Erwortung – Dem Nachwuchse (III)

Ich weise zunächst auf den Vorgängerartikel ‘Writing “For Our Time” ‘ hin, der, sei es mit etwas Mühe, oder eben etwas Hilfe, auch dem Deutschsprachigen entzifferbar sein sollte, wiederhole deshalb hier direkt nichts von dem dort Erläuterten.

Es geht jetzt um Dinge, die Englischsprachige meist gar nicht hören und noch viel weniger aufnehmen wollen, da für sie Englisch schlicht (Ausnahmen gewährt; ich kann auch boshaft sein, liebe Angelsachsen, denn Ihr zerbombt mein Land, meine Landsleute, meine Sprache immer noch nach Lust und Laune, zum Spaße) alles ist, was Englisch ist.

Also, dass Etymologie eine lustige kleine Spielwiese von ein paar Sprachwissenschaftlern in Oxbridge sei, ansonsten aber ein eitles Betätigungsfeld, da alle Sprachen der Welt ohnehin nur darauf hingesteuert hätten, dem Englischen als Eunuchen zu dienen, bis dass dieses seine vermeintliche, selbstverständliche globale Omnipotenz erlangt, von Gott vorherbestimmt, eingenommen habe.

Wer das einzelne Wort nicht schon von seiner Herkunft bestimmt zu achten willens, wird lediglich intuitiv schreiben. Manche können das, eingestanden, trotzdem ziemlich gut.

Gleichwohl ist das Studium der Wortentwicklung durch die Sprachen und Zeiten ein Ausbildungsbehuf der gewichtigsten Art; dies nicht nur, um Tiefenschichten der Semantik erkennen und einsetzen zu können, sondern auch ob der Zersprechfähigkeit wider jene, die zu übelen Zwecken Schindluder mit der eigenen Sprache treiben, ihnen also gewitzigt wie eiskalt auf den Punkt entgegenzutreten sich zu befähigen.

Dies befördert dann, im übrigen, auch die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Intuition. Die sogenannte Intuition ist nämlich oft ein Trugschluss, schlicht ein Kind erfahrener, tief eingesenkter Manipulation. Wer seiner Intuition blind traut, ist ebenso ein Tor, wie der, der nichts, aber auch gar nichts von ihr wissen will.

Auf der wörtlich-begrifflichen Ebene gibt es denn auch, abgesehen vom sonstigen genauen Hinlesen und Hinhorchen, keine bessere Übung denn die Beschäftigung mit Wortherkunft und -entwicklung, eben der Etymologie.

Anhand ihrer lassen sich ganze Epochen geistig entschlüsseln. Sie ist eine der wichtigsten der zahlreichen Erzherzoginnen der Königin der Wissenschaften.

Ihr lacht ob dieses Pathos’ ?

Dann schaut Euch nur mal an, wie aus Pathos, zu Deutsch Leiden(schaft), über einen Umweg, eine hinterlistige semantische Vereinseitigung religiöser Art, der alleinige Weg zum Heil gemacht wurde.

Zum Worte “Religion” sage ich jetzt nichts weiter, denn sonst regen sich gleich wieder einige Leute sinnlos auf. (Denn sie wissen, soviel sei doch angefügt, ja nicht einmal, an wen oder was sie sich rückbinden sollten, nennen es oder ihn oder sie oder das undefinierbare Das dann halt “göttliche Quelle”, “Ureins”, “Urkeinheit”, “Urknall” usw., all jene zu faszinieren, zum Verstummen zu bringen, die eines solchen zwar nicht unbedingt leugnen, aber sich auch nicht von irgend ungefährem Geschwätz einfach übermannen, entworten lassen.)

Lasst Euch nicht entworten.

Erwortet Euch.

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11 Antworten zu “Erwortung – Dem Nachwuchse (III)”

  1. Lesezeichen sagt:

    Magnus, ich habe mich nun durch diesen Text gekämpft und frage mich, was du eigentlich sagen willst?

    Wenn du deine Kinder dazu erziehst, mit Messer und Gabel zu essen, ist das dann in deinen Augen Manipulation oder doch eher eine Erziehung zu einem gewissen Lebensstil, einem gesellschaftlichen Niveau oder – schlimmer noch – Konsens? Überhaupt solltest du dir die Frage stellen, was an deiner Erziehung schlicht und ergreifend deine eigene Manipulation ist? Wenn du deine Kinder partout von Gott und Glauben fernhalten möchtest, dann drückst du ihnen auch deinen Stempel auf und erziehst sie ebenso wenig zu sogenannten Freigeistern – was immer das auch sein mag – wie andere Eltern das tun oder nicht tun, religiös oder nicht.

