Christliche Symbolik

Kürzlich sprach ich mit einem erfolgreichen Maler, der ein rechtschaffener Rauhbauz, den ich schon ganz gut kenne, über religiöse Symbolik.

Er meinte, mit absoluter Bestimmtheit, da wir lediglich den abrahamitischen “Kulturkreis” zu berühren Zeit hatten, die christliche sei darin mit Abstand die schlimmste.

Ich wusste ihm nicht ernstlich zu widersprechen.

Was hätte ich vorbringen sollen?

Dass das Cristentum mir in summa ansonsten sympathischer sei (oder eher die heutigen Christen), denn Judentum und Islam?

Das wäre am eigentlichen Gesprächsgegenstand nunmal leider weit vorbeigegangen.

Liebe Christen: Nehmt den armen Mann endlich mal, und seht es meinetwegen als Gnadenakt, von dem verdammten Kreuz ab!

Was soll der da?

Rhetorische Frage. Selbstverständlich weiß ich, was der da soll. Kinder erschrecken und schwache Weiblein entzücken.

Männern allenfalls noch zeigen, wo man landen kann.

Nun gut, ich weiß, dass Ihr das nicht so leicht vermögen werdet.

Aber Ihr könntet wenigstens mal darüber nachdenken, wie es wäre.

Eine Religion (ich brauche keine, unterscheide aber trotzdem), die wenigstens mal ohne ein grauses grundkonstituierendes Anfangsbild auskommt!

Als vorgebliche Religion der Liebe und Vergebung!

Seht Ihr den inneren Widerspruch wirklich nicht?

Ein zutode gemarterter Judenaufrührer als Fundamentalsymbol?

Was tut Euch daran so gut?

Schaut Euch doch wenigstens mal den Buddha an.

Der sitzt immer, wohlgenährt, wanstig, einfach dort und grinst.

Gefällt mir deutlich besser (selbst als selber Karnivor).

DER verströmt Liebe und Freude. Gelassenheit, Gutmütigkeit, Erfülltsein.

Dagegen ein hagerer, zwar immerhin muskulöser, angenagelter Pseudoarier (man stellt ihn gerne mit langen blonden Haaren und blauen Augen dar, wohl der Weiblein halber), der langsam vor sich hinverreckt?

Wollt Ihr DEN wirklich SO sehen?

Nehmt ihn doch mal her (wenn Euch das nicht zu unmodern-frauenfeindlich ist), wie Maria Magdalena ihm die Füße wäscht, freudig mit ihm plaudernd, während er ein Glas Wein dazu trinkt!

Macht mal was Schönes aus jenem Jesus!

Meinethalben soll er sich, damit sie nicht so diskriminiert ist, von ihr leicht stilisiert angedeutet vö… (Staatsanwalt) lassen!

DAS muss er doch auch gekonnt, wenigstens ertragen haben können!

Lasst diesen armen Jesus endlich frei!

Wie lange wollt Ihr den noch quälen? -!

Damit Euch selbst! – ?

Gut, es wird wohl nichts helfen.

Ihr wollt ihn unbedingt da hangen haben, damit Ihr Euch selber besser bemitleiden könnt.

Das ist ihm gegenüber zwar äußerst gemein, aber sagen kann er eh nichts mehr.

Immerhin meinte der Maler noch, dass doch überaus Erstaunliches, künstlerisch Hochwertiges daraus erwachsen sei.

Es hatte nunmal nur die Kirche Geld, und damit strengeten sich alle guten Maler für sie an.

Ja nu.

Das ist allemal noch kein Beweis, dass es andersrum nicht auch zu großer Kunst gereicht hätte.

Merkt Euch das.

Amen.

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18 Antworten zu “Christliche Symbolik”

  1. Paul Kuhn sagt:

    “Liebe Christen: Nehmt den armen Mann endlich mal, und seht es meinetwegen als Gnadenakt, von dem verdammten Kreuz ab!”

    Nichts ist leichter als das.

    In der Bibel steht sogar wie man das machen muss. Es ist sozusagen ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl.

