Homosexualität – Ist das gut so?

Nun hat ein CDUler namens Dieter Blechschmidt die Meinung geäußert, Schwule und Lesben seien krank. Das vorläufig Wichtigste zum “Fall” hier.

Damit hat der Mann – natürlich (?) – große Empörung auf sich gezogen, er soll zurücktreten, sich entschuldigen usw.

Nicht nur, da ich bei zeitgeist schreibe, ist mir mancher Zeitgeist insofern egal, dass ich nicht alles mitmache, was ich sollte. Auch hierzu nicht.

Ich weiß nicht, ob Schwule und Lesben im klassischen Sinne des Wortes krank sind. Ich weiß nur, dass ihre Orientierung im Sinne der Erhaltung einer Sippe, eines Volkes, der Menschheit aberrativ ist.

Das kann man nun als krank bezeichnen, oder auch nicht. Ich tue es nicht, da viele Homosexuelle zwar Merkwürdigkeiten zeigen, die manchmal etwas skurril bis amüsant wirken, aber, zumindest als Individuum und wenn glücklich verbunden (da geht es den meisten Heteros auch besser), kein signifikantes Leiden aufweisen, also in diesem Punkte, der eine Krankheit ja wesentlich definiert, nicht als krank erscheinen.

Über die Ursachen von Homosexualität sowie die spezifischen Probleme von Homosexuellen (auch dort, wo sie nicht verfolgt werden, teilweise schon als besonders sensibel usw. verherrlicht) ist viel geforscht worden, es gibt die genetische Faktion, die Mutterleibsfraktion, die Kindtraumafraktion, jene des blanken Zufalls…

Da die ganze Sache so unklar ist, keine Schule (meines Wissens) überzeugende Belege für ihre Theorie vorzulegen vermochte, ist Vorsicht angesagt; ich halte die inkrimierte Meinungsäußerung aber – wie jede reine Meinungsäußerung, siehe GG – für tolerabel, und zwar aus ebendiesem Grunde noch erst recht.

Für zumindest etwas blauäugig halte ich allerdings die Sichtweise des Konservativen, Homosexualität sei “heilbar”, die Leute sollten zum Nervenarzt.

Ich habe keine Zahlen dazu, aber es finden, soweit mir bekannt, nur sehr wenige Homosexuelle, bei denen sich die Homosexualität einmal dauerhaft ausgeprägt hat, überhaupt zur Heterosexualität. Und bislang haben wohl auch die Nervenärzte da kein Mittel (wenn sie denn überhaupt konsultiert werden sollten).

So hat der Mann sich diesbezüglich nicht sonderlich intelligent bzw. informiert eingelassen; gleichwohl sprach er von der Grundanalyse her nur etwas aus, was viele keineswegs “Homophobe” (auch so ein Blödsinn: Nur weil einer nicht schwul ist, und das für ihn gut so, sieht er sich doch nicht überall von Schwulen umzingelt…), vom Laien bis zum “Fachmann”, diskutieren, inzwischen eher hinter vorgehaltener Hand, denn man weiß ja, dass das öffentlich kaum noch möglich ist.

Ist das gut so?

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18 Antworten zu “Homosexualität – Ist das gut so?”

  1. Dude sagt:

    Ich habe jetzt nur die ersten zwei Abschnitte des Links gelesen und muss klar sagen, dass er eigentlich in gewissem Sinne schon recht hat, doch hier zeigt sich doch wieder in bester Form wie wichtig die Wahl der richtigen Begrifflichkeiten ist!!! Du weist ja hier nicht umsonst in vielen Artikeln nachdrücklich darauf hin.

    Denn eine “Krankheit” ist es 100% nicht! Aber es schlicht und einfach ist un-natürlich.

    Nichtsdestotrotz hat es eine Ursache, deren Nachvollziehbarkeit jedoch ein höheres Verständnis der metaphysischen Ganzheitlichkeit bedingt.

    “Und bislang haben wohl auch die Nervenärzte da kein Mittel (wenn sie denn überhaupt konsultiert werden sollten).”

    In keinem Falle, denn ebenjenen fehlt es am grundlegenden holistischen Verständnis!

    Die Ursache liegt im Reinkarnationszyklus des Individuums! Ein Wesen, dass viele Leben hintereinander im Körper ein und desselben Geschlechts inkarniert hat, ist durch die Vorleben oft noch so geprägt hinsichtlich der sexuellen Ausrichtung, dass es sich, trotz verkehrtem Körper, immer noch vom gleichen Geschlecht wie in den Vorleben angezogen fühlt. Das führt dann logischerweise zu Schwuchteln und Lesben. :-)

    Ich persönlich habe nichts gegen die persönliche Willensausübung dieser Individuen solange sie den kategorischen Imperativ mir gegenüber respektieren, auch wenn ich mich nicht scheue, die Unnatürlichkeit der Praktik an sich, ihnen gegenüber klar zu benennen.