    Ich persönlich halte sehr viel vom Instinkt, vom Bauchgefühl, von der Intuition. Insbesondere nachdem ich wesentlich mehr Schiffbruch erlitten habe, als ich genau nicht darauf gehört habe. Ich habe statt dessen auf klug scheinende Argumente gehört, gegen mich selbst argumentiert, obwohl ich den Boden unter meinen Füßen beben fühlte.

    Ich finde vielmehr, dass es die Erziehung zur Instinktlosigkeit bzw. das Aberziehen jeder Art von natürlichem Instinkt uns mehr schadet als nützt, in der Gesellschaft auf breiter Front zu noch mehr Nachplappern, zu noch mehr Empfänglichkeit für Propaganda führt. Aber wo ist der Unterschied zwischen deiner Propaganda und anderer? Ich sehe da keinen großen. Mal kann ich zustimmen, mal nicht. Woher nimmst du deinen Anspruch auf Absolutheit, auf das Non plus Ultra, auf die allein seligmachende Antwort?

    Wenn ich mir ansonsten deine letzten Texte zu Religion, Gott, die bösen Engländer und andere Rundumschläge ansehe, dann frage ich mich, ob du in diesem Leben ohne Feindbilder auskommen könntest? Ich bezweifle das mittlerweile und frage mich, warum das so ist?

    Es winkt mit offensichtlich doppeltem Dachschaden (verliebt und religiös)

    das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Ich will meine Kinder nicht partout von Gott und Glauben fernhalten und tue das auch nicht. Das hast Du Dir erfunden.

    Des weiteren habe ich mich in keiner Weise gegen Intuition ausgesprochen.

    Zudem brauche ich auch keine Feindbilder, noch nicht mal Gott oder Engländer.

    Ich erwarte schon gar nicht, dass jemand genau liest und einigermaßen versteht, was ich schreibe.

    Egal in welcher Sprache.

    Normalerweise wäre das meine ganze Antwort.

    Aber da Du es bist, die hier so anfragt, werde ich etwas ausführlicher.

    Hast Du Dir mal überlegt, weshalb ich all dies mache?

    Nur, um mich aufzublasen und um mich zu keulen?

    Der Welt das schlechte Beispiel eines sich offen dazu bekennenden Missratenen zu geben? (Das wäre immerhin schonmal was.)

    Aus einer Sonderform des Sadomasochismus’ heraus?

    Meinst Du, ich wisse nicht, wie manches, was ich verfasse, auf manchen wirken, manchem anmuten mag?

    Weshalb mache ich es gerade erst recht?

    Wer sieht nicht, wie viel – ja, jetzt nehme ich das vernutzte Wort her – Liebe darin steckt?

    Dumme Frage. Nein, eine rhetorische, eine Scheinfrage.

    Selbstverständlich sehen die meisten das nicht.

    Wie sollten sie es auch können.

    Ich bin nicht so vermessen, mir zu erhoffen oder gar zu glauben, dass sie das könnten.

    Dafür sind sie viel zu sehr mit den sie jeweils “zufällig” betreffenden Teilaussagen beschäftigt.

    Das ist ganz normal.

    Als moderner Krämer sagte ich, es sei “eingepreist”.

    Gleichwohl findet der eine oder die andere hier mitunter ein Samenkorn.

    Und was der einen ein Samenkorn sein mag, mag dem anderen nur als Ärgernis, gar üble Pöbelei erscheinen.

    Das weiß ich.

    Genau so will ich es.

    Ich arbeite nicht als Sklave von Springer oder Burda.

    Dort kann man erwarten, was man erwartet.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Nachtrag

    Ich will natürlich noch viel mehr.

  4. Lesezeichen sagt:

    Magnus, ich zweifle nicht an deinen guten Absichten. Ich habe nur manchmal den Eindruck, dass du über das Ziel hinausschießt und dann damit das Gegenteil von dem erreichst, was du eigentlich wolltest.

    Drastisch sein zu können ist durchaus manchmal ein probates Mittel, aber nicht immer und überall und zu jeder Zeit. Warum machst du es dir so schwer?

    Wir unterliegen ständig irgendwelchen Manipulationsversuchen und es ist richtig, unsere Kinder darauf hinzuweisen. Aber, so wie wir unseren Weg gegangen sind und zu unseren eigenen Erkenntnissen oder Denkergebnissen gekommen sind, so werden es unsere Kinder auch halten und das ist gut so. Wir haben dort keinen Zutritt und das ist sogar noch besser. Sie werden das, was wir ihnen mitgeben, aufgreifen und für sich neu bewerten, Dinge übernehmen und auch anderes verwerfen. Sie werden auch Dinge, Ansichten und Einsichten verwerfen, die wir liebgewonnen hatten, die uns harte Wege der Erkenntnis gekostet haben.