    “Da übergab er ihnen [Jesus], damit er gekreuzigt werde. Sie nahmen aber Jesus und führten ihn weg.” (Johannes 19:16)

    Der Name Jesus steht hier in Klammern. Entweder stand da an dieser Stelle einmal gar nichts oder aber etwas, was die Übersetzer total verunsichert hat. Es gab nämlich zwei Gefangene an diesem bestimmten Tag damals und es wurden auch zwei Männer von Pilatus verhört. Steht alles im Text der Bibel. Einer der Männer hieß Jesus, den man den Christus nennt und der andere hieß auch Jesus, den man als den Barabbas (bedeutet: Sohn des Herrn) kennt. Derjenige, den Pilatus geißeln bzw. auspeitschen ließ, das war der Sohn des Herrn. Wird verstanden worauf es hinausläuft?
    Und jetzt setzt einmal oben in die Klammer im Vers die Bezeichnung “Sohn des Herrn” oder besser noch den Namen “Barabbas”.
    Dann laßt den Jesus nehmen und ihn wegführen, so dass er gar nicht erst ans Kreuz geheftet werden muss.

    Jesus, den man den Christus nennt, der sagte nämlich noch vor seiner Verhaftung, dass jetzt Gericht gehalten werde und nun der Fürst dieser Welt hinausgeworfen würde. Und als das passiert ist, da sagte er, dass nun der Fürst dieser Welt gerichtet ist (steht auch alles im Johannes Evangelium).

    Wen denkt Ihr, meinte Jesus denn, wenn er von diesem Fürsten sprach? Sich selbst doch bestimmt nicht, oder?

  2. Eric sagt:

    Petrus wurde ja 3 mal gefragt, ober er diesen Mann kenne und dreimal verneinte er. Möglicherweise leugnete er nicht, sondern kannte den Mann wirklich nicht…

    Egal, es geht um die Symbolik eines Gekreuzigten und die entspringt gewissermaßen dem Jungsteinzeitalter. Es ist die Symbolik von Verurteilung, Schuld, Leiden, Reue…. Also alles in allem wirklich niedrige Frequenzen. Es ist eine Frage der seelischen Hygiene, solche Symbole NICHT zu verwenden, geschweige denn anzubeten.

    Ich würde sagen, die Künstler haben im Lauf der Jahrhunderte wunderbare Werke geschaffen – trotz der Kirche. Allerdings stagniert die große Kunst seit der Reformation. Ab da wurden noch niedrigere Frequenzen gefordert…

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Paul Kuhn

    Na gut.

    Eine von mir sehr geachtete Frau und große Bibelkennerin sagte mir auf Nachfrage hin mal, das Johannesevangelium sei “das geistigste”.

    Ich sage dazu lediglich, dass, wenn vier Leute versuchen, in etwa dieselbe Geschichte zu erzählen, dies normalerweise, wie in anderen Dingen, einer am besten hinkriegt.

    Unter Umständen, wenn eine tatsächliche Geschichte erzählt werden soll, zumal gar eine “heilige”, dadurch, dass er am besten lügt.

    Denn die, die heilige Geschichten lesen wollen, wollen in der Regel auch bestmöglich belogen werden. Von A bis O. Das liegt in der Natur der Sache.

    Mir persönlich, der die Bibel nicht besonders gut kennt, gefällt besonders der Offenbarerjohannes.

    Der erzählt, soweit ich das Buch kenne, die lustigste Geschichte darinnen.

    Da darf sogar der Teufel mal richtig mitspielen, und nicht nur das Kasperle.

    Es wimmelt nur so vor Huren, Banditen und Abgestürzten.

    Die Zahlensymbolik ist zwar nicht eben superoriginell, aber auch nicht ganz primitiv. Respekt dafür, dass so etwas in einem über die weitesten Strecken perversen, saudummen bis unleserlichen Buch drinstehen kann.

    Da hat sich mal einer ein bisschen angestrengt.

    Bis hin zur Zahlungsoberhoheit unter dem Lamm.

    Das gefällt mir, obschon nicht sonderlich elegeant eingeführt (eher etwas stupid eingefädelt, wie ein vorpostmodernes Krimiende), doch.

    Da weiß man, was man hat.

    Jesus oder keine Kohle.

