Gott, Es, Gaia: Wer will falsch’ Zeugnis?

Wie es scheint, häufen sich Themen, die grob als esoterische zu umreißen sind, im sogenannten Sommerloch: und es wirkt – oh Entsetzen! – , wie als ob ich mich in diesen Trend einreihte.

Jede Menge Religiöses (für mich fällt das darunter), Crowley, Todesartenweissager, Rückführungsspezialisten, Gottesworte, ach, auch um das Überleben im Quantenkolosseum kämpfende Elementarteilchen, der Katechismus der theoretischen Physiker, Geheimgesellschaften, selbstverständlich die Jesus-Frage, archaisch-magische Initiationsriten: allerlei nicht eigentlich klassisch Wissenschaftliches kam hier jüngst dazu.

Bis zu einem gewissen Grade finde ich das lustig, und manchmal, das nicht zuzugeben wäre töricht, fordere ich derlei ja im Sinne einer weiterführenden Debatte auch frech heraus.

Ärgerlich wird es aber, wenn weder ein geistiger oder theoretischer Fortschritt erzielt wird, noch gar einer, der konkret auf das Jetzt passte.

Sich also alles nur im Kreise dreht, allzuwenig Weiterführendes erkennbar.

Dies passiert dann sehr leicht, wenn jeweilige Diskutanten sich nicht auf eine gemeinsame von der allgemein (oder auch mal erklärtermaßen anderen, aber dann genau!) durch die üblich benutzte Form der Sprachverwendung bestimmte Lexikalität verständigen wollen, dies nicht tun, da sie Begriffe wie “Gott”, gar “Gerechtigkeit” und “Freiheit”, außerhalb des normalen Verständnisses in ihren vorgeprägten geistigen Sonderraum ziehen wollen, oft genug zwanghaft, oft im Zeichen der Angst, ihre Sicherheit einzubüßen, nicht selten dessen durchglüht, dass ihr Meister oder Prophet oder Gott oder Priester das schon richtig gesagt und verstanden habe. Oder, dass da und da nunmal das und das stehe, was per se reiche.

Um es mal an dem einen Beispiele zu verdeutlichen: Wenn man einem durchschnittlichen Deutschen erzählt, seine Freiheit bestünde darin, dass er sich Gott jederzeit unterwerfen dürfe, angenommen werde, selbst wenn er bisher ein Ungläubiger und ein Sünder war, so wird der wohl entgegnen, dass ihm derlei Unterwerfung als gnädig gewährte Freiheit schon von seinem Chef genug zuteil.

Oder aber, er glaube wohl an Gott, aber sein einer verlange sowas glücklicherweise nicht.

“Du gehst freiwillig unters Joch, sonst bist du verflucht!”

Na, das ist das, was hier nicht fußen kann.

“haschmech” meinte vorhin in einem Kommentar auf einen (vorgeblich?) moslemischen Knabenbeschneidungsbefürworter, der mir wiederholt ein Hasser zu sein vorgeworfen hatte, dass der Koran ein Buch sei, das jeder Idiot hätte schreiben können.

Da hat er ein bisschen übertrieben, denn so viele kraftraubende Wiederholungen hält nichtmal der durchschnittliche Idiot aus: besser, so endlos weiß er sie wengistens nicht selbst immer wieder an entsprechende Stellen unermüdlich hinzusetzen.

Die grundsätzliche Analyse von “haschmech” allerdings ist statthaft.

Bei allem, was man Leuten dreimal sagen sollte: Wenn man alles, zumal den eigenen Lobpreis, noch um ein Mehrfaches an vielen Malen, andauernd, zu fordern meinen muss, dann Wesentliches zwischendrin auch nur einmal versteckt, mit Verlockungen protzen, mit Entrottungsstrafen drohen, schier endlos, ohne eine wirklich positive Botschaft mitzubringen, denn dass der im-Zweifel-Allesvertilger ja so ungemein barmherzig sei, was er zwischen seinen Mordforderungen, neben den Verlockungen, permanent wiederholt: Ja, das mag vielleicht einen Goethe beeindruckt haben. (Obzwar ich da skeptisch bin. Wenn er auch gerne und viel log.)

