Organhandel: Leck mich fett!

Bei der Lektüre dieses FAZ-Artikels zum Thema “Organspenden” (hier muss das Wort in Anführungszeichen gesetzt werden) haben sich mir eben doch meine gut krankenhausgeprüften Neuronen aufgerollt.

Den sollte jeder lesen, der sich nur irgend für das Thema interessiert.

DAS wusste ich nicht: DAS ist ungeheuerlich.

Liebe Organtransplantologen: Macht Euch meinethalben keinerlei Hoffnungen.

Alle meine Körperteile sind, einschließlich meines Hirns, zum Glück, vorsorglich deromaßen runtergeraucht und zusammengesoffen, dass Ihr sie nur auf den Sondermüll geben könnt, wofern ich, nach allem Training, Eure Drogen und Messer schließlich einmal, auf Eurem Metztisch gelandet, doch nicht überleben sollte.

Nachdem ich das gelesen habe, werde ich beim Radeln noch besser aufpassen, als eh schon.

Ich traue Euch nämlich locker zu, dass Ihr meine zirrhotische Leber, meine Schrumpfnieren, meine Teerlunge, mein gebrochenes Herz, ja selbst noch meine relativ intakte Vorhaut zu Geld machen werdet, wofern Euch dortheraus nicht direkt die Maden ins Gesichte kriechen, von welchem, wenn Ihr mich ausgeweidet habt, nicht einmal ein Cent an meine Kinder fließen wird.

Ich werde ab jetzt jeden Tag dreißig Gramm LSD  zu mir nehmen, damit Euch jeder Organempfänger schon auf dem Schneidetisch derartig durchdreht, dass Ihr ihn mit 5 Kilo Valium nicht mehr ruhiggestellt bekommt.

Gegen Euch helfen nur noch konsequente Selbstvergiftung und Metastasen überall.

Leck mich fett.

Probiert es bloß nicht bei mir.

Es könnte sein, dass ich Euch als Hirntoter, gewahrend, dass Ihr mich ausnehmen wollt, nacheinander den Operationssaal und hernach die ganze Klinik verwüste.

Da könnte es dann sogar Echttote geben.

Man fasst es nicht.

Vorgeblich Hirntote, die sich wehren.

Und Euren armen Psychen sei das nicht zuzumuten.

Ich glaube fast nicht, was ich da gelesen habe.

Vielleicht hat der noch junge FAZ-Journalist ja mit satten zwölf Promille deliriert.

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12 Antworten zu “Organhandel: Leck mich fett!”

  1. Dude sagt:

    Oh, ich wusste das auch allzu lange nicht. Hatte eine Weile sogar einen ausgefüllten und signierten Organspenderausweis im Portmonnaie dabei, doch – gottlob – wurde ich dahingehend auf Allmystery.de (von einer seit neustem auch ausgeschlossenen Userin :-( ) aufgeklärt, dass dies aus vielerlei Gründen mehr als nur dumm wie Brot ist, woraufhin ich dieses stinkende Ding in meinem Geldbeutel selbstverständlich sofort verbrannt hatte.

    Eigentlich müsste man – im Falle von annähernder Handlungs- bzw. Bewegungs-Unfähigkeit statt eines Organspenderausweises, jederzeit eine Kapsel Zyankali mitführen für den Ernstfall, zumal es Probleme geben könnte, wenn man andauernd mit der geladenen security-six herumläuft (selbst wenn fünf Kammern bewusst leer gehalten würden – leider)… ;-)

    “Ich werde ab jetzt jeden Tag dreißig Gramm LSD zu mir nehmen”

    Offenbar ist hier bei Dir eine Unbewusstheit um die Wirkungsweise der psychedelischen Substanz Lysergsäurediäthylamid gegeben.

    1. konsumiert bzw. dosiert man (idR.) LSD nicht im Gramm-, ja noch nicht mal im Milligramm-Bereich, sondern in Mikrogrammgrössenordnungen!

    Sprich, 200 Mics sind schon eine ganz anständige Ladung.

    Verschiedensten Erfahrungsberichten zufolge ist die Wirkung – auf Körper, wie auch auf Geist/Emotion – ab ca. 1 Milligramm nicht mehr übertreffbar, selbst wenn man das 30’000-fache einpfeiffen würde.

    2. Ist LSD auf die körperliche Gesundheit in keinster Weise schädigend, sondern vielmehr heilsam.

    Wichtig, absolut wichtig, ja, das Wichtigste überhaupt ist aber die UNBEDINGTE Achtung von Set und Setting.