    Das versteht jeder.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Eric

    “Allerdings stagniert die große Kunst seit der Reformation. Ab da wurden noch niedrigere Frequenzen gefordert…”

    Zwei harte Sätze.

    Ich dachte bislang, dass die große Kunst seit ein paar Jahren nach dem Ersten Weltkrieg stagniere (außer der meinigen natürlich).

    Wärest Du so nett, diesen Ansatz näher zu erläutern?

  5. Dude sagt:

    @Artikel

    “Amen”

    WORD! Danke Magnus!

    @Eric

    “Egal, es geht um die Symbolik eines Gekreuzigten und die entspringt gewissermaßen dem Jungsteinzeitalter. Es ist die Symbolik von Verurteilung, Schuld, Leiden, Reue…. Also alles in allem wirklich niedrige Frequenzen. Es ist eine Frage der seelischen Hygiene, solche Symbole NICHT zu verwenden, geschweige denn anzubeten.”

    Bingo! *signed*

    Es geht doch immer um die verfi… (Staatsanwalt *lol*) Symbolik, denn aus ihr lässt sich die Ideologie herauslesen. ;-)

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    In der Tat: die verfi… Symbolik

    Mir hat noch kein Christ je sinnig zu erklären vermocht, was für einen positiven Sinn es ergäbe, Kinder entlang eines solchen Bildes großzuziehen.

    Es kam nur Gestammel, wenn überhaupt etwas.

    Ich verstünde das nicht recht, das Gottessohnesopfer überstiege halt wohl – wie so vieler – in seiner hohen Tiefe meine Auffassungsgabe, es sei eben transzendent, überirdisch, teradivin: Geschwätz, Geschwätz, Geschwätz.

    Dies Symbol erzieht zur Akzeptanz der Grausamkeit. Ob nun römisch (-katholisch), jüdisch, sonstwie.

    Zeus war zwar ein bisschen geiler Bock, nicht immer anständig (bei der Hera allerdings kein Wunder), aber dass er zum Glaubensbeweis ihm ein Kind zu schlachten verlangte, ist mir nicht bekannt.

    Na gut. Jetzt muss ich wirklich ans Pizzabacken.

  7. Dude sagt:

    @Magnus

    Die vorige Aussage war allgemein gehalten, und nicht auf die fahlen Ideologien der menschengemachten, pyramidal-hierarchisch strukturierten Religionskonstrukte beschränkt.

    Ps. Gut back und lass dann schmecken! :-)

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Grade den Backofen angemacht, alles gerichtet, daher Rauchpause zum Schreiben.

    Mit “pyramidal-hierarchisch”, da sagst Du was.

    Wäre deren Ding wenigstens ein Kegel!

    Also eine Rundpyramide!

    Aber nein: vierkantig, blank machthaft, auf die Erde gestellt.

    Odin soll auch nur ein Auge gehabt haben: Der aber war es nicht.

    Dem war Ägypten zu langweilig und zu trocken.

    Ich will da auch nicht hin.

  9. Eric sagt:

    Es gibt die katholische Symbolik und die protestantische Symbolik. Gemeinsam ist beiden traurigerweise der Gekreuzigte.

    Die katholische Kirche hat aber bei allen Irrungen und Wirrungen immer auf etwas Erhabenes (ein interessantes Wort) hingewiesen und dieses Erhabene drückte sich in den Kathedralen, den Barockkirchen, in der ganzen religiösen Kunst der vergangenen Jahrhunderte aus. Es ist die Größe des Menschen, die mangels besseren Wissens auf einen Gott projiziert wird.

    Die protestantische Kirche mit ihren vielen Sekten ist ein Rückfall in alttestamentarische Glaubensstrukturen. Der Gott der Protestanten ist zwar ebenfalls Jesus Christus, aber dominanter scheint mir Jahwe zu sein, der strafende, verurteilende Gott des AT. Das Erhabene fehlt in diesen Kirchen und das Höchste, was angestrebt wird, ist eine nivellierte Gemein-schaft der Gläubigen. Die Symbolik dieser Kirchen ist Schuld in jeder Variante. Kein Wunder, dass alle Länder unter dem Einfluss der USA in Schuld(en) versinken und kein Wunder, dass man jetzt zunehmend vom jüdisch-christlichen Abendland spricht.

