Über die Sublügen zur Kernlüge

Ich sprach mit einem, der meint, dass hinter allen modernen Lügen (9/11, Lichtgeschwindigkeit usw.) eine Kernlüge stünde, ohne deren Entlarvung es wenig bis nichts brächte, eine der, sozusagen, Sublügen, Trabantenlügen aufzudecken.

Ich sage jetzt nicht, was er für jene Kardinallüge hält, denn das ist für die folgende grundsätzliche Betrachtung unerheblich.

Ich bin nicht seiner Meinung.

Setzen wir mal den Fall, es gäbe eine Kernlüge, um die sich alle anderen größeren Lügen herumgruppierten, auch nur bestehen könnten, solange erstere hält.

Dann löste man die Sache natürlich am elegantesten, indem man gradaus die Kernlüge sprengte und damit den Rest fast wie von selbst mit.

Setzen wir nun aber des weiteren den Fall, dass an die Kernlüge praktisch nicht dranzukommen ist, sie viel zu gut, gerade eben auch durch die Begleitlügen, vor der Wahrheit geschützt ist.

Dann, meine ich, sollten die Trabantenlügen eben doch in konzentrischen Kreisen angegangen werden, bis dass die Kernlüge immer nackter und schutzloser wird, schließlich eine trockene, runzlige, rissige Haut bekommt, darob endlich aufknackt.

Es mag sich auch irgendwann die Gelegenheit ergeben, da ein Zweieck um die Kernlüge entscheidend geschwächt, erfolgreich direkt wider sie vorzustoßen. Auch das wird es schon gegeben haben.

Und selbstverständlich ist stets nach derlei Lücken zu suchen.

Allerdings, meine ich, ist die Aussicht, einen derartigen Überraschungsangriff siegreich durchzuführen, bei einem so gestalteten System nicht eben die beste; denn ein solches ist in gewisser Weise holographisch aufgebaut, so dass sich offene Flanken durch die verbliebenen Kräfte wie von selbst in Windeseile wieder schließen.

Von daher halte ich es doch, in der Regel, für zwar scheinbar langwieriger, aber eben zielführend, Lügenschale um Lügenschale abzuziehen, auf dass das Gebilde immer instabiler werde, selbstverständlich mal hie, mal dort auch hineinzurapieren, noch mehr Unordnung zu stiften, die Bindekräfte der Lügen zunehmend zu schwächen und überfordern.

Irgendwann ist die Kernlüge so weit gebracht, dass sie ihre Kräfte nicht mehr in der Mitte halten kann, an der Peripherie aushelfen muss. Ab da wird sie direkt angreifbar.

In solchem Zusammenhange, meine lieben Germanen, die Ihr doch meist lieber unmittelbar zum Ziele wollt, rate ich Euch, von den Chinesen zu lernen.

Wo es deren Weltanschauung nämlich oft einer gewissen Stoßkraft mangelt, da fehlt es unsereinem allzugern an der nötigen Beharrlichkeit, der Geduld, der Zeit.

Es muss natürlich, so viel Germanentum darf wohl sein (obschon wir für manches auch schon halbe Ewigkeiten brauchten), nicht unbedingt Jahrhunderte dauern, wie nach dem Ende der Ming-Dynastie, bis dass man aus Mandschu-Usurpatoren nach und nach Chinesen gemacht.

Wir dürfen ruhig mal schneller sein, als die Chinesen.

Das mag uns umso besser gelingen, wenn wir uns zu unseren Tugenden derer welche abschauen, verinnerlichen und rundum schließlich auf den Punkt gebracht einsetzen.

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Eine Antwort zu “Über die Sublügen zur Kernlüge”

  1. Infoliner sagt:

    Unbotmäßiger Petzer sagt: Die Kernlüge ist das Verdecken dessen, was der Mensch ist.
    Tatsächlich, wenn ich nun Schale um Schale der Lügenzwiebel entferne, so werde ich doch niemals zum Kern der Sache stoßen, denn die Zwiebel wächst schneller, als ich schälen kann und hat darüber hinaus keinen Kern. Erst meine Umstülpung in dem Sinne, daß ich mich selbst erkenne, zeigt mir, daß ich die Wahrheit vollkommen in mir trage und die Zwiebel getrost wegschmeissen kann. Oder aufessen. Den Beweis für diesen Weg? Wenn Du ihn gehst, hast Du ihn.

    *Pling* Heiligenschein abgeschaltet.

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