Gott als der Physiker Tanzbär

Gott war irgendwie schon da.

Und so saß er da, vor dem sonstigen Nichts, betrachtete es lange, bis ihm darüber langweilig ward.

“Was soll ich bloß die ganze Zeit mit diesem immergleichen Nichts anfangen?”, frug er sich.

“Sag doch wenigstens mal was!”, sagte er schließlich, schon etwas verärgert, zum Nichts.

Das Nichts aber sagte nichts.

Irgendwann reichte es Gott, mit dem störrischen Nichtse, und er dachte gründlich nach.

“Haha! Dir komme ich!” – rief er schließlich.

Da schuf er ein zweites Nichts.

Das Urnichts sollte sich noch wundern.

Er nahm also brüsk das zweite Nichts und setzte es genau mittendrein ins erste.

Und dann ließ er es im Kernkerne des Urnichts mit Überlichtgeschwindigkeit so gewaltig in die Luft gehen, dass daraus das Weltall entstand.

Also in etwa die Schöpfungsgeschichte, wie sie uns von unseren modernen Physikern erzählt wird: nur dass die es komplizierter machen und daran herumrechnen, wie als ob sie ein drittes Nichts gebissen hätte.

Putzige Leute.

Man sollte ihnen längst den Literaturnobelpreis verliehen haben, anstatt etwa einer Herta Müller, die lediglich dumpfbackichte Donauschwaben über ihrer dampfenden Scheiße auf dem Abtritt sitzen lässt.

Allerdings frage ich mich, weshalb Komödiendichter so teuer sein sollten.

Denn das Geld, das ein Literaturnobelpreis abwirft, verbraten die in Stunden, wenn nicht Bosonensekunden.

Und: Hier kost’s mal wieder nix.

So gesehen kann ich den Kollegen doch nicht uneingeschränkt gewogen sein.

Denn man gewinnt als Kritiker doch den Eindruck, dass die seit etwa achtzig Jahren die immerselbe Posse immerzu nur umdichten.

Aber gut, wollen wir nicht zu beckmesserisch sein: Den Pfaffen, Psychoanalytikern, Politikern, Bänkern, kurzum: allen Leutseligen gefällt’s.

Und da im Theater bekanntlich der Publikumserfolg alles ist, was sollte man meckern?

Vielleicht gäbe es ohne die theoretischen Teilchenphysiker gar keine witzigen Leute mehr, wer weiß?

Vielleicht ist es ja auch wirklich nur der Neid darauf, dass sich deren Stücke so viel besser verkaufen, als bislang meine, Missgunst, die mich über deren Verse ein wenig spotten macht.

Vielleicht finden sie Gott ja eines Tages doch noch, treiben ihn aus seinem Schwarzen Loch raus oder einem Filament Dunkler Materie, und führen ihn uns vor gleich einem Tanzbären.

Zu der Vorstellung komme ich dann bestimmt.

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5 Antworten zu “Gott als der Physiker Tanzbär”

  1. bl sagt:

    Ja, die theoretischen Physiker erfinden fantasievolle Geschichten, vermischt mit etwas Horror (vielleicht entsteht ein schwarzes Loch und verschlingt die Erde) und liefern immer wieder hübsche Fotos, Graphiken und Benennungen von den angeblich gefundenen Teilchen. Das kostet zwar Milliarde um Milliarde, aber so ein “Gottesteilchen” kann ja auch nicht billig sein.

    Ich schätze die Wissenschaften – eigentlich, aber seit geraumer Zeit habe ich den Eindruck, das die Wissenschaftler korrumpiert sind und dass es nicht mehr um Wahrheit geht sondern nur noch um’s Business, also um Geschäftigkeit, wie der Begriff es so schön ausdrückt. Und lohnen soll es sich natürlich auch…

    Die ganze Theorie vom Urknall ist, wie Du hier treffend beschreibst, sowieso lächerlich und selbst im heute herrschenden Glaubenssystem unlogisch. Tatsächlich müssen die Wissenschaftler immer auf “Gott” zurückgreifen, um ihre Theorien zu stützen. Denn wer sonst hätte das unglaublich schwere Zuckerwürfelchen geschaffen, das im Urknall explodiert ist und sich zum Kosmos – einer unglaublichen Ordnung – entwickelt hat.

    Natürlich spricht nichts gegen die Erforschung der Materie. Sie ist ein gutes Mittel zur Selbsterkenntnis und wirft gelegentlich so nette Sachen ab wie Autos, Computer, etc. und mehr noch nicht so nette Sachen wie die ganze Kriegsmaschinierie. Der Wahrheit käme man aber schneller und leichter über den Geist, über das Bewusstsein näher, denn Alles entspringt dem Geist.

    Die Projektion der holographischen Welt – die so oft zitierte Illusion – ist ein Akt jeden Augenblicks und jeder Mensch, jedes Wesen auf dieser Erde, bewerkstelligt das mühelos. So mächtig sind Menschen. Bleibt nur noch, dieses zu erkennen und bewusst zu praktizieren.

    Was ich eigentlich sagen wollte ist nur:
    Der Urknall ist jetzt!

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Dank Dir, dass Du diese Seite so eifrig zu Deinen mystischen Eidgenossen verlinkst…

    Es ist übrigens – da fehlte Dir der Name – die Heisenbergsche Unschärferelation, die besagt, dass eine Messung, da das gemessene Objekt (dessen Geschwindigkeit, Masse, was auch immer) von dieser stets beeinflusst wird, nie wirklich exakt sein kann.

    (Stell’ Dir, nur als ganz einfaches Beispiel, vor, Du tauchst ein normales Thermometer in eine Flüssigkeit. Diese wird schon durch das Eintauchen selbst – wenn auch geringfügig – verändert, dann zudem, indem das Thermometer Wärme abzieht oder einbringt, so dass das Ergebnis nie genau ist.)

  3. Dude sagt:

    Danke Dir für die ganzen wundervollen und vielsagenden, tiefsinnigen und grandiosen Artikel, die Du hier immer wieder entgeltlos zur Verfügung stellst; sowas verlink ich immer gern, zumal es ja rar geworden ist.

    Aber es gibt sie noch, die Perlen voller Tacheles, wie auch hier zu sehen ist (ich verlinke also mal rückwärts ;-) )
    http://www.mysticalforum.ch/viewtopic.php?f=35&t=18053&p=198659#p198659

    Ps. Und ja, mir ist die heisenbergsche schon bekannt, hab ich mich damit vor ein paar Jahren mal eingehender beschäftigt, aber ich wollte mal ausnahmsweise dergestalt forumlieren, dass es auch die – sagen wir mal – “etwas langsamer Denkenden” noch verstehen können, so sie dazu gewillt. ;-)

    Pps. Aber die Gültigkeit der heutigen Phsyik hat ja ohnehin schon die amerikanische Regierung widerlegt vor gut zehn Jahren; Stichwort: Freier Fall… :-D

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Seit 9/11 ist die klassische Physik in der Tat US-regierungsamtlich wie weltschafsmedial abgeschafft.

    Wer, wohl, hätte das sonst vermocht?

    Widerstandsloser Freifallkriegsmehrwert…

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