    Unnötig zu sagen, dass man keinerlei Kirchen braucht, keine Vermittler zwischen sich und zwischen sich Selbst. Man muss als freier Mensch die ganze Autorität – wie der Begriff selber schon sagt – zurückholen.

    http://www.serenitynews.com/newsletter/JesusLaugh.jpg

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Eric

    Interessante Interpretation, danke dafür!

    Man könnte noch hinzufügen, dass der Marienkult der Katholiken (der Gottesmutter!) wenigstens einiges an Weiblichem bewahrt.

    Sieht in der Regel auch ganz knackig aus, die Jesusmama.

    Ich habe sie jedenfalls noch nie hässlich-klotzbertanisch dargestellt gesehen.

    Nietzsche hegte wohl ähnliche Ansichten wie Du: Denn er meinte mal, der protestantische Priester sei noch härter zu bestrafen als der katholische.

    Für die Protestanten muss ich gleichwohl der Gerechtigkeit halber sagen, dass die einen Luther hatten. Und einen Bach.

    Hiemit eines der größten Sprachgenies und das zweifellos größte Musikgenie.

    Noch, was die Architektur anlangt: Ich mag auch das Barock, doch ist die Gotik für mich unübertroffen. (Ein Steinmetzkollege erklärte mir mal, im Ernst, wie er sich die beiden Stile vom Grunde her erkläre: “Barock: rein-raus. Gotik: aufstrebend.”)

    Die Gotik verbindet allerhöchste Baustabilität (alles ist mehrfach statisch verstärkt, das kann gar nicht zusammenbrechen) mit wundervollster Ästhetik. (Fiel übrigens in so eine blöde Warmphase, also eine Klimawandelkatastrophe, jene Epoche. Warst nicht Du es, der das hier schon erwähnte? Bin mir nicht mehr sicher.)

    Nochmal zu Jesus: Den Fall gesetzt (wie es hier ja auch schon in Stränge eingebracht wurde), dass Jesus tatsächlich nicht gekreuzigt worden wäre, oder, egal, ob er es nun wurde, oder nicht, die Leute fingen das zu glauben an, in Massen, so wäre das vielleicht gar nicht verkehrt (wofern sie darüber nicht gleich wieder Religionskriege anfingen, was man ihnen leider zutrauen muss.)

    Denn dann hätten wir wenigstens diese greisliche Kreuzessymbolik los.

    Nicht auszuschließen aber eben, dass dann erst recht ein neuer frischer Fanatismus an die Stelle des alten, schon eher abgeschwächten träte.

    “Sehet her, wir haben zweitausend Jahre das Falsche geglaubt, aber jetzt, nach dieser Prüfung, die uns Gott auferlegt hat, glauben wir endlich das Richtige! Wer jetzt noch das Maul wider unseren Glauben aufmacht, dem stopfen wir es endgültig!”

    Wer weiß…

  11. Eric sagt:

    “…ob er es nun wurde, oder nicht, die Leute fingen das zu glauben an, in Massen, so wäre das vielleicht gar nicht verkehrt…”

    Dummerweise glaubten und glauben die Christen bis heute kein Wort von dem, was ihr Gott gesagt hat. Nichts, aber auch gar nichts. Da kann man jeden Christen fragen. Zentrale Aussagen wie “Der Vater (das Universum) und ich sind eins” oder “Ich bin Gottes Sohn und ihr seid Gottes Kinder” oder “Sehet die Vöglein, sie arbeiten nicht…” oder “die Lilien auf dem Feld” oder “Wenn ihr Glauben hättet wie dieses Senfkorn, dann könntet ihr Berge versetzen”…

    Das alles sind gültige Aussagen, die kein Christ sinnvoll interpretieren kann. Auch der Papst und seine Führungsmannschaft nicht. Sie reden sich mit “übertragenem Sinn” heraus, obwohl die Aussagen wörtlich zu nehmen sind. Aber man versteht sie eben nur, wenn man es schon weiß und wenn man es weiß, braucht man keine Kirche mehr.

