Induzierte Selbstheilungskräfte

Der Mensch traut dem Menschen nicht mehr.

Und damit meine ich jetzt nicht der eine dem andern, sondern arg viele sich selbst. (Einiges weitere dazu auch unter dem Titel “Matrix zericht“.)

Viele sind schon so technikgläubig-paranoid, dass sie glauben, das Pentagon oder sonstwer könne so ungefähr alles.

Dabei sitzen dort jede Menge Blödmänner herum. Zwar nicht nur, aber jede Menge. Auf die ist der Laden nämlich zwingend angewiesen. Außerdem sucht sich der vernünftige Nichtblödmann eine anständige Arbeit, anstatt wahnhaft an Möglichkeiten zur geistigen und physischen Vernichtung großer Teile der Menschheit herumzuwerkeln.

Ich will damit nicht sagen, dass ich gegen Niedrigfrequenzwellen und allerlei sonstige Säutechniken gefeit wäre. Und wenn man mir eine Drohne voll modernstem Sprengstoff GPS-gesteuert exakt auf die Rübe schmeißt, dann ist sie vielleicht wirklich mal vorläufig zerbraten.

Vielleicht schreibe ich ja auch nur so viel unintelligibles deutsches Gebrabbel hin, weil ich schon lange unbewusst für die arbeite. Und dass ich mir scheinbar genau überlege, wann ich einen Anglizismus doch verwende, ist lediglich meine geschickte Tarnung.

Inzwischen glaube ich sogar, dass mir Bier besser tut als Benzin. Auch, dass man die schottischen Brennereien längst darauf verpflichtet hat, Haldollösung in die Flaschen zu füllen und die Nordsee mit ihren schlechten Destillaten besoffen zu machen, weil man zielsicher herausgefunden hat, dass nicht jeder verblödet, der ab und an mal dran nippt.

Die wirklich gefährlichen Viren, Trojaner, Würmer und wie das ganze Geschmeiß genannt wird, haben sich aber tatsächlich nicht in Computern eingenistet, sondern in den Köpfen. Dass man daran in den Propagandaabteilungen nicht unerfolgreich gearbeitet hat, in Hollywood und sonstwo, das will ich nicht bezweifeln. Es ist offensichtlich.

Bei den einen funktioniert das so, dass sie immer noch und erst recht jeden Dreck runterschlucken, der ihnen eingeschenkt wird. Bei den anderen so, dass sie die Manipulanten für quasi allmächtig halten.

Bei letzteren irrwitzerweise darüber, dass sie vermeinen, aufgewacht zu sein, erkannt zu haben, dass dies so sei.

Die erzählen dann aller Welt (aber vor allem sich selbst), dass sie inzwischen voll durchblickten, das aber auch nicht die Bohne was brächte. Die glauben an die Macht der Manipulatoren wie andere an Gott.

Ein bisschen schwach allerdings werden sie in der Regel (sie sind manchmal recht gebildet und beredt; gestern führte ich mal wieder einen in-vivo-Test durch), wenn man ihnen zwei Dinge als antivirale Medikamente verabreicht: erstens, dass es allemal eine geistige eigene Welt geben könne, eigene Freude, Gedanken, die einem nicht vom Pentagon verabreicht wurden, und dass inzwischen zweitens eine Million Textseiten auf einen pfenniggroßen USB-Stickel für sechs Euro in jede subversive Hosentasche passe, die Informationen in Fülle zu verbreiten, jederzeit, überall, die den Manipulatoren nicht genehm, weltweit, gnadenlos.

Es sich hier also derzeit sehr früge, wer Hase und wer Igel sei.

Drittens, hernach, kann man dem Probanden sogar die Frage einflößen, weshalb die Manipulatoren denn so oft so schäbig und durchsichtig lögen, und, selbst wenn längst entdeckt, noch weiterlögen (siehe Iranlüge), obschon sie doch darum genau wüssten.

