Dem Nachwuchse XVIII

Wann soll man sich in schwieriger Lage gerade erst recht nicht beraten lassen, um Rat fragen?

Ach, kann es etwa unvernünftig sein, sich, wenn man der Zeit dafür hat, gewogener Leute Rats anzuhören?

Ja, das kann es.

Nicht nur, dass die Zeit am Ende verschwendet sein könnte, nicht nur, dass Defätismus an Seele und Gedank wirken mögen, nur, dass doch die falschen Ohren etwas hören könnten: schon die blanke Ablenkung, das Hypotetische der Situation, die sich daraus unter Umständen ergebende unmerkliche sprachliche Deviation, der Kommunikation, der Erklärung dem Gegenüber, auch wohl dessen Intentionen geschuldet, führen mitunter eher vom Ziele weg, denn dahin.

Hier können Vertraute, ohne dies zu wollen, zur größten Falle für einen werden: andererseits Fremde zu Zeigern.

Wenn ich mir alleine überlege, wie viele tausend Male mir geraten wurde, doch jetzt der Dinge Lauf einzusehen und anzuerkennen, denn mich unvernünftig, nur zu meinem Nachteile weiterhin lästig frech – eben nicht! – zu benehmen, reicht mir das persönlich als Beispiel zur Sache.

“Du machst wieder denselben Fehler wie immer! Überlege dir mal, was du dir da aufhalst! Jetzt hast du gerade mal das und das einigermaßen hingekriegt, und schon wieder gehst du in sinnlose Händel, versuchst, den Don Quijote zu spielen, lässt dafür liegen, was eigentlich jetzt wichtig wäre! Und das Wohl der Deinen gefährdest du auch noch! Wer gibt dir eigentlich das Recht dazu?”

Hier sollte man, solcherlei oder etwas subtileren Rats erhält man leicht auch unerfragt, lieber mehr als weniger schweigen.

Auch reale, scheinbar sinnige, von Unterstützerräten vorgebrachte Strategeme müssen mit besonderer Vorsicht betrachtet werden; eigene Strategeme bedürfen des besonderen, aufmerksamen gedanklichen Schutzes.

Und stets sei man eingedenk dessen, dass man in schwieriger Lage immer leicht einem feilen Heilsversprechen nachzulaufen anfällig ist.

Ich rate also: Lasset Euch nicht immer raten!

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