Syrien: Von der Schafsmedien “Berichterstattung”

Die ganze Syrien-Berichterstattung der sogenannten “Qualitätsmedien” stinkt, mit seltenen Ausnahmen (z.B. Rainer Hermann in der FAZ, der das Massaker in Hula hinterfragte) zum Himmel. Man kann eigentlich schon gar nicht mehr von einer Berichterstattung sprechen. (Ein “schönes” Beispiel zur teils schon idiotisch zu nennenden Propaganda der “Weltgemeinschaft” finden Sie auch in meinem Beitrag “Hat Syrien Wunderwaffen?“.)

SPON, seit einiger Zeit das dümmste Schafsmedium Deutschlands (nicht nur auf diesem Gebiete), hat es dazu in den letzten Wochen und Monaten so plump angefangen, dass es jede Menge wütende, auch spöttische Kommentare dazu setzt.

Immerhin, wenn wieder mal ein propagandistisch durchgestylter Artikel, sich allein auf Angaben von Rebellen stützend, mit suggestivem Kampfhubschrauberbild, erscheint, folgt inzwischen auch das kleine Sätzchen: “Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.”

Der ganze Artikel, der in dem Sinne gar keiner ist, als dass er wohl fast gänzlich von den angegebenen Nachrichtenagenturen stammt, weshalb sich die Sache bei der FAZ fast identisch liest, ist immerhin nicht mehr ganz so einseitig suggestiv, wie das vor Wochen noch der Fall war.

Die mannigfachen Leserproteste scheinen doch ein wenig bewirkt zu haben. (Geben Sie denen, auch den anderen, jederzeit Saures!)

Aber analysieren wir mal ein bisschen, was die FAZ schreibt, zunächst den ersten Satz des oben verlinkten Artikels:

“Ungeachtet aller Appelle der Weltgemeinschaft zu Gewaltverzicht sollen regierungstreue Milizen nur wenige Wochen nach dem Massaker von Hula ein neues Blutbad in Syrien verübt haben.”

Wer, bitteschön, ist die Weltgemeinschaft?

Und das “Ungeachtet aller Appelle” suggeriert, trotz des “sollen … haben”, dass es so, wie es die von Saudi-Arabien, Quatar und der Türkei (es ist noch unklar, wie viel die USA und Großbritannien mit eingeschleusten Sondereinheiten dort tun, wie viele bezahlte Söldner dort “wirken”) mit Geld und Waffen unterstützten Rebellen darstellen, auch geschehen sein müsse.

Sodann:

“Der Chef der Freien Syrischen Armee rief die Bewohner des Landes für Freitag zu einem Generalstreik auf, um gegen das Massaker zu protestieren. Sollten sich die Angaben der Oppositionsgruppen bewahrheiten, wäre es das schlimmste Massaker an Zivilisten seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime im März vergangenen Jahres.”

Aha. Ein Generalstreik also am Freitag. Die IG Metall lässt in Deutschland ja auch immer nur am Sonntag streiken, hehe. Und: Wenn das Massaker tatsächlich stattfand, aber alles andere nicht stimmt, die Oppositionsgruppen es in Wirklichkeit selber verübten, wäre es dann nicht trotzdem das schlimmste Massaker seit Beginn der Proteste? Wo bleibt die Logik? Pfui Deibel!

Weiterhin ist noch die Rede davon, dass die in New York (!!!) ansässige “Menschenrechtsorganisation” Human Rights Watch den syrischen Regierungstruppen offiziell (von New York aus) vorwirft, was auf einem Amateurvideo im Netz eindeutig zu identifizieren sei, sie setze Streubomben ein.

Soso.

Da reicht also mal wieder EIN Amateurvideo im Internet, um eine derartige Behauptung in die Welt zu setzen.

Noch krasser bringt es die Welt.

Denn die erste von zwei Unterüberschriften lautet (die zweite, sehr geschickt dazugesetzt, “Russland blockiert”):

“Assads Schergen brennen ein Dorf nieder”

Darunter steht dann tatsächlich:

“Ein aus dem Dorf geflohener Bewohner berichtete dem Nachrichtensender al-Dschasira, dass es sich bei den Milizionären um Aleviten gehandelt habe, die dem Clan von Präsident Baschar al-Assad treu ergeben seien. Sie seien über das Dorf hergefallen, nachdem sich die Rebellen aus der Gegend zurückgezogen hätten. Sämtliche Gebäude seien in Brand gesteckt worden.”

