Volk sonder Witz

Dieser Artikel wurde über dem Beginne eines Gegenkommentars Richtung Leser Dude zum Vorgänger “Weg mit X und W!” zu einem eigenen Beitrag.

@ Dude

Wir sollten selbstverständlich nicht grunzen noch bellen. Denn darüber würden wir nicht nur zu Ungläubigen, sondern auch noch zu unreinen Tieren.

Die Zeiten, lieber Dude, als der Europidäer sich noch zwanglos unterhalten und allerlei Späße treiben durfte, sind schlicht vorbei.

Es gibt Leute, die unserem Witze sehr aktiv Grenzen zu setzen vermocht haben. Ganz partikuläre Grenzen. Es herrscht keinerlei Beleidigtseinsgleichberechtigung. Einige sind vorzüglicher beleidigt als andere.

Dieser Prozess, egal, ob es sich um den Islam, “Europa” oder den Genderismus handelt, dringt derzeit immer weiter vor, durch alle Ritzen.

Wir sollen witzlos gemacht werden.

Das ist, im Gesamten gesehen, der Zweck der Übung.

Alle diese Phänomene hängen zweifellos zusammen. Denn sie folgen einem klaren Muster: Macht die Leute witzlos!

Nehmt ihnen mit dem Lachen gleich noch das Wort!

Die Leute sollen das sagen und denken, was sie zu glauben haben!

Immer mehr Wörter, einst unschuldige Wörter, immer mehr Redewendungen und Sprichwörter, stehen auf dem weit umfässlicheren inoffiziellen Index, werden aus unseren Sprachen im Sinne einer Gedächtnistilgung herauszensiert.

Nicht etwa, was ja auch gefördert, von einem engleutschen Mistsinne überwallt, sondern gezielt ausgemerzt.

Kürzlich durfte ich mich dahingehend belehren lassen, dass man “Heil dem/der/den…” heutzutage nicht mehr sage, besser, sagen solle, denn das rieche, zumindest allzuvielen, nach einer Art Nazidiktion, ich wisse ja, was das bedeute, eine solche Formulierung sei jedenfalls nicht mehr glücklich.

Da hulf’s nix, als ich entgegnete, dass es doch überall an Geistheilern und Heilpraktikern und allgemein in Leibes- wie Seelenheilsberufen vor lauter dahingehend sich als kompetent erachtender und gut entlohnter Profis nun wahrlich nicht mangele, wenn es nicht gar schon davon wimmele, so dass das Wünschen von Heil (bei der fetten Wunschbewegung heute, das fiel mir da grade aber nicht noch ein) doch nicht plötzlich anstößig sein könne.

Nein, nein, so herum habe das Heil halt inzwischen ein gewisses Gschmäckle, und das ändere ich auch nicht!

Na, das werden wir dann mal sehen.

Ich führe nämlich auch eine Liste.

Und was Volkes Wort und Witz anlangt, kann ich sehr ausdauernd sein.

— Anzeigen —


10 Antworten zu “Volk sonder Witz”

  1. Dude sagt:

    Wir sollten ihnen ihre Verbote und Vorschriften, ihre Beschränkungen und ihre Gleichschaltung, ihre Gängelei und ihren Terror, schallend lachend, erst recht um die Ohren knallen, dass es in ihren Hirnwindungen knackt!

    Sollen sich dies verblödeten Vollarschlöcher doch alle kreuzweise ficken, dass es ihnen den Mist noch aus dem letzten Loch jagt.

    Oder war das jetzt zu vulgär? *lol* :-D

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Das war keineswegs zu vulgär.

    Gleichwohl gilt es auf einer bestimmten Ebene – eben auch hier – zu zeigen, dass wir wissen, was wir uns nicht nehmen lassen wollen; unser Wortgut nämlich.

    Sosehr das Beharrungsvermögen im Alltage wichtig: Wir müssen die fähigeren Semantiker wie die Stilsichereren sein.

    Nur wenn wir die überlegene Sprache pflegen, werden wir in der jetzigen Lage unsere Chancen wahren.

