Afghanistan: So sehen Sieger aus

“Der Westen”, in der Schafspresse auch als “die internationale Staatengemeinschaft” gehandelt, ist dabei, einen historisch zumindest seltenen Schritt zu unternehmen.

Denn normalerweise zahlen Sieger keine Reparationen.

In Afghanistan hat man jetzt über zehn Jahre lang so grandios gesiegt, dass man meint, weitestgehend abziehen zu können.

Und will der dortigen Regierung, in der man gar nicht weiß, was Korruption ist, weil es etwas anderes noch nie gab und nirgends im Lande gibt, in den kommenden vier Jahren jeweils vier Milliarden Dollar in den Rachen schieben.

Unter Auflagen natürlich. Unter Auflagen, von denen man weiß, dass sie nie eingehalten wurden, nicht eingehalten werden und nie eingehalten werden werden.

Da wäre es noch gescheiter, würfe man mit Bernanke-Hubschraubern über Mohnfeldern wohldosiert Eindollarscheine ab, damit die Leute beim Aufsammeln einen nicht unerheblichen Teil der Ernte zertrampeln.

Aber so sind sie nunmal, unsere lernresistenten NWOler.

Außerdem ist es ja eh nur das Geld ihrer Steuerzahler, das sie da, egal, wen die wählen, verpulvern.

Natürlich ist die Sache weder ganz so dumm noch gar so altruistisch, wie sie auf den ersten Blick aussehen mag.

Denn eine gewisse Scheinloyalität diverser Offizieller und deren Clans kann man in Afghanistan für vier Milliarden im Jahr schon kaufen. Jede Menge Lippenbekenntnisse, Scheinaktionen, auch mal den einen oder anderen ausgelieferten Schuft, der einem anderen Schuften gerade im Wege stand.

Dieser Sieg ist in Wirklichkeit eine erbärmliche Niederlage.

Man hat das Kernziel des Krieges, nämlich China und Russland zu destabilisieren, zumal auch den Iran, nicht erreicht, noch nicht einmal Afghanistan in dem Sinne “befriedet”, wie man das wohl vorhatte.

Nebenher ist Pakistan immer weiter in den Eimer gegangen, gleichzeitig immer mehr an die Seite Chinas gerückt, so, wie man das sicherlich nicht wollte.

Dazu hat man noch die eigenen Truppen ausgelaugt, die man jetzt gerne bald “für” Syrien bereithätte, die Skepsis gegenüber derlei Einsätzen in den Heimatländern kräftig gestärkt, egal, was die NYT und die sonstigen üblichen Kriegstrommler daherschrapseln mögen.

Kurzum: Der ganze Feldzug ist ein einziges strategisches Desaster.

Und man muss, außerhalb der vier Milliarden, aus weniger offiziellen Kassen, jetzt auch noch jede Menge Abzugszoll an allerlei Kriegsherren, Stammesführer und Taliban bezahlen, damit die einem dabei nicht noch in den Arsch schießen, man irgendwie, scheinbar nicht gar zu blamabel, über den Khyber-Pass und Richtung Norden, wieder aus diesem Krampf herauskommt.

Nun, vielleicht sagt man sich in den NATO-Stäben, nicht ganz zu Unrecht, dass die Sache deshalb so schiefgegangen sei, weil Afghanistan keine Nordatlantikküste hat.

Denn mit einer Nordatlantikküste wären die Nachschubprobleme zweifellos wesentlich geringer gewesen.

Man hätte den Sprit, das Scheißhauspapier, die Schweinefleischbüchsen, und was der Soldat sonst noch so braucht, zweifellos weitaus einfacher und billiger an die Einsatzorte gebracht, nicht immer mehr Geld an den Feind zahlen müssen, damit der einen beim Nachschieben in Ruhe lässt, als an Wert bei den eigenen Landsern ankam.

Gut, immerhin, dass Leute wie ich, die von Krieg wenig verstehen, es genau so vorausgesehen haben.

