Bilderberger 2012: Wohin, MSM?

Es scheint sich zu verdichten, dass das diesjährige Bilderberger-Treffen vom 31. Mai bis 3. Juni in Chantilly, Virginia, unweit der US-Hauptstadt Washington stattfinden wird.

Letztes Jahr nach Sankt Moritz hätte ich es beinahe gepackt, aber in die USA brächten mich nicht einmal mehr ein Freiflugschein mit 10 000 Dollar Taschengeld je Tag.

Aus der Schweiz nämlich, da ich allenfalls krakeele und Zoten reiße, wäre ich höchstens ausgeschafft worden, dort aber, nach Nacktscanner und Cie., mag man schnell ein paar Elektroschocks reingebraten bekommen, hernach als Terrorunterstützungsverdächtiger in einem übelen Karzer verschimmeln, ohne Anklage, endlos.

Nun gut, bei einem inzwischen so weit – zumindest in alternativen Medien – verbreiteten Großereignis wird man nicht gleich auf breiter Front die Handschuhe ausziehen wollen, wenn ein paar unvermeidliche Aktivisten auftauchen.

Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, wird daher das einzig wirklich Interessante am diesjährigen Treffen sein, inwieweit, wie und was die MSM darüber berichten; man wird jetzt schon daran feilen, wie man die Zusammenkunft, die lange mehr oder weniger geheimgehalten werden konnte, betreuen möchte.

Und natürlich jene betreuen möchte, die Bilderberg nicht eben als eine viertägige Teeparty zur Entspannung gutsituierter gestresster älterer Herren begreifen, die mit alten Bekannten ein verlängertes Wellnesswochenende in entspannter Clubatmosphäre genießen.

Wenn man so will, sind die MSM inzwischen dazu gezwungen, auch beim Thema Bilderberg ziemlich rustikal um die Stammtischhoheit zu kämpfen, was ein Drahtseilakt ist, da eine totale Verharmlosung von Figuren wie Rockefeller und Kissinger auch nicht so recht glaubwürdig wirkt.

Letztes Jahr war schon die propagandistische Tendenz erkennbar, hier handele es sich um eine illustre Runde erfahrener Großphilanthropen, die sich im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten Sorgen um das Wohlergehen der Menschheit machten, weil sie uns alle so sehr lieben.

Das nahm natürlich keiner so richtig ernst. Man weiß ja, wie oft Bilderberg schon Krönungsmesse war. Oder vorweggenommene Totenmesse.

Ich freue mich schon auf die diesjährige Hofberichterstattung.

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2 Antworten zu “Bilderberger 2012: Wohin, MSM?”

  1. Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Bilderberger und Atlantikbrücke? Sind die Personen weitgehend identisch? “Lucie Brown” , wir wissen nicht wer sie ist, aber sie stellt die Frage, darf sich ein Mitglied der Atlantikbrücke über die Zustände in der Ukraine aufregen?

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/02/die-bloggerin-lucie-brown-folgt-vilstal/

    Vielleicht fällt ja “unzensiert” dazu ein Aufsatz ein?

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ rundertischdgf

    Ich habe zur Frage von “Lucie Brown” soeben eine Antwort bei Euch eingestellt.

    Zur Frage des Unterschieds. Ja, den gibt es. Bei den Bilderbergern spielen noch ein paar andere Leute mit. “Die Brücke” ist zwar gewichtig, aber doch eher ein spezieller Laden für/gegen Deutschland. Es gibt noch andere Länder, und es gibt auch nicht nur Angelsachsen.

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