Wieso in der Teilüberschrift, groß und fett, die Wirklichkeitsform, der Indikativ, dann darunter die Möglichkeitsform, der Konjunktiv?

Und, aha, EIN Zeuge habe ausgerechnet Al-Dschasira “berichtet”, einem Medium mit Sitz in Quatar, das man von daher getrost als Kriegspartei bezeichnen kann, und das genügt der Welt, möge der Welt genügen.

Mir nicht.

Ich lege zum Schlusse noch wert darauf, Euch unmissverständlich zu sagen:

ICH gehöre nicht zu DIESER EURER “WELTGEMEINSCHAFT”!!!

Schämt Euch mal Ihr Volksverschafer, wenn Ihr überhaupt wisst, was sich schämen ist, für diese Art der “Berichterstattung”, des “Journalismus’”!

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5 Antworten zu “Syrien: Von der Schafsmedien “Berichterstattung””

  1. JaNeeIsKlar sagt:

    Willkommen in meiner Welt des ohnmächtigen Zorns.

    Schön seziert und den Kriegstreibern (leider folgenlos) um die Ohren gehauen.

    Wenn ich dies (regelmäßig) in meinem Umfeld ebenfalls mache, also Propaganda- ..äääh, pardon Pressetexte seziere und meinem Gegenüber damit darlege, dass, egal wie umfangreich der Journaillentext ist, der Aussagewert immer so um den Nullpunkt herum wabert, ernte ich meistens Unverständnis bis Ablehnung.

    Warum ist das so?
    Die meisten Leute gehen davon aus, dass die “offiziellen” Kanäle tatsächlich unabhängig sind und Fakten berichten (mittlerweile kann ich nicht mal mehr über diese Ansicht lachen, so dramatisch weit verbreitet ist dieser Irrglaube). Nein, die MSM folgen einzig und allein dem Ruf des Mammons. Sonst nichts!

    Die meisten MSM-Konsumenten sind entweder nicht in der Lage zwischen Indikativ und Konjunktiv zu unterscheiden (wie kann das sein, beim besten Bildungssystem, dass wo´s geben tun tut? ^^), oder aber, und da sehe ich das eigentliche Problem, es ist der großen Mehrheit der Leute einfach schlichtweg egal.

    Worauf gründet dieses Desinteresse?
    Es mag zu einem nicht unherbelichen Teil am täglichen Hamsterrad, also am künstlich erzeugten Überlebenskampf in unserer so hochgelobten westlichen “Wertegemeinschaft” liegen. Die Leute haben genug mit sich selber zu tun. Gefangen in der Konsumfalle des “besten Wirtschaftssystems aller Zeiten” (für wen eigentlich?), verdonnert zum ewigen Strampeln (wie der Frosch ->) in der Sahne des Zinseszinssystems.
    Nur hat dem Frosch niemand gesagt, dass das Fett aus der Sahne entfernt wurde, sie dadurch niemals fest werden kann, eigentlich keine Sahne mehr ist, sondern nur noch so aussieht (vgl. Fiat-Geld).
    Aber der Beschäftigungs- und Ablenkungseffekt bleibt. Und das ist Sinn und Zweck.

    Das ganze gepaart mit einer der Schattenseiten des Informationszeitalters, des gnadenlosen Informationsoverkills, in dem nicht mehr jede Woche, sondern mittlerweile schon täglich eine Sau durchs Dorf gejagt werden muss.
    Daraus ergibt sich zwangsläufig für die Masse die Notwendigkeit eines externen Vorfilters.
    Und wer die Informationen filtert hat die Hand auf der Deutungshoheit.

    Ich sehe das ähnlich wie du, dass diese bewusste Manipulation ein Verbrechen ist.
    Es sind die Schreibtischtäter… mal wieder.
    Es sind immer die Schreibtischtäter, die nur selten zur Verantwortung gezogen werden. Um sich vor Verantwortung zu schützen, flüchtet man sich in konjunktiv-Aussagen, die auf der einen Seite eine verfälschte Aussage transportieren, auf der der anderen Seite vor Regress schützen sollen.