    LSD ist selbstregulierend – wer also zuviel erwischt, in unbewusstem Konsumstatus, wird zwangsläufig von der Substanz selber, künftig davon abgehalten werden, je wieder Missbrauch damit zu betreiben; ausser ihm/ihr gelüstet danach, per FFE auf unbestimmt eingewiesen, zwangsmediziert und verwahrt zu werden…

    Aber ok, 30 Gramm Gassenschugär (also im Bestfall direkt aus Fukushima importiertes, mit unzähligem Chemiemist verschnittenes, Mutantenheroin) können sicher hilfreich sein für Deine Notvorkehrungen. ;-)

  2. Lesezeichen sagt:

    Hallo Magnus,

    ich habe diesen Artikel auch gelesen und finde, dass es mit Abstand der beste Artikel gewesen ist, den ich dazu je gelesen habe.

    Interessant dazu ist diese seite, davon insbesondere dieser Film, aber auch andere Teile

    http://www.untot.info/210-0-WIE-TOT-IST-HIRNTOT.html

    Ich war nie eine wirkliche Gegnerin der Organspende, sondern eigentlich wollte ich gerne meine Organe NACH meinem Tod spenden. Aber der Hirntod ist eben nicht der Tod. Jeder Spender muss leben, sonst sind die Organe unbrauchbar.

    Ein Hirntoter ist ein unwiderruflich Sterbender in seiner letzten Lebensphase. Wir wissen nicht, was in den Menschen vor sich geht und betrachtet man sich die Forschungsergebnisse des Niederländers Pim van Lommel zum endlosen Bewusstsein, dann eröffnen sich hier ganz andere Dimensionen. Mal von meinem persönlichen Gottesverständnis ganz abgesehen.

    Nein, ich würde meine Organe unter diesen Umständen nicht spenden wollen und aber auch meinerseits keine fremden Organe haben wollen. Ebenso wenig würde ich für keinen meiner Angehörigen einen solchen Freifahrtschein ausstellen. Sehr wohl aber würde ich, sobald irgend möglich, mit einer Lebendspende einem Familienmitglied aushelfen. Das ist aber etwas anderes.

    Ich habe mich wirklich lange mit dem Thema befasst und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich hier um ein gefährliches Spiel mit Begehrlichkeiten handelt. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass man auf den Tod eines anderen Menschen wartet. Auch solche “Argumente”, dass nur derjenige “Anspruch” auf ein Spenderorgan haben sollte, der selber Spender ist, finde ich mehr als grenzwertig. Es gibt überhaupt keinen Anspruch auf ein fremdes Organ.

    Die Bundesregierung schweigt dazu aus gutem Grund. Viel zu lange hat man die Mär verbreitet, bzw verbreiten lassen, dass der Hirntod der Tod sei, dass Organspende “Leben rettet” etc. Verschwiegen hat man, dass Transplantierte lebenslang Risikopatienten bleiben, sehr oft unter post-operativen Depressionen leiden, Abstoßungsrisiken haben, ein stark erhöhtes Krebsrisiko aufgrund der Immunsuppressionen, lebenslang starke Medikamente nehmen müssen etc…

    Wenn man jetzt zurückrudert, werden die Angehörigen, denen man bezüglich der “Spende” Unterschriften abgerungen hat, Fragen stellen, unangenehme Fragen. Wie oft wurden den Angehörigen Schuldgefühle bereitet, indem man sie für das Sterben eines anderen Menschen verantwortlich gemacht hat, wenn sie sich gegen eine Spende entscheiden würden. Dabei ist nicht die mangelnde Spendebereitschaft schuld am Leiden des anderen Menschen, sondern seine Krankheit.

    Ich finde, dass dieses Thema gar nicht tief genug besprochen werden kann und nach meiner Ansicht ist es absurd, dass nun bereits 16-jährige über dieses Thema befinden sollen. Politisch wählen lässt man sie nicht, aber den Haken für die Organspende sollen sie setzen, die jungen potenzellen Motorradfahrer, die man so gern auf dem OP-Tisch hat.

    Herzlichst

    das Lesezeichen

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Diese Sache zählt.

    Danke Dir für Deinen Beitrag!

    LG

    Magnus

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    “Ich finde, dass dieses Thema gar nicht tief genug besprochen werden kann und nach meiner Ansicht ist es absurd, dass nun bereits 16-jährige über dieses Thema befinden sollen. Politisch wählen lässt man sie nicht, aber den Haken für die Organspende sollen sie setzen, die jungen potenzellen Motorradfahrer, die man so gern auf dem OP-Tisch hat.”