    Das heißt auch, dass wir, obzwar in der Bewahrung wertvoller Sprachschichten durchaus konservativ, sowohl mit den NWO-Modewörtern, den Hirnschlingen, viel behender und leichter jonglieren zu wissen zeigen, sonders auch im Sinne der eigenen, originären sprachlichen Kreativtität die Nase vorn haben.

    Ich weiß sehr wohl, dass sich viele Leute sagen werden, es sei doch lächerlich, wie der da sich auf die Macht der Sprache kapriziert; es seien doch Geld und Wirtschaft und Ressourcen und Ingenieurswissenschaften, die die Welt bestimmten, nicht etwa ein paar richtige Sätze.

    Ich sehe das aber bekanntlich ganz anders.

    Ist nicht überall die Rede davon, sieht man es nicht an all dem Neoreligionsdöns, dass die Menschen wieder Halt jenseits des Materiellen, Technischen, rein Funktionablen suchten?

    Na denn: Genau den können sie sich durch den Witz, vom derbsten bis zum subtilsten, selbst geben, letzteren ausbauend ersteren festigen.

    Noch habe ich nicht vor, die Witzreligion zu verkünden. Wenn es aber so weitergeht, mag das noch kommen. Dann kann ich nämlich obererzbeleidigt sein, wenn einer meine Propheten, die Witze, meinen Allgott, den Witz selbst, irgendwie verspottet.

    Dann schleppe ich so einen unbotmäßigen, die öffentliche Ordnung störenden Hetzsimpel eben auch einfach vor den Kadi.

    Es fehlt wahrlich nicht mehr viel dahin, bis dass ich aus weltgeistespolitischen Gründen, nicht leichten Herzens, eine gewisse zeitlang zum Religionsgründer und – stifter werden muss, um dem derzeitigen Betrieb den nötigen magischen Spiegel vorzuhalten.

  3. Dude sagt:

    “Das heißt auch, dass wir, obzwar in der Bewahrung wertvoller Sprachschichten durchaus konservativ, sowohl mit den NWO-Modewörtern, den Hirnschlingen, viel behender und leichter jonglieren zu wissen zeigen, sonders auch im Sinne der eigenen, originären sprachlichen Kreativtität die Nase vorn haben.”

    Die Problematik liegt aber eben dergestalt begraben, alsdass die Neusprechgeschädigten oft gar nicht mehr dazu im Stande sind, solche Sätze, wie den oben zitierten, in ihrer ganzen Tiefe und Vielschichtigkeit aufzunehmen, wenn selbst gestanden Freunde der wohl gewählten und ausdrucksstarken Sprache ebensolche laut lesen müssen, um dessen Idee auch wirklich in Gänze aufzunehmen.

    Wie willst Du sowas von gleichgeschalteten und des eigenen freien Denkens enthobenen Systemsklaven überhaupt erwarten?

    Selbstverständlich ist die wohlgewählte, individuelle Sprache – in deutlichst dargelegter Manier – ein Schwert solch (scheinbar) unbeschreiblicher ;-) Schärfe, dass ganze Berge von fragwürdigen Denkschematas – schnipschnap – zerhackstückelt und zerbrösmelt, doch es muss dennoch natürlich auch variiert werden, entsprechend der Aufnahmefähigkeit des angesprochenen Kreises, um ebendiesen ins Grosse zu erweitern.

    Denn ohne das grosse Ganze ist letztlich auch das Beste nicht annähernd das Wert, was es eben Wert ist!

    Genau darum ist ja auch der gut formulierte Witz noch die grössere Waffe, wie ein Hagen Rether, ein Volker Pispers, ein Willy Astor, ein Renato Kaiser, ein Julian Heun und andere immerwieder aufs Neue beweisen.

    Ihr Deutschen solltet niemals vergessen, bzw. es niemals zulassen, dass es euch vergessen gemacht wird, dass ihr zu den grandiosesten Komikern der ganzen Welt zählt.