    Die Gothik gefällt mir auch und auch Bach. Luther mag zwar ein Sprachgenie gewesen sein, aber was nützt es, wenn man nur Blödsinn erzählt. Und was “das Richtige” ist, das soll eben jeder, der kann, selber bestimmen. Wer es nicht kann oder will, muss eben zwanghaft irgendwelchen Lehren folgen. Oder wie Jesus sagte:
    “Lasst die Toten die Toten begraben”

  12. TanjaKrienen sagt:

    Es stimmt, Eric! Das drückte sich früher – inzwischen hat sich auch der katholische Priester “modernisiert” – schon im Morphologischen aus: der evangelische, weltverneinende Asket, war immer der schlanke Pastor mit dem warnenden Zeigerfinger – auf der anderen Seite gab es den eher dicken, lebendsfreudigen und Wein anbauenden, wie auch schlürfenden Katholen. Dier Bilderschwere und Stärke des Katholischen ist der künstliche Ausdruck dessen. Imgrunde begann das Drama schon zu Robin Hoods Zeiten. Wir erinnern uns: Bruder Tuck soll abspecken und weniger den lebensfrohen Dinge nachgehen, die neuen Herren des Klerus wollten es so. Da begann im Keim, was als “Reformation” endete.

  13. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ TanjaKrienen & Eric

    Ihr habt mich überzeugt.

    Der Katholizismus hat zwar die Beichte und den Zölibat, einen Papst und die Jesuiten, Wasweißichwas, ist aber trotzdem, wie Ihr sauber dargelegt habt, nicht so heruntergekommen, alswie das Protestantentum.

    Mich hätte ja schon das Wort stutzig machen müssen: “Protestant”.

    Welcher vernünftige Erwachsene nennt sich denn so?

    Nietzsche blickte mal wieder durch. Doch wollte ich es in diesem Falle nicht gleich wahrhaben, sah die Lutheraner et al. als die Milderen der Verrückten an.

    Nun gut, meine Oma war eine Protestantin und eine so grundgütige und gleichzeitig überaus mutige und tapfere Frau, dass das eine wichtige Rolle gespielt haben dürfte.

    Wohl auch noch, dass ich in den ersten beiden Gymnasialklassen einen hervorragenden Deutschlehrer hatte, der auch evangelische Religion gab (mit 14 war bei mir damit Schluss, da durfte man, wenn die Eltern es gewährten, aus dem Humbug raus) und mich sehr verständnisvoll förderte, als ich noch aussah (heute ist es etwas besser), wie als ob grade dem Schwefelfeuer einer dantischen Hölle entsprungen. (Das fiel in die Zeit, da katholische Nonnen regelmäßig Gelegenheit dazu hatten und diese auch nicht verstreichen ließen, mich im Krankenhaus fiesest zu quälen.)

    Und noch: Im Grunde sind sie ja vergleichsweise lieb, die Katholiken, indem sie Frauen nicht ins Priesteramt lassen. Sollen die Männer ihren Mist doch alleine abziehen.

    Errare humanum est.

  14. Dude sagt:

    Ja sicher, deshalb geschehen z.B. all die “kleine-Jungen-Geschichten” ja hauptsächlich bei den Katholiken.

    Mich habt ihr jedenfalls nicht annähernd überzeugt.

    Jedwedes von Menschen gemachte, hierarchisch-pyramidal aufgebaute Machtkonstrukt mit den idiotischsten Dogmen, Geboten und Verboten – wie der Vatikan und der ganze stinkende Mist der dranhängt – unterminiert die Gleichwertigkeit der Individuen aufs Übelste, und zudem haben die alle Jesu’ einziges Gesetz vergessen. Kein Wunder, wird es in diesen “Schulen” ja auch nicht gelehrt, sondern allerhöchstens aberzogen – ganz gemäss der globalen Entwicklung Off-Religion.

    Ps. @Magnus Was ist eigentlich mit den 5 Favoriten? ;-)

  15. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Das mit der Päderasterei ist selbstverständlich ein beachtliches Widerargument.

    Trotz dieser Scheußlichkeit, die endlich mal richtig verfolgt gehörte, denke ich, dass Erics und Tanjas Ausführungen Bestand haben.

