Vom Vollweibe

Ich sprach gestern – vor einer nichtamourösen, gemäßigten Ausschweifung – mit einem über ein “Vollweib”, das er genauso spitzenklasse findet, wie ich. (Von uns zween oder ähnlichen werde es wohl keinen nehmen, meinte er noch. Aber das ist hier jetzt lediglich randständig, selbst wenn für beide bedauerlich. Dieser Lobgesang soll sich nicht um etwas beklagenswerte männliche Einzelschicksale drehen.)

Immerhin kam ich – vermutlich – wenigstens dem gedanklich näher, was ein Vollweib ausmacht.

Ich versuche es, in diesem ernsten Falle, mal mit einer sehr unliterarischen, möglichst nüchternen Auflistung dessen.

Das Vollweib

- ist gnadenlos schlagfertig

- ist jedem guten Scherze hold

- ist intelligent

- ist meist wenigstens ziemlich gebildet

- kann auch sehr ernst werden, ist aber grundlebensfroh

- kann gut und lustig und anschaulich erzählen

- erkennt Blödmänner auf zehn Meilen noch im Schlafe um drei Ecken

- spricht oft außer Hochdeutsch perfekt einen Dialekt

- trinkt, in aller Regel, nicht nur der Figur und des Teints halber, nicht nur Wasser

- daddelt nie sinnlos an seinem Handy herum

- hat es nicht nötig, mit Männern schräge Spielchen anzufangen

- hat eine Grundherzlichkeit und -ehrlichkeit

- kann, außer mit Männern, auch mit deren Nächstverwandten, also Kindern, gut umgehen

- kriegt, auf kurz oder lang, praktisch immer, was es will

Oh mei!

Wohl dem, der mit ihm reden darf!

Wohl dem, der auch mal von ihm umarmt wird!

Wohl dem, der so einen Schatz nicht nur zu heben (manche von ihnen sind etwas schwerer), sondern auch zu hüten und bewahren weiß!

Vielleicht wurde die Welt nur des Vollweibes halber geschaffen.

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