Die einzige logische Erklärung, da die ja ebenfalls genau darüber im Bilde, dass sie die Vollverblödung der Menschheit noch nicht endgültig in den Griff gebracht, sei, dass sie wohl ziemlich nervös sein müssten, denen wohl schon der Arsch auf Grundeis gehen müsse.

Diese drei Antidote, nacheinander sorgsam dosiert, mal allo-, mal homöopatisch eingesetzt, wirken nicht selten zwar nicht gleich Wunder, aber regen das Immunsystem des Patienten oft schon schnell erkennbar an.

Gegen die reine Dummheit ist bekanntlich kein Kraut gewachsen. (Obschon ich selbst das als langjähriger Nachhilfelehrer ein ganzes Stück weit zu bezweifeln wage.)

Gegen die induzierte, antrainierte Dummheit aber lassen sich auf jeden Fall beachtliche Erfolge erzielen.

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4 Antworten zu “Induzierte Selbstheilungskräfte”

  1. Prohumani sagt:

    Wissen ist Macht. Mit großer Macht, folgt gleichsam große Verantwortung.
    Verantwortung, die Ohnmächtigen zur Macht zu bringen.

    Auf dem Gymmi hab ich nichts fürs Leben gelernt. Als Bankster hab ich auch nur Fachwissen für Satanswerk angesammelt.

    ABER der wahre Durchbruch des Wissens kam mit den unabhängigen Medien und dem freien Internetzugang.
    Eigenrecherche befreit! NUR man muss es wollen…..
    Die meisten wollen aber nicht…wieso nur? Was ´ne schöne neue Welt.
    Um Wissen zu verbreiten, muss man die einfache Sprache wählen. Das Niveau ist im Keller und genau dort müssen wir wieder anfangen Inhalte und Wissen zu vermitteln. Also nicht immer so eloquent Hochstapeln ;-)
    Manchmal reicht ein präziser einfacher Satz, um einen ganzen Sachverhalt punktgenau verstärkt im Hirn zu platzieren. Der Rest kommt von allein. Ich zähle also, wie bei mir, auf die Selbstheilungskräfte ;-)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Prohumani

    Wenn Du hier mir – wem sonst? – vorhältst, dass ich hochstapelte, sprachlich zu wenig Kellerkontakt hätte, wieso verwendest Du dann selbst das Wort “eloquent”, in eben dem dahingehenden Satze?

    Hätte “beredt” es dort nicht auch getan?

    Im übrigen weiß ich nicht, welche Mundart Du sprichst.

    Ich jedenfalls kann Schwäbisch und spreche es sehr volkstümlich für mein Leben gerne. Und eben gerade erst recht auch über ernste Themen.

    So gesehen habe ich vielleicht auch eine “Kellerkenntnis” (das Unterfränkische kenne ich ebenfalls bis in verschiedenste Mostflecken und -fässer hinab), die Dir möglicherweise abgeht.

    Allerdings konzediere ich gerne, dass ich hier nicht immer nur fürs einfache Volk schreibe.

    Mitunter dürfen auch Gebildete noch etwas davon haben.

  3. Prohumani sagt:

    “eloquent” vor “hochstapeln” zu setzen hatte die Absicht, die Form bildlich dar zu stellen. Also kein Hochstapler im eigentlichen Sinne (hier doch nicht-ehrlich-), sondern die Schreibweise mit Wörter so hoch zu stapeln, dass die Redegewandheit (eloquentia) der leichten Verständlichkeit obsiegt.
    Kurzum: Eine Spannung der Spracheform reinzubringen ist schön, aber bitte nicht übertreiben. Nicht alle Menschen nehmen sich die Zeit und blättern nochmal nach, um das Gesagte zu verstehen.

    Danke für Arbeit und die Artikel.
    Lieben Gruß :)

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Prohumani

    Danke Dir!

    Habe auch grade gesehen, dass auf Deinem Blog wieder was läuft.

    Und zwar Wichtiges.

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