Dem Nachwuchse (XI)

Wer bis zum Teile X gekommen ist, der steht ab da in einer höheren Verantwortung.

Denn das, was die Menschen gemeinhin Zufall zu nennen pflegen, bleibt zwar nicht aus – der Zufall gibt nicht auf – , wird aber zu etwas ganz anderem als vordem.

Die Dinge sprechen anders, unmittelbarer, zu einem.

Man trennt anders, und fügt anders zusammen.

Man erkennt zumal auch Menschen anders.

Man hat den Scheideweg eines Herakles schon weit hinter sich.

Es kommt aber ein neuer, der unzählige Abzweige hat.

WOHIN JETZT ZUERST?

SO VIELE Dinge buhlen jetzt gleichzeitig um den eigenen Geist, dass die Gefahr darin lauert, sich in Allzuvielem zu verlieren, verwirren, verirren.

Hier bieten sich nicht mehr Tugend wider Liederlichkeit an, hier streitet eine wundersame Fülle wider die notwendige, vernünftige Begrenzung.

Nur einen Weg kann man nicht mehr gehen, denn der wäre zurück.

Man muss mehrere Wege gehen: aber besser nicht allzuviele.

Jetzt gilt es erst recht.

Jetzt beginnt die höhere Verantwortung wirklich.

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3 Antworten zu “Dem Nachwuchse (XI)”

  1. Dude sagt:

    Es verhält sich doch ähnlich wie mit der roten und blauen Pille. Einmal in den Hasenbau eingetaucht, erkennend, oder besser, allmählich ahnend, wie tief und verzweigt der wirklich ist, kommt man nicht mehr so leicht raus… :-)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich will aus dem, was Du Hasenbau nennst, gar nicht raus.

  3. Dude sagt:

    @Magnus

    Der Zusatz war eigentlich durch die “…” am Ende symbolisiert. ;-) Man kann gar keinen Willen mehr haben – zumindest solange einem noch nach Sinn ist -, um rauszugehen, schlichtweg, weil man dazu zuerst sein Gewissen ermorden müsste.

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