    Aber so wenig, wie wir Edison küssen, wenn das Licht angeht, so wenig werden sie Dinge, Ansichten, Einsichten, Verhaltensweisen von uns übernehmen, wenn sie nicht in ihre Lebensstruktur passen, bzw dem neuen Leben angepasst werden müssen.

    Es gibt “ewige Werte”, aber auch die werden zuerst neu überdacht, bevor sie übernommen werden.

    Wir gewinnen nichts, wenn wir den Rest der Welt zu Idioten erklären.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Zunächst noch zu Deinem vorigen Kommentar.

    Ich erzählte meinem Elfjährigen, dass man mir jetzt schon vorwerfe, ich habe ihn und seinen Bruder partout (das Wort musste ich dann erklären) vom Glauben und von Gott abhalten wollen bzw. handelte immer noch in solcher Richtung.

    Er lachte bloß und meinte, dass ich ihn ja seinerzeit ohne weiteres in diesen todlangweiligen Religionsunterricht gehen ließ und bestätigte mir, dass ich noch nie Maßnahmen gegen Gott und Glauben ergriffen habe (so, wie in der Regel bei Gläubigen, die ihren Kindern sagen, sie müssten glauben).

    Weiterhin magst Du es so sehen, dass ich über das Ziel hinausschösse. Mag manchmal so sein. Aber immerhin schieße ich noch. Rein verbal. Im Gegensatz zum Großteil des größten Teils des Rests.

    Ich erkläre überdies nicht den Rest der Welt zu Idioten. Sage aber sehr wohl zu vielen, dass sie doch bitteschön mal mit dem eigenständigen Denken anfangen möchten. Und begründe das oft, denn sonst hören sie nichts außer dem Pfarrer und dem Stadionsprecher und Anne Will, recht drastisch, aber nicht realitätsfern, denn die durch Drohnenangriffe zerfetzten Kinder gibt es ebenso wie den Euro-Lug und -Wahnsinn.

    Mir scheint, hier soll mal wieder der Überbringer übler wahrer Mär geschlachtet werden, denn dass man die Mörder und Volksaussauger zur Rechenschaft zöge.

    Du hast mich jedenfalls nicht ein Gran dahingehend überzeugt, dass ich im Sinne einer säuselnden Sanftheit, der Weichspülerei der systematischen Grausamkeiten jener, die solche tagtäglich realiter anordnen und begehen, etwas änderte.

    Den Deibel werde ich tun.

    Durch Reaktionen wie Deine fühle ich mich vielmehr als auf dem richtigen Wege bestätigt.

    Denn wenn was ich sage schon glaubensfeste Leute Deines Formats anfrisst, dann kann es fast nur so und richtig sein.

    Wenn Du also meinst, dass einer übertreibt, dann wende Dich an Barack Hussein Obama. Der lässt täglich unschuldige Menschen ermorden.

    Ich nicht.

    Aber ich sage es und bin dann meinetwegen eben erstmal das Ersatzarschloch.

  6. Lesezeichen sagt:

    Magnus, Religionsunterricht ist meistens langweilig und wenn du mich fragst, ein mehr oder weniger überflüssiges Laberfach. Man kann dort mit ein paar Mal Fingerhoch problemlos mindestens eine Drei bekommen, ohne sich besonders ins Zeug zu legen. Religionsunterricht führt auch nicht zum Glauben, Zum Glauben kann man nicht erziehen und schon gar nicht unterrichten.

    Du forderst zum Selberdenken auf. Das finde ich gut. Weniger gut finde ich, dass dieses dann nur so lange deine Zustimmung findet, solange das Ergebnis auf deiner Linie liegt. Wenn nicht, dann ist der andere eben doch der Idiot. Von daher hätten deine Kinder nicht den Hauch einer Chance bei dir, sollten sie auf einmal einen Glauben entwickeln oder in eine Richtung gehen, die nicht die deine ist. Sollte es so sein, werden sie es dir einfach nicht sagen.

    Ich kann da insofern ziemlich gut mitreden, weil ich einen hoch talentierten, überaus begabten Vater habe, der als Persönlichkeit so raumfüllend war, dass für andere nur noch Platz an der Wand war.