Seine Schwülstigkeit unterscheidet sich jedoch tatsächlich strukturell nicht grundsätzlich von jener Allahs. Und seine Art der Lügerei ebenso. Immerhin propagiert er im Wilhelm Meister eine pseudospirituelle, maurerpfäffische Manipulations- und Überwachungs-Geheimdiktatur.

Ich will ja fast nichts gesagt haben.

Bloß eine Extemporale zur heutigen Schulzeugnisausgabe im Ländle.

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12 Antworten zu “Gott, Es, Gaia: Wer will falsch’ Zeugnis?”

  1. TanjaKrienen sagt:

    Aber: es liegt im Trend! Die Verwirrung, Irrung, Wirrung steigt mit der Unsicherheit.

    Sensation! Die Inflationsheiligen sind wieder da! Ihr erster Guru: Sahra Wagenknecht! http://de.wikipedia.org/wiki/Inflationsheiliger

  2. TanjaKrienen sagt:

    Eine Leninistin durch und durch. Wer darauf hereinfallen will, fällt halt…

  3. Dude sagt:

    Ich tauschte noch nicht mal eine Sahra gegen eine Tanja, zumal ich da einen Wertverlust sondergleichen erleiden würde…

    Oh, war das jetzt zu böse? Scheiss drauf und geniess den Sommer. :-)

  4. Dude sagt:

    Gegen hundert Tanja’s meinte ich natürlich… oder tausend.. egal… bin eh in den Sommerferien, also eigentlich gar nicht hier, daher können diese Kommentare auch gern geflissentlich ignoriert werden… ;-)

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Mittelleichte Rüge.

    Ansonsten inhaltslos eine doch wohl nun zuzuorndende Tanja dergestalt herabgesetzt zu sehen, so mit “summer easy going”, findet mein Wohlwollen nicht.

    Hättest Du wenigstens einen guten Witz dazu gemacht. Tanja ist, so wie ich sie kenne, da ziemlich robust.

    Sag ihr, was Dir an der Sahra so gefällt und an ihr hinwiederum bzw. vergleichsweis nicht passt, dass die Fetzen fliegen; bitteschön; dafür ist dies Forum da; plumpe Herabsetzung aber sollte Dein Niveau nicht sein.

  6. Dude sagt:

    Mich widerte v.a. an, dass sie eine der letzten übrig gebliebenen ernstzunehmenden Personen in eurem Bundestag mit einem Dreckssack wie Lenin zu betiteln wagte.
    Zum kotzen…

    Aber egal, ich weiss schon länger, dass Die Madame und der Dude wohl nie Freunde werden… ;-)

    Mehr erklärung gibt’s nicht.

  7. TanjaKrienen sagt:

    Er kann nicht anders und hat kein Argument, zumal er nicht weiß, was der Leninismus so transportiert. So sind, die Zustände 2012.

  8. haschmech sagt:

    “So sind, die Zustände 2012.”

    Nicht mehr lange, denn bald ist Weltuntergang. Hört, hört!
    Es muss einen Grund haben, dass die Welt rund ist. Vielleicht schibbelt sie mal jemand den Gang runter.
    Die Schwerkraft gibts sicher auch net ohne Grund. Was auf der Oberfläche haftet, ist nach dem Schibbeln platter denn vorher. Leninismus, Marxismus, Faschismus, Fetischismus, alles gehört platt gemacht. Die Frage ist nur, wer beherrscht die hohe Kunst des Schibbelns von Planeten? Der Mensch kam bisher nie weiter als bis zum Zerschnibbeln, aber das gelingt ihm auch gegenseitig.