    Natürlich nach den Schweizern…

    http://www.youtube.com/watch?v=UDM5wRwQ7Uk

    :-D

    Als Ps. noch ein witziger Knaller sondergleichen der etwas zu lang ist, daher mit passender Suchanleitung…

    –> https://startpage.com –> “doktorautomat” enter.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Völlig richtig. Die Ebenen sind sehr wohl zu beachten. Jede muss erreicht werden.

    Hier leiste ich mir nicht selten den Luxus, sollte das denn einer sein, so zu schreiben, dass es nicht jedem unwilligen hirnverbogenen TV-gläubigen Hunz sofort ins verstandene Sein springt, und das mache ich nicht, was sich ja auch findet, weil mir anderes nicht gefiele, sondern um einerseits zu inspirieren und andererseits auch ein bisschen aufzuräumen.

    Insonderheit damit aufzuräumen, dass alle, die so manchen Schmonzes nicht glauben noch dulden mögen, “Crackpots”, Spinner seien, mit mehr als nur einem Sprung in der Schüssel, halbgebildet, weltabgewandt, nicht ernstlich debattenfähig, “Dropouts”, Herausgefallene, Ausgeflippte, die mit zwei Federstrichen an die Wand zu fegen wären.

    Ich habe übrigens schonmal ein Volksstück geschrieben (klassischer Fünfakter), eine bayerische Komödie, sie heißt “Winter in Sankt Anton”. Habe ich nie veröffentlicht, eine Passage, das weiß ich, gehört entschärft, aber ansonsten gilt da alles, muss das Ding mal wohl mal entstauben (ist von 88-89).

    Da werden die Leute ganz einfach ganz idiotisch in den österreichischen Bergen eingeschneit, naja, und dann menschelt es zwischen allen Menschele, sprich, verkrachten Existenzen, schließlich so mächtig, dass am Schlusse aus sechs (ich denke von elfen) Protagonisten wundersamerwerweis drei glückliche Paare sich herausfinden, und des Gejuchzes mangelt’s nicht.

    Der Gigolo findt die Vernachlässigte, der Schieb die Schob, das Mauerblümchen den August (verdammt, ich weiß schon gar nicht mehr genau, wie das Stück geht, vor allem ausgeht), oder so ähnlich.

    Ja, das waren noch Zeiten. Vielleicht sollte ich mal wieder ein Lustspiel schreiben.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Leute auf der Bühne sind wichtig.

    Wenn es anliegt, werde ich auch noch Kabarettist.

    Als Lehrer habe ich 15 Jahre Berufserfahrung.

    Ich kann meine Texte selber verfassen, und davon, wie man sich zum Affen macht bzw. grandios nicht durchblickt, was die anderen gerade wieder einmal mit einem vorhaben, verstehe ich qua Lebenserfahrung nicht wenig.

    Ich hatte auch eigentlich nicht vor, Kasper zu werden. Aber was hatte ich alles vor, bestimmt nicht zu werden! Oh je! Wie oft hat das schon nicht geklappt!

    Wollte ich jetzt ein wenig glaubwürdig lügen, so behauptete ich einfach, dass ich völlig unfreiwillig zum Satiriker geworden wäre, einfach nur mancher mich betroffen habender ziemlich schäbiger Umstände des zynischen Selbstschutzes halber.

    So schlecht aber lügen wir hier nicht.

    Die gute Satire zapft direkt am Urquell.

    Am Borne der Lust.

    Denn ihre Bosheit ist die lachende.

    Andererseits, in Aphorismen ist es nicht selten, dass man ein bisschen lügt, genauer, schwindelt.

    Das ist da manchmal das eigentlich’ Salz in der Suppe.

    Was mich aber, um dieses halbsprachwissenschaftliche philosophische Seminar was diesen Text anlangt zu schließen, seit langer Zeit am meisten beschäftigt, ist die Prosodie.

    Dazu gehört – oh je! – auch mal etwas Eigenes gemacht. Aber das mache ich erst, wenn ich wenigstens ein halbes Jahr Arbeitsurlaub spendiert bekomme.

    Ach, und, ja! – : Der Gesamtgedanke holographisch in einem Satze abgebildet!