    Gerade nochmal gelesen und nochmal mein Dank dafür.

  5. haschmech sagt:

    “Vorgeblich Hirntote, die sich wehren.”

    Das bedeutet im Klartext: Die Einwilligung zur Organentnahme ist ein Freifahrtschein zum Morden.

    Das mögliche Auftreten des „Lazarus-Syndroms“wäre seelisch für die Ärzte zu belastend, wird im FAZ-Artikel gesagt.

    Seit wann interessieren sich diese Schlächter für die menschliche Seele? Das ist ja ganz etwas neues.

    Alles in allem sind das äußerst wichtige Informationen. Danke an Magnus Göller und die FAZ.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Hier geht es ja nicht um einen noch abgedrehteren LSD-Trip (mir durchaus bekannt, dass der ab einer gewissen Dosis nicht mehr zu steigern), sondern darum, dass von jeder überlebbaren Droge jederzeit so viel in allen Organen enthalten ist, dass sie unverkäuflich werden.

    Ich hätte wohl das Valium, dessen man mir vor 40 Jahren wahrlich nicht eben wenig reindrehen wollte, nicht heimlich im Waschbecken entsorgen sollen.

    Ich lasse jetzt aber mal die makabren Scherze.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen & Alle

    Ich zitiere aus einem Leserkommentar bei der FAZ:

    “Clara West (netzhexe1) – 23.08.2012 21:34 Uhr

    Das ist mit Abstand der beste Artikel, den ich jemals zu diesem Thema gelesen habe.

    …..

    Was zusätzlich noch zum Artikel festzuhalten ist, ist was Bestatter zu diesem Thema zu sagen haben. Sie haben nämlich festgestellt, dass die Gesichter explantierter Menschen bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind. Es sind keine Gesichter mehr, es sind schmerzverzerrte Fratzen, die man kaum noch zur Aufbahrung wieder herrichten kann. Wie ist so etwas möglich, wenn die Menschen doch angeblich so mausetot sind?”

    Ich bin nicht unbedingt das ärgste Weichei des Jahrtausends, aber diese Aussage hat mich nochmal schockiert.

    Ich weiß nicht, ob sie zutreffend ist, aber wenn ja, dann…

  8. Lesezeichen sagt:

    Hallo Magnus,

    zunächst darf ich erst einmal outen. Clara West alias Netzhexe1 bin ich selbst. Das ist mein Kommentatoren-Alias bei der FAZ. :).

    Wie ich bereits schrieb, befasse ich mich schon sehr lange mit dem Thema und zwar deshalb, weil ich eigentlich sogar mal dafür war. Aber, wenn man dann an das Thema Hirntod kommt und nur mal ein bisschen an der Informationsoberfläche kratzt, dann schlägt einem gewaltiger Gestank entgegen.

    Zunächst einmal ist o.a. Video über die Untoten wirklich sehenswert. Es gibt darin eine ca. fünfminütige Sequenz, in der diagnostizierte Hirntote vorgestellt werden. Insbesondere bei dem Zweiten sieht man ganz deutlich, wie dieser arme, nackte Mensch beim Schmerztest noch zusammenzuckt und versucht, die Gliedmaßen einzuziehen. Das ist nichts für schwache Gemüter, aber uns erzählt man dann, dass das alles bloß Reflexe sind.

    Der Vortragende ist Roberto Rotondo, der Verantwortliche der Seite www. transplantation-information.de

    Allein mit dieser Seite kann man sich stundenlang befassen, weil dort wirklich alle Sichten veröffentlicht werden, Interviews mit Pflegepersonal, Gesetzestexte etc. Roberto Rotondo war viele Jahre lang Pfleger für Schwerstverletzte und Komapatienten, weiß also einiges zu berichten. Er überlässt es aber dem Leser selbst, zu einem Urteil zu kommen.

