Dem Nachwuchse XX

Anlässlich der im Vorartikel “Feminasmus: Kegelstumpfichter Gendersumpf” beschriebenen Geschichte ergibt sich, nochmals angeregt durch das Nachgespräch mit zwei lebenserfahrenen gesetzten Herren, eine weitere Fragestellung bzw. Lehre.

Denn einer der beiden, der ungeachtet seines sonst sehr sonnigen Gemütes seinerseits noch mit der intransigenten Lady aneinandergeraten, dabei wider seine glaubwürdig beteuerte Gewohnheit nicht an deutlichen Worten zu sparen sich veranlasst sah, erklärte, er kenne jede Menge (zumal arrivierte) Leute, die sich mit Figuren wie jener Genderistin nach Nullkommabeinahenix gar nicht mehr auch nur noch zwei Sätze lang weiterunterhielten.

Ich entgegnete, dass ich das wohl verstehen, kaum verurteilen könne, dass ich aber, immer wieder, wenn auch nicht stets, einen anderen Weg wähle, indem ich, bis zu einem gewissen Punkte, gerade erst recht mit Leuten spräche, deren Wirrnis so oder ähnlich auffällig. Denn: Wie sonst sollten sie denn je zur Räson gebracht werden?

Müsse nicht etwa immer wieder – wenn schon nicht jeder – doch einer sich versuchend die Hand reichen, seine verbale Hand, und sei es in deutlichem Verweise, zum Gespräche ausgestreckt halten?

Er stimmte mir schließlich, unter gewissen Einschränkungen, eingestehend, dass er ja ebendas soeben getan habe, lachend zu.

Wer sollte denn so einer armen Verwirrten, und sei es in dürren, harten Worten, einen vielleicht mittel- bis langfristig wirksamen Kontrapart bieten, denn einer, der von einer gewissen, zunächst wahrscheinlich einretenden Anemotionalisiertheit ob dummfrecher Rede betroffen, jedoch schnell erkennend, welche Armut, welches geistig’ Almosen heischende Wesen ihm da entgegen?

Es ist – und der gekippelte Genderkegelstumpf ist da nur ein Beispiel – unsere Aufgabe, gerade erst recht Widerrede zu üben. Maßvoll, nicht bis zur Besinnungslosigkeit, nicht jede ehrabschneiderisch angesetzte Invektive klaglos über sich ergehen lassend, nur, auf dass der Gesprächsfaden nicht abreiße, aber doch deutlich über jenes schlichte, auch bequeme, selbstgefällige, letztlich gesellschaftlich unverantwortliche Sichabwenden hinaus?

Gewinnen wir, gewinnt irgendwer, außer bestimmten wenigen Leuten, die vollkommen vorsätzlich verrucht, irgendwas, wenn wir an solchen Stellen nicht erst recht ansetzen? Unseren Drang zu heiterem Vergnügen zeitweis hintanstellen, verhängnisvollen Unfug nicht einfach groben Unfug sein lassen, sondern ihm direkt entegegentreten?

Die im Beispiele beschriebene Frau war allerhöchstwahrscheinlich nicht grundböse (wofern es so etwas gibt), ihr Hass war viel mehr gefangener Selbsthass, denn einer auf andere, kurzum: Wer sollte ihr denn helfen?

Ja, die bräsigen Drübersteher täten das nicht. Eine halbe Lippe Verachtung, und das war’s.

So kommen wir aber meines Erachtens nicht weiter.

Wollen wir etwa erwarten, dass ein derart irregeleiteter Mensch, noch mit allem Entwicklungspotential ausgestattet, je richtige Zeige aus den Schlammsiedekesseln der allfälligen Schwurzpropaganda erhalten werde?

Versucht man dem Gestrauchelten, zeitgeistgemäß, denn etwa nicht mehr aufzuhelfen?

Hier liegt ein ganz Wesentliches unserer Verantwortung.

Jedes Gespräch zählt.

(Es mag schon darausher zählen, dass wir noch genauer erkennen, welche Mechanismen wie wirken, und, zumal, kurzfristiges Ergebnis egal, eben nicht selbstherrlich verbrämt, sich recht eigentlich wegduckend: dass wir nicht nachgeben.)

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