    Oft aber sind Schwule gar die ehrenwerteren Typen als Heteros, weil sie, allein schon aus der Gesinnung heraus, keine Gefahr laufen, in gewisse Profilneurosen zu geraten, von denen mancher Heteromann dieser Tage heimgesucht ist… …mit den entsprechenden Auswirkungen, die ich hier jetzt nicht mehr bennennen werde, aber sie ist in vielen anderen Strängen hier klar und deutlich herauszulesen. ;-)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Der Zufall will es, dass ich noch zur Walpurgisnachtsenke mit einem sprach, der Deine Schule vertritt, wenigstens mal dieser zuneigt.

    Da ich in Punkto Reinkarnation sozusagen schon lange etwas von Gestern bin, etwas retardiert: fackeln wir nicht drumrum, lasse ich auch diese Interpretation mal nähers unkommentativ offen; ich weiß dazu nur Behauptungen, wie auch beim Rest.

    Was Du allerdings am Schluss zu den Profilneurosen von Heterosexuellen (Männern) gesagt hast, gibt zu denken.

    Der Schwule / die Lesbe als (vermeintlich) außerhalb des Erfüllungs- und Protzzwangs. Als leichter dahinschwebend da, wo Kinder sowieso nur Ballast bedeuten. Als die Echtform des Hedonismus, hiemit kapitalistisches Erfolgskonzept.

    Für Kinder hat man Kitas, und machen und ertragen, bis dass sie einem weltstaatsgemäß ohnehin abgenommen werden, muss man sie auch nicht selber.

    Der perfekte NWO-Weltstaat hält nur noch Brutkästen, Homosexuelle, Lenker und Glückliche.

    Es ist noch – kein Dämmerlicht da – Walpurgisnacht, und da dürfen sogar die Erkenntnisse tanzen.

  3. TanjaKrienen sagt:

    Es ist umgekehrt: mit dem Begriff “widernatürlich” kommen wir nicht weiter, wohl aber mit der Ergründungen über die Frage, was gesund ist, und was nicht. Es fällt auf, dass eine erdrückende Mehrheit der sexuellen Minderheiten ein Trauma erlitten – meist ist es die Trennung der Eltern, oft aber auch Gewalt in unterschiedlichsten Formen. Die bewirkte, da meist die Identifikation mit dem Vater fehlt, eine homosexuelle Entwicklung. Auch fällt ja das offensichtlich mehr als merkwürdige Verhalten der Betroffenen auf. Bei jedem anderen, würden wir fort eine psychische Deformierung konstatieren. Beim Homosexuellen zögern wir. Sollten wir aber nicht.

  4. Lesezeichen sagt:

    Killt der Server wieder mal Beiträge?

    Mein Text ist verschwunden.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Ich habe vordem hierzu nichts von Dir reingekriegt. An mir kann es nicht liegen.

  6. Lesezeichen sagt:

    Hallo Magnus,

    auch der 3. Anlauf verschwindet im Nichts.

    Woran kann das lieben?

  7. Lesezeichen sagt:

    liegen natürlich :)))). Sorry Tippfehler

    Aber wieder ist der lange Text verschwunden…

    Nun schon zum 4. Mal

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Wie Du siehst, habe ich Deine drei Anfragen zur Sache hereingekriegt. Ich habe definitiv keinen sonstigen Text.

  9. Lesezeichen sagt:

    Magnus, ich sehe das auch und verstehe es nicht. Normalerweise erscheint ein Text, wenn er abgeschickt wurde. Aber bei diesem Test ist das nicht so. Es sind auch keine Unflätigkeiten oder irgendwelche sonstigen bösen Worte darin.

    Mir ist das ein Rätsel.

  10. Lesezeichen sagt:

    Ich versuche es noch einmal:

    hier eine aktuelle Studie der GEW zu den

    “Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von Lesben, Schwulen,
    Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) in Schulbüchern”

  11. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Ich habe mal nach dem Link gesucht:

    http://www.gew.de/Binaries/Binary88533/120423_Schulbuchanalyse_web.pdf

  12. Lesezeichen sagt:

    Vielleicht liegt es ja an dem Link?

    Noch einmal, weil es so schön ist:

    In dieser oben genannten Studie heißt es dann auf der Seite 9 :

    “…Es geht also nicht nur darum, von einer biologischen Unterteilung in Frauen und Männer nicht mehr soziale Erwartungen, Aufgaben, Vorlieben, Eigenschaften etc. abzuleiten, sondern einen Schritt weiter zu gehen und auch die binäre Kategorisierung in Frauen und Männer in Frage zu stellen. Das ist deshalb erforderlich, weil mit ihr Menschen in Schubladen gepresst werden, die Inter* und Trans* ausgrenzen, diskriminieren und verletzen….”

    Ich haben diese 92 Seiten nur überflogen, aber mir schwant nichts gutes bezüglich der ohnehin häufig schon so grottenschlechten Schulbücher.

    Da wird irgendwo im Text erwähnt, dass ein Mensch von 1000 intersexuell, also nicht “eindeutig” ist, wobei meine Wortwahl hier schon nicht gendergerecht ist, denn wie ich im Text auch lernen durfte, gibt es männlich und weiblich nicht, sondern das ist anerzogen….

