Unter Brüdern

Aphoristiker trifft alten Kollegen.

“Na, heute schon zur Feder gegriffen?”

“Wo sind die acht Cent Pfand?”

“Was, wie?”

“Von meiner allerletzten Bierflasche, in der Du post Trunkem auch noch meine ulteriorste Füllerpatrone weggeschmuggelt hast. Ich wette, Du hast die ebenfalls oral vernichtet, anstatt dir wenigstens Küchenkohlen dafür zu kaufen!”

“Das ist eine infame Unterstellung!”

“Ja was denn dann?”

(Ersterer zückt seinen zerbissenen Normafüller und schraubt ihn stirnrunzelnd und mit tadelndem Blicke auf.)

“Da, siehste mal, ich hab’ dir die ganze Patrone mit über der Hälfte des Inhalts zurück! Schließlich sind wir Brüder!”

(Der Zweite nimmt die Patrone, hält sie zur genauen Prüfe gegen das Licht, stellt sie dann sorgsam mit der Öffnung nach oben hin und versiegelt sie gegen Austrocknung andächtig mit einem kleinen Zeitungspapierkügelchen.)

“Gut, und das Pfand?”

“Ich dachte, das lösen wir erst ein, wenn bei dir oder mir wirklich Not am Manne ist.”

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