Gehatet oder Gelovet? (II)

Das eigentlich Bemerkenswerte an einem derart dummen Gewäsch wie “gehatet” und “gelovet” besteht ja nicht darin, dass Leute derlei Unfug herausblasen, sondern dass sie von vielen darin noch ernstgenommen werden.

Normalerweise gehört sowas ins Kabarett, in die Satire.

Vor kurzem dachte ich noch, dass das facebooksche “gedisliked” der absolute Knaller der deutschsprachigen Weltnetzsprachverfuselungsidioten sei, und es hält auch nicht schlecht mit, aber “gehatet” gefällt mir noch besser.

“Gehasst” traut man sich nicht zu sagen. Das wäre zu deutsch und deutlich: also “hatet” man.

“Den hawick denn ma jeheitet!”

“Der isch jeddsd kheided, dass grachd!”

Schwabylon grüßt sein geliebtes Berlin.

Die Typen nehmen sich tatsächlich ernst darin. Und werden damit öffentlich widerspruchslos (na gut, hier nicht) ernstgenommen. Ein zwingender Untersuchungsgegenstand für die Psycholinguistik.

Den Applern kann man nicht besonders Gram sein; sie wissen es kaum anders, wittern ihr Geschäft, blasen raus, was sie verkaufen zu können vermeinen. Junge Kerls, kein Plan, außer, wenn es klappt, glücklich vom Geschäft.

Und einen gewissen Instinkt für das, was gerade (noch) geht, mag man ihnen, angesichts der Lage, auch nicht unbedingt vernünftigerweise absprechen.

Man schätzt und liebt solche Dummhunzer.

Infantile Laffen, die Leute häuten helfen.

Da es nur Deutsche waren, von denen ich hörte, wird es wahrscheinlich keinen CIA-Zuckerberg-Orden für die beiden geben.

Manchen “Gehateten” oder “Geloveten” werden diese dualen Digitalisten aber recht wahrscheinlich noch produzieren dürfen.

Der große Staubsauger wird wohl kaum etwas einzuwenden haben.

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