Dem Nachwuchse (VI)

Manche von Euch, ich kann das verstehen, wären lieber schon tot.

Denn der Tod verheißt eine, wenn auch ungewisse, Art der Freiheit.

Und er weiß seinen Lockruf dadurch erklingen zu lassen, indem er flötet: “Erst wenn Du tot bist, wird man dein Werk achten! Du weißt doch, dass man vor Deinem Tode nur Eckensteher lobt und anerkennt!”

Ja, gar süß weiß der hinterlistigste aller Gevatter zu schalmeien; aber er betreibt dies Gewerk nicht allein.

Denn er hat um desto mehr Schützenhilfe, je mehr lebende Kräfte und Mächte wider Euer Werk stehen. Er greift Euch mit derartiger Gewalt an, weil er Angst davor hat, dass Ihr ihn überwinden möchtet.

Ebenso wie die, deren Ableben nur einen Teil der Menschheit für einen kurzen Moment berühren wird. Deren Neid und Hass ist in der Tat gefährlich.

Denn sie können es nicht ertragen, dass Ihr keine Jachten und Luxusvillen braucht, um lediglich vorübergehend als wichtig zu gelten. Dass Euch ein Wurstbrot und ein Bier reicht, um alle Weite der Welt ohne Hunger nach Nahrung oder gar dem Unwichtigsten in Euch und außerhalb Euer aufzuspannen.

Jesus kann Euch (es sei denn, er wäre doch nicht am Kreuze gestorben, also das ganze Christentum auch dahingehend eine Lüge) kein gutes Beispiel sein. Denn wer sich mehr oder weniger mit Absicht von Juden, Römern und dem Pöbel, bejubeltermaßen, dergestalt hinrichten lässt, hat wenigstens etwas Wichtiges nicht verstanden.

Jesus kann Euch (es sei denn, er wäre doch nicht am Kreuze gestorben, also das ganze Christentum auch dahingehend eine Lüge) kein gutes Beispiel sein. Denn wer sich mehr oder weniger mit Absicht von Juden, Römern und dem Pöbel, bejubeltermaßen, dergestalt hinrichten lässt, hat wenigstens etwas Wichtiges nicht verstanden.

(Das Programm hat gerade einen Dachschaden, also lasse ich diese Passage nach mehreren Tilgungsversuchen jetzt doppelt stehen. Das kommt wohl von oben.)

Dies unabhängig davon, ob Schiller tatsächlich mit Wissen Goethes per Eisenhutgiftmord den frühen qualvollen Tod fand oder nicht, auch dessen, dass Kleist hätte vielleicht länger im Fleische bleiben können, anstatt sich ob seines Misserfolgs zu erschießen.

Sie waren, nicht nur, weil sie keines Jahwe und keines Paulus’ zum zweifelhaften Nachruhme bedurften, zweifellos die Besseren.

— Anzeigen —


Tags: , , , , ,

Eine Antwort hinterlassen