    Es hat übrigens keiner von uns gesagt, dass die katholische Kirche gut sei, lediglich (und wir gingen ja von der Symbolik aus) relativ weniger abartig, denn die protestantischen.

    (Zu den “Favoriten”: Danke der Erinnerung, ich arbeite dran, habe diese Baustelle zu lange nicht betreut.)

  16. Dude sagt:

    @Magnus

    Ich hatte das schon so verstanden, wie es gemeint war.
    Und dennoch!

    Willst Du allenernstes Behaupten, der Beelzebub sei besser als der Teufel?

    Ps. Danke, ich freu mich schon drauf :-)

  17. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich gestehe sofort ein, dass ich mich hier bezüglich des “Beelzebubs” statt des “Teufels” auf Glatteis begeben habe.

    Ich meine gleichwohl aber noch immer nicht, dass es Sinn ergibt, alles in dasselbe Loch zu stopfen.

    Gerade Differenzierungen, wie wir sie hier gesehen haben, ermöglichen es doch auch anderen, mal genauer nachzudenken, indem sie nicht nur primitive Glaubensfeinde gewahren, sondern Meinungen von Leuten, die zumindest versuchen, sich genauere Gedanken zu machen.

    Selbstverständlich besteht das ganze Christentum aus teilweise nur noch vollaberwitzig zu nennenden Synkretismen.

    Umso mehr halte ich es für geboten, diese herauszuarbeiten.

    Schließlich hat der “Teufel” nichts mehr zu fürchten als echte Aufklärung.

    Man sollte ihn daher nicht so leicht entkommen lassen.

    Wenn man so will, ist das hier forensische Pathologie.

    Wir wollen so exakt als möglich wissen (und die Symbolik ist dafür ein entscheidendes Kriterium), was wer wann wo wozu veranstaltet hat und veranstaltet.

    Von daher machst Du es Dir an dieser Stelle meines Erachtens zu einfach.

    Wir sind, um es moderner, angelsächsischer auszudrücken, “Crime Scene Investigators”.

    So habe ich auch und gerade Erics wie Tanjas Beiträge verstanden.

    Wir versuchen, hier der dahinterstehenden und wirkenden Tiefenpsychologie bis zum Grunde auf die Spur zu kommen.

    Da hilft es nicht, wenn wir alle und alles in einen Sack stecken. (Die ganzen Perversos bei den Katholen sind und bleiben, wie ich es oben schon sagte, ein starkes Widerargument.)

    Bleibt, nur als wiederholtes Beispiel, dass die Protestanten einen Luther (den Eric zurecht im Sinne der Aussagen kritisierte) und gar einen Bach vorzuweisen haben.

    Die anderen ihre schöneren Kirchen.

    Ich bin dafür, jeden Stein umzudrehen, wo ihn nun grade der Teufel oder der Beelzebub hingelegt haben mag.

    No pasarán!

    Auch dass Tanja die Sache selbst schon auf die Robin-Hood-Legende zurückführte, war mir genau darin Ermutigung.

    No pasarán!

    Wir lassen sie nicht so einfach durchkommen.

    Man muss ihnen jeden Spiegel vorhalten.

    Bis dass sie nicht anders können, als das Selberdenken anfangen.

    Das werden sie erst tun, wenn man ihnen allweis und bis zum letzten Grunde keine andere Chance mehr lässt.

    Dafür auch dies hier.

    Liebe Grüße in die schöne Schweiz.

  18. Dude sagt:

    Lieber Magnus

    Du sprichst wahrlich wahrhaftig! Differenzierung ist wohl wichtig, wichtiger noch als manch anderes, und dennoch, ob Protestanten, Katholiken, Hinduisten, Muslime, usw., sie alle haben vergessen, was wahre Religio – also individuelle und bewusste Rückverbindung mit der Quelle allen Seins und Lebens – in Wahrheit bedeutet.

    “Von daher machst Du es Dir an dieser Stelle meines Erachtens zu einfach.”

    Nein, nicht zu einfach. Das Laster der Faulheit war es, das mich plagte. Ich tanze wohl gerade auf allzu vielen Hochzeiten gleichzeitig.

    Alles LiebeLicht

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