So nicht, liebe Palästinenser und Unterstützer!

Eben las ich auf einer Moslemseite zu einer Demonstration wider die Vertreibung und Unterdrückung von Palästinensern durch Juden in Berlin folgende bildbegleitende Motti:

“Der rassistische Zionismus wird eines Tages nur noch ein dunkles Kapitel der Westlichen Welt in den Geschichtsbüchern sein”

“Man versucht die Mutigen mundtot zu machen, aber der Mut zur Nächstenliebe ist stärker als der rassistische Hass”

“Gegen Antisemitismus und Zionismus!”

Wären die Zusammenhänge nicht so traurig und ernst, so wären diese Sprüche, etwas genauer betrachtet, geradezu zum Lachen.

Denn hier geht begrifflich alles in schauerlichster Weise durcheinander.

Zur Erklärung muss ich zunächst ein wenig ausholen.

Erst kürzlich wurde mir wieder eindringlich erklärt (die Sprachregelung gibt es allerdings seit einigen Jahren), dass es gar keine Rassen gäbe, sondern lediglich Ethnien. Worüber sich natürlich streiten ließe, aber das ist hier nicht mein Behuf.

Weitestgehende Einigkeit besteht darin, dass es Rassisten gebe, wenn auch vielleicht gar keine Rassen.

Wie nun aber, wenn Juden zumindest weitaus mehrheitlich Semiten sind (was von manchen ob einer möglichen khazarischen, also turkvölkischen, hiemit nichtsemitischen Abkunft vieler, wenn nicht gar der meisten aschkenasischen Juden in Zweifel gezogen wird), so dass der Begriff “Antisemitismus” als Chiffre für Judenfeindlichkeit wenigstens insoweit richtig wäre, nur in dem Sinne hinkte, als dass Araber generell auch Semiten sind, hierin aber regelhaft nicht eingeschlossen (“Antisemitismus” könnte ja richtigerweise gar eigentlich auch jüdischer oder sonstiger Araberhass sein), könnten denn semitische Juden, die semitische Araber unterdrücken, richtigerweise als “Rassisten” bezeichnet werden?

“Rassisten” gegen Vertreter ihrer eigenen Rasse?

(Das mag es unter Deutschen geben, die “Bomber Harris, do it again!” brüllen; bei Juden ist dies wohl eher nicht verbreitet.)

Wieso machen nun Araber, die gegen das Unrecht in Israel protestieren (auch ihre deutschen Unterstützer), einen derartig idiotischen Fehler?

Ganz einfach: Das Wort “rassistisch” ist, auch wenn es hier, wie gezeigt, mit Verlaub, saudumm verkehrt eingesetzt, wie der Werbefachmann das nennt, aufmerksamkeitsstark und eines der am härtesten anklagenden Adjektive, die geläufig.

Also: Den dicksten Knüppel aus dem Sack, und draufgehauen.

Man mag sich darüber im Moslem-/Araberlager nicht im klaren sein, recht wahrscheinlich, was für ein Unfug das ist, man mag auch denken, dass diese Art Begriffsverwirrung eh nur vom Göller bemerkt wird, vielleicht noch ein paar Juden, die aber lieber, ob der Antisemitismussache, nichts dazu sagen, der Schwindel also praktisch risikolos sei und, im Sinne der Sache, ohnehin gerechtfertigt.

Ob hier also Unwissenheit bzw. Dummheit zugrunde liegt (was, wie gesagt, eher anzunehmen), oder einfach Chuzpe, lässt sich nicht abschließend beurteilen.

Manchmal mischt sich ja auch die Dummheit mit der Dummfrechheit.

Wir sehen daran jedenfalls, wie Totschlagwörter über Denken und Diktion Macht gewinnen können, ohne dass das noch von vielen bemerkt würde.

Und jene Wenigen, die solches noch bemerken, werden wohl eher nichts davon und dazu sagen, aus Angst, selber in die Totschlagwortfalle zu geraten, rechnet man.

Ich aber, liebe Semiten, Araber, Moslems, die Ihr auf Eurer Seite ja auch sagt: “Wer Patriot ist, steht gegen Unrecht auf!” – und: “DEUTSCHE PATRIOTEN WOLLEN KEINE KRIEGE!”, womit ich als Deutscher angesprochen bin, welchem ich auch ganz grundsätzlich zustimme, werde Euren Rassenquark so bestimmt nicht unterstützen.

Falsch ist falsch, und wird durch eine womöglich oder tatsächlich hehre Absicht trotzdem nicht richtig.

Und wenn es um Begriffe von einer derartigen Tragweite geht, mache ich schon dreimal nicht mit, bloß, weil Millionen sich daran gewöhnt haben, auf Schlagworte wie der berühmte Pawlowsche Hund zu reagieren.

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Eine Antwort zu “So nicht, liebe Palästinenser und Unterstützer!”

  1. [...] Stelle erneut auf einen Beitrag von  Magnus Göller, den er mit Fug und Recht mit der Aussage „So nicht, liebe Palästinenser und Unterstützer!“ eröffnet [...]

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