    Mich stört weniger, dass du deine Gedanken klar äußerst. Mich stört deine Distanzlosigkeit. Man kann die Dinge so oder so formulieren.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Jetzt unterstellst Du mir auch noch eine Art antireligiöse häusliche Tyrannei.

    Und wer ergebnisweis – allgemein! – nicht auf meiner Linie sei, werde von mir einfach als Idiot abgestempelt.

    Wider ersteres werde ich mich nicht wehren, da ich weder einen zwingenden Gegenbeweis bringen will noch könnte.

    Zur zweiten Behauptung: Hier ergibt sich ein zwingender Gegenbeweis anhand der zahlreichen Diskussionen, an denen ich mich auf dieser Seite beteiligte. In denen ich meist beharrt, aber auch oft eingeräumt, mich nicht selten korrigiert habe.

    Und, darüber hinaus, selbst Beschimpfungen und Unterstellungen, Verwünschungen, allerlei Drohungen zumindest in aller Regel gelassen, eher zum Thema zurückführend, denn mit ähnlicher Münze heimzahlend, allenfalls sarkastisch, ja, das wohl, beantwortete.

    Egal, ob man mir gerade die Folgen meiner (vorgeblichen) Blasphemien an den Hals wünschte, bedauerte, dass man mir noch nicht bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen habe, Flüche versuchte, mich als selbstverliebten Egomanen hinzustellen trachtete, durchdrehte, weil ich mal wieder etwas nicht hinreichend ernstnahm, oder man mir eben jetzt, in völliger Unkenntnis, den fanatisch antireligiösen grausen Diktator anzudichten unternimmt.

    Und da, letzteres herangenommen, redest Du von Distanz.

    Ich werde jetzt nicht benennen, was ich stark vermute, dass es Dich zu solch harscher Rede wider mich treibt.

    Denn das werde ich, auch wenn Du unter Decknamen auftrittst, obschon Du mir derlei als öffentliche Person vorwirfst, hier nicht sagen.

    Aber doch, dass dies Dein Gebaren zwei wesentliche Gründe haben dürfte, auf die Du sicherlich kommen kannst, wenn Du darüber nachdenkst.

    Nachtrag

    (Ich merkte gerade, dass es wohl drei Gründe sind.)

  8. Infoliner sagt:

    Magnus, Deine Ausdrucksfähigkeit begeistert mich und regt an. Im Falle von den meinen abweichender Erkenntnisse vermag sie darüber hinaus mehr zu ärgern, als in ungeführter Sprache lieblos gekleckerte Argumente.
    Gerade hier … nein, ich möchte ihn nicht behalten, sondern mit allen teilen, scheint mir ein Fehler wegen der Vorbildfunktion Deiner Texte erwähnenswert:

    …sondern auch ob der Zersprechfähigkeit wider jene, die zu übelen Zwecken Schindluder mit der eigenen Sprache treiben, ihnen also gewitzigt wie eiskalt auf den Punkt entgegenzutreten sich zu befähigen.

    Das “zu” deutet zu Unrecht auf einen hier nicht ausgeführten Fortgang Deines Satzes hin.

    Noch etwas: Nur wenige der Netnews-Einträge lassen sich anhand ihrer Titel einem Verfasser oder einer Seite zuordnen, und dann üblicherweise durch die sattsam bekannten Ansichten Letzterer. Deine Einträge offenbaren den Verfasser durch ihre sprachliche Qualität. Das bedrückt mich.

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Infoliner

    Schockschwerenot! Ob Deines formulierungskritischen Einwurfs dachte ich grade spontan, nur den von Dir angegebenen Teil vor mir habend, dass mir mal nicht nur ein angesagter Buchstabe, sondern gar ein notwendiges Wort nicht in den Satz geraten wäre, was ja grade hier erst recht nicht hätte passieren dürfen.

    Ich zitiere nochmal den ganzen Satz:

    “Gleichwohl ist das Studium der Wortentwicklung durch die Sprachen und Zeiten ein Ausbildungsbehuf der gewichtigsten Art; dies nicht nur, um Tiefenschichten der Semantik erkennen und einsetzen zu können, sondern auch ob der Zersprechfähigkeit wider jene, die zu übelen Zwecken Schindluder mit der eigenen Sprache treiben, ihnen also gewitzigt wie eiskalt auf den Punkt entgegenzutreten sich zu befähigen.”

    Zugegeben, der Satz ist trotz seiner (für meine Verhältnisse) relativen Kürze etwas verschachtelt, indem der endständige zu-Infinitivteil nach dem Einschub nicht richtig geführt scheint: er hängt aber immer noch am oberen “um”.