    Es gelingt manchmal!

    Hier fliegen wir gerne!

    Darstellung von Sachverhalten und Szenen in klaren Strichen; ein Stil, der da, wo es klar sein soll, auch klar setzt; und als Dreingabe hat er doch jede gefühlige Schicht im Gepäck.

    Seit Nietzsche ist fast nichts mehr gelaufen.

    Das sind, wenn man von seinen letzten Äußerungen herrechnet, gut über 120 Jahre!

    Das mag allen egal sein.

    Mir aber nicht.

  6. Dude sagt:

    Deine Inspirationsarbeit wird durchaus gewürdigt, glaub mir. Schade aber ist es irgendwie, dass Deine eben manchmal zu ungewöhnlich formulierte Befruchtung, nur auf Erden auch austreibt, die auch bereits voller Nährstoffe und Wasser angereichert ist, was automatisch weite kreise des heutigen Gemüses schon vorab ausschliesst.

    Um auch mal wieder in Gleichnisform zu sprechen… ;-)

    “Ja, das waren noch Zeiten. Vielleicht sollte ich mal wieder ein Lustspiel schreiben.”

    Vielleicht solltest Du uns allen vorab erstmal Dein altes Pfundsstück darbieten, zumal sich nach 13 1/2 Jahren wohl auch, oder erst recht jetzt, kein Verleger mehr finden lässt. Denn ich lese hin und wieder ältere Texte von mir selber, und stelle des öfteren gespannt fest, dass ich – da mein Hirn ein ziemlich zerfressenes und grobmaschiges Sieb geworden ist ^^ – aus ihnen sogar Selbst noch eine Lehre ziehe…

    “Wenn es anliegt, werde ich auch noch Kabarettist.

    Als Lehrer habe ich 15 Jahre Berufserfahrung.”

    Hehe, das kenn ich irgendwie, auch wenn’s noch keine 15 Jahre sind, und auch wenn ich von den allermeisten offiziell nicht als Lehrer gehandelt werden würde… ;-)

    Man darf nie vergessen, niemals!, dabei zu lachen, während man von allerlei Seiten “gebasht” wird, oder von Scheissestürmen übersät wird…

    …denn sie wissen nicht was sie tun…

    Danke Dir Magnus, und lieben Gruss vom Dude

    Ps. Zum Satiriker wird man, sobald man sich der tatsächlichen Hintergründe und Zusammenhänge der alltäglich ablaufenden Realsatiren auf den Bühnen der “Weltgeschichte”, ersteinmal wieder wirklich bewusst IST, bzw. sich wiederbewusst wird, quasi automatisch, zumindest dann, wenn man nicht ob dem täglich gelebten und gepredigten Irrsinn zugrunde gehen will.
    Pps. Hin und wieder muss man auch masslos übertreiben, um wirklich klar zu machen, was Sache ist.

  7. Dude sagt:

    Achja, hier fehlt übrigens die Vorschaufunktion, sonst würd ich die dummen Tippfehler jeweils sehen und ausmerzen können. *lol* ;-)

  8. haschmech sagt:

    “Nehmt ihnen mit dem Lachen gleich noch das Wort!”

    http://haschmech.wordpress.com/2012/07/28/im-anfang-war-das-wort/

    Ich habe die Feststellung gemacht, dass es vielfach auch religiös orientierenten Menschen an Witz fehlt. Kommt man ihnen mit Humor, dann wird dieser alsbald abgemurkst. Dabei heißt es doch: Du sollst nicht töten!

    “was wir uns nicht nehmen lassen wollen; unser Wortgut nämlich”

    Wir haben uns schon viel zu viel nehmen lassen. Nun wollen sie den Rest eben auch noch. Wen wunderts?

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Es sind 23 1/2 Jahre.

    Mag sein es ist jetzt wieder oder erst jetzt modern.

    Wenn ich aus dem wilden Osten zurück bin, schaue ich es mir, da es jetzt fast halb so alt ist, wie ich, wohl nochmal an.

Eine Antwort hinterlassen