Englische Hinrichtung

Ich habe gerade, beim Pizzaessen, herausgefunden, woran ich endgültig nicht verscheiden will.

Dies Menü siehet folgendermaßen aus:

Kürbismatsch, darauf englische Margarine, dazu Magerquark und etwas zerdrückte Mehlkartoffel. Als Getränk ein alkoholfreies Bier.

Hernach eine E-Zigarette, und ich stehe garantiert nie mehr auf.

So einfach richtet man noch den Härtesten hin.

Damals hat man es bei mir ja schon beinahe mit dem ekelsten Kartoffelbrei Terras im Siechhause geschafft.

Mit englischer Margarine und Kürbisschlunz hätten die Nonnen im Marienhospital weiland ihr Werk sicherlich endgültig vollbracht.

Aber, später, diese Fahrlässigen, ließen sie mich gar gen Italien entkommen.

Dort merkte ich, dass der Engländer die Welt doch nicht ganz beherrscht.

Man konnte praktisch alles bedenkenlos essen, was es gab. Meist schmeckte es sogar. Und anstatt mehrfach und zusätzlich multipel vergifteten Kopfwehbieres gab es trinkbaren Wein.

Nie hatte ich nach dem Essen das Gefühl, dass mir der Magen gleich direktemang durchs Gedärm bräche, noch bevor ich auch nur eine Möglichkeit zum Speiben gefunden.

Insgesamt mag ich die Engländer trotzdem. Höfliche, lustige Leute. Wie die das durchhalten, haben sie mir aber nie begreiflich machen können. Da bedarf es wohl der Jahrhunderte härtesten Intestinaltrainings.

Von klein auf zum Frühstück dreißig dänische Schweinscricketschläger, dazu verbrannte Bohnen und schwarzen Toast, mit ebenjener Margarine, zum Mittag Pfefferminzfetthammel, mit ebenjenen Matschkartoffeln und zerkochtem, undefinierbarem, salzlosem Gemüse, dazu acht Gin-Tonics, zum Abend die Restkante, ach, ich vergaß den Tee um fünf, total zermilcht, mit den krassesten Keksen, die dem Planeten je durch eine Fabrik fuhren, in Form von Fettfischen, die nur durch ein Wunder mal geschwommen sein können.

Denen macht nix was aus.

Schiebt man ihnen binnen zehn Sekunden drei Kilo Transfettsäuren rein, so gucken sie bloß wie die glücklichsten Kühe.

Es ist ihnen völlig egal, was man mit ihnen anstellt.

Sie schaffen es immer noch bis zum Gewehr.

Ein bewundernswertes Volk, fürwahr.

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Eine Antwort zu “Englische Hinrichtung”

  1. Warum trinken die Engländer nur Tee?

    Probiert mal den Kaffee!

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