    Das mag etwas gewagt sein, und ich danke Dir für den Hinweis, aber ich lasse ihn unkorrigiert so stehen.

    Und freue mich natürlich sehr, dass Du goutierst, was ich mache.

    Zu Net News Express: Ich kann mir da kein Privileg herauskitzeln, wollte das auch nicht, wofern ich’s könnte.

    Der Blog heißt nunmal “unzensiert.zeitgeist-online.de”, trägt also meinen Namen nicht im Titel.

    Es sagten mir auch schon Leute ganz direkt, dass ich ein bisschen blöde sei, das nicht anders eingerichtet zu haben.

    Mag sein. Aber jetzt ist es so, und ich bin froh, auf NNE immer wieder eine Plattform zu finden, die so offen ist, auch Sachen präsentieren zu lassen, die nicht nur im politischen Sinne nicht der großen Medien, sondern zudem in anderer Hinsicht, so wie auch der obige Beitrag.

    Der eine oder andere liest dann doch noch mehr, bleibt dann vielleicht doch bei mir “hängen”.

    Bedenke, bitte, dass Texte wie der obige wohl weniger als ein Prozent jener ernstlich interessieren dürften, die überhaupt noch Anspruchsvolleres lesen wollen. Ich bin mir dessen, seien es auch drei Prozent, sehr wohl bewusst und fühle mich von daher geehrt bzw. gut betreut, dass solcherlei überhaupt in einer derartigen Multiplikation verbreitet wird.

    Die Schafsmedien sind – mit löblichen und von mir auch gelobten Ausnahmen – eben Schafsmedien, und da ich sie so heiße, wie sie gehießen gehören, wird mir dort selbstverständlich nicht so gleich ein roter Teppich ausgerollt.

    Ich bin aber – ohne jeden eindeutigen Nachweis – davon überzeugt, dass einige der Besten der Journalisten jener inwischen bei mir zumindest ab und an heimlich lesen, vorsätzlich, wenn sie nicht zufällig die Suchmaschine herführt.

    Ich habe hier schon verschiedentlich darüber räsonniert, wie man viel gelesen wird, auch und gerade in der “alternativen” Bloggerszene, denke, dass ich das sehr gut erfasst habe: ich ordne aber weder meine Themen, noch meine Aussagen, noch gar meinen Stil diesem Behufe unter.

    Desfalls hätte ich sicherlich mehr nominellen Erfolg, Geld käme damit sicherlich auch mehr als nur leichter rein: doch habe ich mich entschieden.

    Eine Scherzfrage noch zum Schluss: Meinst Du, dass ich nicht auch in der Lage wäre, irgendwelchen populären Massenmist zu schreiben?

    Es fiele mir am Anfang wohl nicht ganz leicht, da man sich ja auch dahingehend gewöhnen muss. Allzuschwierig indes wäre es nicht.

    LG

    Magnus

  10. Infoliner sagt:

    Welch primitiver Griff, eine Scherzfrage beantworten zu wollen, und dennoch: Ja, ich bin davon überzeugt, daß Du nicht in der Lage wärest, populären Massenmist zu schreiben, denn Du müßtest Dich dazu selbst verraten. Das bitte ich wiederum als Anerkennung zu verstehen, ebenso wie meinen vorherigen Schlußsatz, wo ich zum Ausdruck gebracht wissen wollte, daß Deine Texte kein Nachschlagen nach dem Ursprung benötigen, weil sie (leider!) in ihrer Sprachkraft einsam dastehen, also von daher unverwechselbar erkennbar sind. Es war vielleicht ein bißchen boshaft, das nicht weiter auszuführen dort und damit Mißverständlichkeiten zu provozieren, aber das Spiel um Verständnis ist mir nicht eben fremd und schärft die Sinne im erweiterten Sinne.

    Wieviele Deine Ausführungen lesen oder verstehen, ist mir bedeutungslos, denn die Gestaltungskräfte darin entfalten ihre Wirkung unabhängig von den “100 Affen”. Für mich sind sie wie Nahrung, wenn nicht Sarkasmus oder andere Ungeläutertheiten Pate standen bei ihrer Entstehung.

  11. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Infoliner

    Ungeläuterheiten gibt es bei mir (im unchristlichen Sinne) zweifellos genung, und ich versuche derer auch schon von vornherein nicht zu verheimlichen: Sarkasmus stellt aber per se keine Ungeläutertheit dar.

    Ich spiele auch gerne, nur nicht um Geld, im Materiellen maximal darum, wer dem anderen einen Kognak oder eine Kiste Bier oder eine Flasche guten Lagensekts auszugeben hat.

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