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Ich habe geweint. An einem öffentlichen Ort, wo mich alle kennen.

Es ist schon ein paar Monate her, aber natürlich nicht vergessen, denn in meinem Alter weint man normalerweise nicht mehr öffentlich. (Man ist ja, trotz aller Genderei, immer noch doch noch kein Weib, so dass das statthaft wäre. Durchaus ein Stück weit korrekt.)

Ich ging dergestalt aus dem Leim, weil Mitschüler meine Söhne mal wieder übelst gequält hatten, gar noch ihre verstorbene Mutter als verbales Zersetzgeschoss verwendend, ich, bei aller Anstrengung, nur sehr begrenzte Mittel gefunden hatte, bei heutigen Schulverhältnissen, sie zu schützen und dawider wieder aufzurichten.

Nun erzählte mir am selben Orte gestern einer, quasi triumphal, als es zu einer zunächst eher kleineren Auseinandersetzung kam (ich Blöd nahm einen ungefragt vor dessen Lästereien in Schutz), dass er mich ja daselbst schon plärren gesehen habe. Meine grundsätzliche Schwäche und Disziplinlosigkeit alsomit dokumentiert seien.

Ich habe das dann, nach dem einen oder anderen sanften Einwand, sarkastisch lachend, auf mir sitzen lassen. Es war mir aber, zugegebenermaßen, nicht egal. Obschon ich ihm keine vergleichbare Schwäche aus momentaner Verzweiflung wünsche.

Wohl habe ich ihn, da er selber vor kurzem einen Verlust zu tragen hatte, übers Maß geschont. Benutzt er das aber nochmal gegen mich, sein Ego aufzublasen, werde ich mich entweder einfach abwenden oder ihn verbal von der Platte putzen, wie er das noch nicht erlebt haben dürfte. Denn seine Stärke ist in erheblichem Maße eingebildet. Was ja schon sein Vorgehen zeigt. Dafür reicht es, wenn es denn sein muss, noch locker. (Oder erst recht: Wer viel eingesteckt und überlebt hat, hat eine Kraft, die andere gar nicht erwägen, erwägen zu müssen und erst recht nicht können.)

Das eigentlich Schlimme und Tiefe an der Sache war, dass mir hernach, ich spürte es im Grunde schon, als ich noch mit einem anderen darüber sprach, jenen wiederum in Schutz nehmend (so gutmütig bescheuert kann man sein), dieser meinte, dass ich, mich nicht ernsthaft wehrend, doch meine Frau, die mir die Kinder geschenkt, um die es ging, damit im Grunde verraten habe.

Das traf mich hart. Denn ich wusste nichts dawider einzuwenden.

Immerhin: wieder was gelernt.

Werdet hart.

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2 Antworten zu “peinlichkeiten.com”

  1. Dude sagt:

    Was einen nicht killt, macht einen härter…
    …Aus einer bestimmten Betrachtungsebene heraus, kann man also solchen gar noch dankbar für die Angriffe sein.

    Nur das Beste, Dir und den Junioren.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich hätte dies nicht hier hingeschrieben, ginge es mir nicht wesentlich auch um diese Betrachtungsebene. Danke, Dir.

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