  9. haschmech sagt:

    “selbstverständlich die Jesus-Frage”

    „Der liebende Jesus jagt Dämonen in unschuldige Schweine“, Julius Schnorr von Carolsfeld, 1860
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Legion_%28D%C3%A4mon%29

    Um einen bzw. zwei Menschen nur alleine von ihrer Besessenheit zu retten, dafür mussten 2000 Schweine ihr Leben lassen. Warum bloß, muss ich jetzt an die Schweinegrippe denken?
    Wie viele Schweine müssten nun ihr Leben lassen, damit die ganze Menschheit von ihrer Besessenheit befreit werden könnte?
    Wo fängt überhaupt die Besessenheit an und wo hört sie auf? Der Bundestag möge bitte dazu ein neues Gesetz erlassen. Schweine beschneiden, wo gibts denn so was? Und wenn sich die Dämonen gar nicht alle zu erkennen geben, was dann? Dein Nächster könnte ein richtiges Schwein sein und du Merkst es gar nicht. Mit Absicht ohne “l”.
    Denn wenn alle Legion heißen, wie will man sie orten können? Da nützt auch RFID nichts. Vor allem, weil ja Jesus nicht da ist, um sie in die nötige Unruhe zu versetzen. Grunz, grunz!

  10. haschmech sagt:

    “Wer will falsch’ Zeugnis?”

    All jene, die der vom Staat dominierten Presse ihre ganze Aufmerksamkeit schenken.
    All jene, die den Bundestag mal machen lassen.
    All jene, die von mindestens einem Dämon besessen sind.
    All jene, die nur so tun, als ob sie kein Schwein wären.
    All jene, die sich allen möglichen und unmöglichen Schweinekram im Fernsehen oder anderswie und -wo anschauen.
    All jene, die noch heute die Deutsche Demokratische Republik demokratisch nennen.
    All jene, die Demokratie rufen und Diktatur meinen.
    All jene, die wählen gehen und gar nicht sehen, dass sie gar keine Wahl haben.
    All jene, die die Zukunft des Menschen in der Eroberung des Universums sehen, sonst aber nur Bahnhof verstehen.
    All jene, die sich für einen Mann halten, aber eine Frau sind und umgekehrt, weil sie schon umgedreht worden sind.
    All jene, die einen seltsamen Bund mit Gott eingegangen sind, bei dem das Zerschnippeln einer Hautfalte eine blutige Rolle spielt.
    All jene, die sich gegen mein Werk aussprechen, weil es sie nicht anspricht. (Was kann ich dafür?)
    All jene, die sagen: Dir glaube ich gar nichts mehr!
    All jene, die auf den Besuch von Außerirdischen warten.
    All jene, die sagen: Außerirdische waren schon mal hier, sind aber längst wieder fort.
    All jene Eltern von Schülern, die sich nur Einser auf dem Zeugnis gewünscht haben.
    All jene, die an die Klimaerwärmung glauben.
    All jene, die auf den nächsten terroristischen Anschlag warten.
    All jene, die glauben, dass Japan radioaktiv unverseucht wäre.
    All jene, die meinen, dass diese Liste jemals ihr Ende finden könnte.
    All jene, die…

  11. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Noch wegen Deines Antitechtelmechtels bezüglich Tanjas.

    Ich unterhielt mich gestern mit einem meiner aufmerksamsten Leser darüber, und der meinte, dass es – ja, da sind wir wieder! – allenfalls unter Klarnamen statthaft gewesen wäre, derjenigen, die Deine Dulcinea, durchaus nicht völlig grundlos, als Leninistin bezeichnete, derart entgegenzutreten.

    Als Urs Grünbirn aus Chur oder Beat Nägeli aus Solothurn Deine Sahra in solcher Weise zu preisen, indem Du eine andere ihr gegenüber herabsetzt, die nie um Deine Gunst gebuhlt hat, wäre zwar auch nicht der Gipfel des guten Stils gewesen, aber…

    Machen wir kein weiteres Geschieß’ draus; vielleicht denkst Du mal drüber nach.

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