Dresdener Philosophie-Festival „Denkfiguren“: Nachlese

Der Wettergott spielte bis zur Schlussdiskussion unter meiner Beteiligung wunderbar mit, da er noch einen warnenden Gruß in Form eines heftigen Regengusses sandte: das Konzept ging entlang des Glückes der Tüchtigen auf.

So musste selbst der Brigadegeneral, der sich für militärische Werteverteidigung in die Höhle des Neustädter linken Löwen, die Scheune, gewagt hatte – er ward auch nicht mit Eiern beworfen – nicht einmal ein spöttisches Transparent der Szenejünger ertragen.

Das Spektrum der Veranstaltungen war beachtlich. Noch besser: Ich sah keinen einzigen Kravattenträger. Es ging insgesamt fröhlich zu, aber im Sinne der Sachen auch durchaus ernst; nur eben nicht bis zum Strick um den Hals.

Von Gender über General bis Göller: im Sinne der Vielfalt der erlebbaren Perspektiven wie der unprätentiösen, liebevollen Organisation ein wegweisender Erstling.

Liebe Hamburger, liebe Münchener, und wer sich sonst noch so in deutschen Landen für ganz vorne hält, zumal wichtig: Dass Ihr das so hinbekommt, wie es in der Dresdener Neustadt mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln möglich gemacht wurde, wage ich denn doch zu bezweifeln; wahrscheinlich stünde Euch Euer Dünkel zu sehr im Wege. Ihr solltet es trotzdem versuchen. Oder wollt Ihr Euch von den quirligen Mitteldüüdschen einfach abhängen lassen, indem deren Pfennig mehr wert als Eure Mark?

Meine eigenen Auftritte zu beurteilen, steht mir nicht zu; allerdings, damit sich mal wieder einer freut, weiß ich zu berichten, dass mir bei meinem ersten Vortrag zur Stoa ein recht peinlicher Moment widerfuhr, gegründet auf einen handwerklichen Fehler (zu kleine Kopie zum gleichzeitigen Vomblattübersetzen bei Publikumsansprache und Zwischenfrage), der meine Gelassenheit kurzfristig doch für einen guten Moment aus der Reihe brachte.

Ich weiß nicht, ob ich darob etwas rotgesichtig wurde, aber wundern täte es mich nicht.

Wir brauchen mehr solcher Veranstaltungen im Lande.

Ich freue mich jedenfalls schon auf das angekündigte zweite Philosophie-Festival in der Dresdener Neustädter Scheune.

Zu den Themen Stoa und Heldentum in der Nachpostmoderne werde ich mich im Sinne gewonnener Erkenntnisse noch gesondert einlassen.

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