen Gewichtes nochmal da.

Kann sie jemand bestätigen oder dementieren?

(Ich habe eben testweise einen Bestatter angerufen, der bereitwillig Auskunft gab und das beschriebene Phänomen nicht kannte.)

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5 Antworten zu “Explantierte mit “schmerzverzerrten Fratzen”?”

  1. Wolf sagt:

    Ich bestätige das. Ich habe es selbst gesehen, weil ich manchmal eine mit mir befreundete Bestatterin begleite, um u.a. frisch Verstorbene aus Kliniken abzuholen.

    Ursache des verzerrten Gesichtsausdrucks ist vermutlich der Tubus für die Beatmung, der nach Ende der Explantation einfach aus dem Mund gezogen wird. Der bleibt dann offen und das Gesicht ähnelt einem schreienden Menschen. Leider werden die Explantierten oft nur sehr oberflächlich, mit wenigen groben Stichen zugenäht, was besonders bei korpulenten Verstorbenen einige Transportprobleme bereiten kann.

    Das Andere ist ein Gerücht: Natürlich lassen sich die Gesichter für die Aufbahung wieder herrichten. Jeder gute Bestatter beherrscht dieses Handwerk und kann selbst Gesichter verstümmelter Unfallopfer optisch korrigieren.

    Was ich nicht aus eigener Anschauung bestätigen kann, mir aber von mehreren Chirurgen berichtet wurde ist, dass die Körper während der Extplantation stark transpirieren. Ein Teil des Nervensystems ist also noch intakt und reagiert relativ normal, bis die Versorgung abgeschaltet wird. Inwieweit der Körper beim Eingriff Schmerz empfindet, ist ungeklärt. Die Schweißausbrüche lassen es nur vermuten.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Wolf

    Mein Gott!

    Ich habe unterm Messer genug geschwitzt (es gab nicht immer Vollnarkose; deshalb weiß ich das).

    Ein Toter werde beatmet, wehre sich, wenn nicht hinreichend sediert aktiv, transpiriere stark, auch sediertermaßen, worauf der entzogene Tubus das verzerrte Gesicht verursache.

    Danke für Deine Informationen.

    Ich komme aus dem entsetzten Staunen kaum noch raus.

  3. Dude sagt:

    @Wolf

    Tote furzen ja auch ganz gern, wieso sollten sie also nicht auch noch etwas transpirieren, quasi noch durch andere Kanäle Dampf ablassen…? ;-)

    Ich bin jedenfalls froh, hab ich den dummen Ausweis verbrannt.

    Schlimm finde ich, dass die Gesetzgebung in gewissen Ländern es vorsieht, dass wenn man nicht explizit willentlich erwähnt – also faktisch eine Art Anti-Organentnahme-Ausweise -, dass man keine Organe entnehmen lassen will, dies automatisch so gehandhabt wird… …Angesichts der heutigen Unbewusstheit beschert das natürlich der globalen Organhandelssyndikate massenhaft Güternachschub…

    LG

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Wolf

    “Der Körper” mag sich, wenn nicht hinreichend betäubt, wehren, er transpiriert auch so eingestellt stark: Muss da nicht wenigstens noch ein Rest Mensch sein?

    Also doch ein Lebendiger?

    Also ein Lebewesen, das eindeutig vor irgendeinem verlässlich so zu bezeichnenden Tode ausgeweidet wird?

    Weist nicht alles auf Schmerzen, auf irgendwie empfundene Qual hin?

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Nach dem, was ich jetzt mitbekommen habe, werde ich dahingehend so gut als möglich vorsorgen, dass man mir nicht alles Gewünschte legal herausschneidet, während ich noch mächtig transpiriere.

    Ich lebe nämlich vom Stinken.

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