    Meine Hoffnung ist diese: dass diese Täter, ob aus dem Hause Springer, Spiegel, Burda, Bertelsmann und wie sie alle heissen, nach dem Zusammenbruch dieses ganzen Schweinesystems in einer dem Nürnberger Tribunal entsprechenden Szenerie genauso abgeurteilt werden, wie die Schreibtischtäter nach historischem Vorbild.

    Als aktiv beteiligte an Kriegstreiberei durch Meinungsmache und Manipulation, haben die in meinen Augen nichts anderes Verdient.

    So, Mittagspause vorbei. ;-)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ JaNeeIsKlar

    “Willkommen in meiner Welt des ohnmächtigen Zorns.”

    Nun, man könnte natürlich manchmal schier verzweifeln, mit welchen billigen, noch nicht einmal halbwegs originellen manipulativen Tricks die Macher der “Qualitätsmedien” bei der Masse immer wieder durchkommen.

    Aber eben nicht bei allen.

    Ich wies schon oben auf die häufigen abständigen Leserkommentare hin, die sie gar nicht mehr alle zu zensieren in der Lage sind, denn zum einen fiele das dann doch zu vielen auf, zum anderen könnten sie ihre Foren dann gleich schließen, was reichlich entlarvend wäre und nicht gut fürs Geschäft.

    Diese Kommentare, die natürlich nicht so häufig gelesen werden wie die jeweiligen Hauptartikel, setzen einerseits einen gewissen Gegenpol zu letzteren, haben darüber hinaus aber noch einen anderen Effekt.

    Zumindest die Freischaltenden lesen sie, sicherlich in erheblichem Maße auch die für die Hauptbeiträge Verantwortlichen, werden dadurch mit ihrem Tun und Lassen ständig konfrontiert: sodass diese auch nicht vor sich oder anderen behaupten können, man habe sie nicht auf ihre Fehler und Versäumnisse, ihre krude Methodik hingewiesen.

    Ich habe mit meinem eigenen Blog so viel zu tun, auch mit der Beantwortung von Kommentaren, dass ich extern nur noch relativ selten welche schreibe; wäre ich aber noch Freizeit-Indianer, so wäre es mit Sicherheit mein abendliches Lieblingshobby, diese Leute zu nerven.

    Jeder, der etwas ändern will, weiß, wie man liest und schreibt, sollte sich dessen befleißigen.

    Ich sehe darin jedenfalls, mal abgesehen von der sprachlichen Übung, ein wirksameres Mittel der demokratischen Partizipation, als sie das Kreuzchen bei einer der Blockflötenparteien darstellt.

    Im Grunde brauchen diese Leute tagtäglich Scheißestürme, durchdachte, gut geschriebene, gut begründete Prostestnoten sonder Zahl.

    Wie ich ebenfalls oben schon erwähnte, ist zumindest der Spiegel, sind nach meinem Eindruck auch andere “Qualitätsmedien” in ihrer Syrien-”Berichterstattung” immerhin schon ein bisschen vorsichtiger geworden, was ich zu erheblichen Teilen auf die mannigfache Leserkritik zurückführe.

    Wir müssen diesen Leuten, die uns offenkundig fast alle für blöde halten, sagen und nachweisen, dass wir es nicht sind: dass sie es sind, wenn sie uns für blöde halten.

    Das können sie, denn gerade deren schlimmste Schmierfinken sind meist auch arrogant und eitel, überhaupt nicht verputzen.

    Das schwächt ihre psychische Konstitution, ihre Selbstsicherheit, lässt sie entweder noch dümmere Fehler machen oder vorsichtiger werden.

    In beiden Fällen ein Gewinn.

    LG

  3. Tom Johns sagt:

    “…es ist noch unklar, wie viel die USA und Großbritannien mit eingeschleusten Sondereinheiten dort tun, wie viele bezahlte Söldner dort “wirken”…”

    Bei http://nocheinparteibuch.wordpress.com/ und http://hinter-der-fichte.blogspot.de/ gibt es Klares.

  4. Tom Johns sagt:

    @JaNeeIsKlar
    Da spricht mir einer aus der Seele. Ich hatte eine Diskussion mit meinem Nachbarn über den ESM-Vertrag und noch gesagt, dass die Mainstreammedien einfach nicht die Wahrheit sagen.
    Was macht der?
    Er “informiert” sich.
    Allerdings bei ARD und ZDF!
    Und fragt mich dann, wo mein Problem liegt mit ESM, sei doch alles bestens…

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