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Eine Antwort zu “Afghanistan: So sehen Sieger aus”

  1. Anonymus sagt:

    Heute stand in SPON ein Artikel zur Korruption in Afghanistan :

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/cia-brachte-millionen-in-afghanisches-praesidialamt-a-897073.html

    Zitat aus dem Artikel:

    “Die wichtigste Ursache für Korruption waren die Vereinigten Staaten”, zitiert die Zeitung einen US-Beamten. Die Sicherheitslage in dem Kriegsland wurde durch den Geldfluss nicht besser. Dabei wollen die USA ihre Soldaten nach und nach vom Hindukusch abziehen.

    Aber es gibt mehr, der FOCUS schreibt:

    http://www.focus.de/politik/gastkolumnen/wolffsohn/scheinheilige-moralrepublik-deutschland-verraet-seine-helfer-in-afghanistan_aid_973255.html

    was nun aus den Helfern der deutschen Truppen werden soll:

    Pro Jahr kommen ohnehin etwa 7500 afghanische Flüchtlinge nach Deutschland. Das ist ein Mini-Bruchteil der eigentlichen Migrationsbewegungen zu uns. Erst recht ökonomisch. „Unsere“ ehemaligen afghanischen Helfer, die ihr und ihrer Familie Leben für die Zusammenarbeit mit den Isaf-Truppen riskiert haben, sind sicherlich bereit, in Deutschland bis zu ihrem 67. Lebensjahr (und darüber) jedwede Arbeit zu akzeptieren.

    So etwas schreibt nur jemand bösartiges oder wenn man absolut gar keine Ahnung hat, aber wirklich nicht mal eine Ahnung.

    Nach Afghanischer Moral ist Arbeit eines freien Mannes absolut unwürdig, so was tut man einfach nicht, jedenfalls nichts, wo nach man sich die Hände waschen müsste. Hat es da noch nie gegeben. Früher machten die Frauen die Feldarbeit unter Aufsicht der Männer, die irgendwo im Schatten auf Ihre Frauen warteten. Seltene Ausnahmen sehen noch das Fahren eine Lastwagens im Lohnauftrag als Grenzwertig an, im Grunde genommen ist die einzige Tätigkeit, die Männern moralisch erlaubt ist, das Kriegshandwerk !

    So führt man seit mehr als 200 Jahren Krieg! Ganz bequem war es, als die Russen Afghanistan occupierten und die Amerikaner Al Quaida gründeten und Geld da rein pumpten, so gut hatte man noch nie gelebt vom Kriegshandwerk. Nach dem Abzug der Russen versiegten die Geldquellen auf beiden Seiten, bis man den glorreichen Einfall hatte, den Tiger mal ordentlich am Schwanz zu ziehen und das WTC in New York mit einem Terrorakt zum Einsturz zu bringen. Noch ein paar dumme Reden darüber, dass man die Täter nicht an Ungläubige ausliefern kann und das Ziel war erreicht, die Amerikaner occupierten Afghanistan, worauf auch die russischen Geldquellen wieder zu sprudeln begannen.

    Nun wird man sich wohl neue Geldgeber suchen müssen und einen neuen Frontverlauf für das Kriegshandwerk konstruieren Es ist nicht anzunehmen, dass die doofen Deutschen alle 26 Mio Afghanen durchfüttern werden bis zum St. Nimmerleinstag.

    Ansonsten war das schon immer so, dass die Finanzierer und Auftraggeber fürs Kriegshandwerk wechselten, nicht Neues. Da will ja gar keiner siegen oder Rache nehmen, dann wäre der Krieg ja vorbei, man schlachtet die Gans, die goldene Eier legt doch nicht! Was die Afghanen brauchen sind neue Auftraggeber und neue Kriegsfinanzierer (von den Afghanen aus auch gerne die alten), aber am besten ohne fremde Truppen im Land, denn die verstehen nichts vom Kriegshandwerk und deshalb gibt es dann immer viele Tote auch unter den Afghanen und das kann man nicht gebrauchen!

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