    Der Verweis auf die Bestatter kommt auch von seiner Seite und zwar von dieser hier:

    http://www.transplantation-information.de/organspende_organspender/lebendorganspende/kommission_recht_ethik_in_der_medizin/zusaetzliche_stellungnahme_fuchs.pdf

    “…In einem Schreiben vom 10.12.2001 des Bestatters Hiob Prätorius aus Mannheim an das Bundesverfassungsgericht heißt es: „Als Bestatter erfahren wir gerade in den letzten Jahren, wie furchtbar entstellt (interne Bezeichnung ‚Fratze’) Organspende-‚Opfer’ aussehen – und
    haben allergrößte Mühe damit, diese kosmetisch für offene Aufbahrung zu versorgen. Das Leid, das diese Sterbenden haben erdulden müssen, muss derart furchtbar gewesen sein, dass es nicht in Worte zu fassen ist.“

    Richard Fuchs war unlängst in einem Interview mit Michael Vogt zu sehen, wo exakt das noch einmal wiederholt wurde.

    http://alpenparlament.tv/playlist/447-die-dunkle-seite-der-organtransplantation

    Ähnlich krass hat sich die Mitbegründerin der Initiative KAO schon vor vielen Jahren geäußert. Ihr 15-jähriger Sohn hatte einen Fahrradunfall und sie hat sich damals zu einer Organspende regelrecht erpressen lassen. Es kam wieder das Argument, dass sie durch eine Verweigerung schuld am Tod anderer Menschen habe. Als sie ihren Sohn vor der Beerdigung noch einmal sah, hat sie ihn nicht wieder erkannt, weil er so entstellt war.

    http://www.initiative-kao.de/

    Für mich heißt es eindeutig NEIN zu diesem Gruselkabinett. Ich finde, dass wir damit eine Tür geöffnet haben, die man besser geschlossen gelassen hätte.

    Herzlichst

    das Lesezeichen

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Danke für die Hinweise!

    (Dass wahrscheinlich Du “Clara West” seist, habe ich natürlich vermutet; gut, dass dies hier geklärt ist.)

    Es ist für mich vollkommen klar, dass Angehörige, denen man im Moment größten Schmerzes (vielleicht auch von Selbstvorwürfen) vorhält, sie verantworteten jetzt den Tod auch noch eines anderen, wofern sie die Organe ihres Nächstverwandten nicht zu dessen Rettung freigäben, meist nur wenig Widerstand werden bieten können.

    Das ist zweifellos einer der perfidesten Aspekte der Sache.

    Da ich mich allgemein für recht gut informiert halte, erstaunt mich nun doch erst recht nicht, dass ich von der Sache in der Weise, wie es die FAZ jetzt aufgriff, zuvor nie etwas gehört hatte.

    Dazu wird wohl schon seit vielen Jahren gewaltig geschwiegen.

    Gerade habe ich unwillkürlich meine große linke (Autotransplantations-)Narbe befühlt, vom Schamhaaransatz bis herum fast zur Niere reichend, wo man die Haut für mein Gesicht herausschnitt, ob sie denn nicht etwa doch noch etwas weiter reiche.

    Wenn man solche Geschichten mitbekommt, kann man fast nur noch sagen: Wer sich nicht mächtig verfolgt sieht (eben auch ganz “zufällig”!), der ist geistig ziemlich minderbemittelt.

    Mir geht bislang immer noch am meisten nach, dass die Psychen der Ärzte vor dem Auftreten des “Lazarus-Effektes” geschützt werden müssten.

    Schier unglaublich.

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alle

    Hier noch ein Teil eines Kommentars bei der FAZ:

    “Volker Kulessa (solelite) – 24.08.2012 16:51 Uhr

    wenn Sterbende für tot erklärt werden

    1. raubt man ihnen einen wesentlichen Teil ihres Lebens – nämlich das Sterben”

    Ein anderer Leser:

    “Ein Sterbender ist kein Toter. Organentnahme ist und bleibt Mord.”

  11. survivor1270 sagt:

    Das ist doch alles aus Frankensteins Welt. Vor 30 Jahren habe ich einen Film gesehen, wo in einer Zukunftswelt in einer Klinik Chimären zusammengebastelt wurden, ohne die Leute vorher zu fragen. Hör mich auf!
    Ich fand bisher Tätowierungen schrecklich, aber jetzt überlege ich ernsthaft, ob ich mir nicht in Deutsch, Englisch und Chinesisch “Organentnahme verboten” auf die Brust tätowieren lasse.

  12. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ survivor1270

    Das mit der Tätowierung ist eine spitzenklassemäßige Idee. Am besten lässt man die Tätowierung noch von sieben Notaren beglaubigen und alle näher Verwandten direkt auf der Brust ebenso echtheitsbestätigt persönlich eingemeißelt unterschreiben.

    Am Rücken stünde dann links wie rechts: “Diese Niere gehört mir, bis die Maden kommen!”

    Ich werde mir allerdings, da ich auf Tätowieren nun wirklich (mit aparten, dezenten Ausnahmen bei anderen; mein Körper wurde schon genug gepiekst) nicht die kleinsten aller Böckchen habe, etwas anderes einfallen lassen.

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