    Auf Seite 97 heißt es dann bezüglich Englischbüchern:

    “…Bei sexuellen Identitäten, Lebensformen und Familien müssen also die Normierungen in den Englischbüchern dringend hinterfragt und abgebaut werden, um Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität zu vermeiden und Schüler_innen realistische und wertfreiere Vorstellungen möglicher Lebens- und Familienformen zu vermitteln….”

    Ich persönlich hätte einen Luftsprung gemacht, wenn man endlich festgestellt hätte, dass Schüler und Schülerinnen (merke!!!) nicht ausreichen Übungsmaterial haben und dringend noch mehr sinnvolle Übungsaufgaben in die einzelnen Kapitel einziehen müsste. Sonst wirft ein Kind wie das unsrige das Buch wieder wegen Nutz- und Sinnlosigkeit bzw. Zeitverschwendung an die Wand.

    So geschehen im Hause Lesezeichen… und das weiblliche Elter hatte sogar Verständnis für den Unbillen und die Unbillin.

    wie auch immer…

    Das ist sicherlich alles tragisch, aber muss das auch in Englischbüchern von Relevanz sein? Ja, es “outet” sich kaum ein Hetero, aber muss man sich überhaupt “outen”? Muss Sexualität nun wirklich überall einziehen, so dass ich mir demnächst am Frühstückstisch DEN(???) Kopf zerbrechen muss, warum es DIE (???) Marmelade heißt und ob man es nicht in DAS Marmelade umschreiben sollte?

    Ich komme mir fast vor, wie ein Relikt aus dem vergangenen Jahrtausend – wenn ich mich an meinen Sexualkunde-Unterricht erinnere. Da wurde darüber aufgeklärt, wie wir gebaut sind und wie ein Mensch entsteht. Fertig, aus die Maus. Was wer mit wem hinter verschlossenen Türen trieb, wurde nicht thematisiert und interessierte auch keinen so wirklich. Es war ohnehin peinlich genug in diesem Alter. Nun aber soll das also in jedem Fach, von Geschichte bis Englisch, einziehen. Alles soll gleichermaßen vorhanden sein, Männer mit Langhaarfrisuren und Pferdeschwanz, Frauen mit Kurzhaarfrisuren, aber nicht nur die älteren Frauen, denn das entsexualisiert……

    Es grübelt über Sinn und Unsinn…

    das Lesezeichen

  13. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Na denn. Merkwürdige Sache, aber jetzt haben wir ja alles da.

  14. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    “…die binäre Kategorisierung in Frauen und Männer…”: Besser geht es nicht.

    Kategorisierten wir nicht so binär, so gäbe es keine (richtigen) Männer und keine (richtigen) Frauen mehr, und alles wäre in Soße. Dieser menschheitsfeindliche Irrsinn hat Methode.

  15. Lesezeichen sagt:

    Magnus, ist das nicht haarsträubend? Dieser Text steht nicht irgendwo. Das ist die GEW!!!

    Ich meine, es wäre ja alles nicht so schlimm, wenn das irgendwelche Spinner in geschlossenen pseudophilosophischen Kreisen verhackstücken würden. Da würde ich dann auch denken, dass es gut ist, wenn die irgendwas zum spielen haben. Dann richten sie sonst keinen Schaden an.

    Aber das da, das rollt auf unsere Kinder bzw. Enkel zu. Da gibt es einen Masterplan.

    In einem Kapitel hat man auch die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer auseinandergenommen, um zu sehen, wo die Schwachstelle für den Hebel ist. Was mich erschreckt ist der Druck, der dahinter steht. Das fängt mit dem Sexualkundekoffer im Kindergarten an und setzt sich in den Schulen fort.

    fassungslos

    das Lesezeichen

  16. Lesezeichen sagt:

    Ich sehe schon: Heute ist mein Tippfehlertag. Bitte überlesen.

  17. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Es gibt einen Masterplan.

  18. Andreas sagt:

    die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat in diesen Tagen eine umfangreiche Studie unter dem Titel „Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans und Inter* (LSBTI) in Schulbüchern“

    Melanie Bittner (Autorin der Studie) belegt mit guten Beispielen, dass Schulbücher immer noch heteronormatives Verhalten vorgeben und andere sexuelle Identitäten (Lesben, Schwule, Transidenten) entweder gar nicht oder überwiegend als von der Norm abweichend bzw. negativ dargestellt werden. Bedenken wir, dass der alte §175 bereits vor 18 Jahren abgeschafft wurde mutet es schon merkwürdig an, wenn Homosexualität beispielsweise in einem Buch ausschließlich im Zusammenhang mit „Verführung“ thematisiert wird. Bedenken wir weiter, dass vor 11 Jahren das Lebenspartnerschaftsgesetz und wir seit nahezu fünf Jahren ein allgemeines Gleichbehandlungsgesetz haben, ist das nicht hinnehmbar und steht den Bestrebungen der Linken entgegen , eine grundsätzliche Gleichbehandlung/Gleichberechtigung aller (sexuellen) Identitäten endlich lebensnah umzusetzen entgegen.

    Gerade Jugendliche im ComingOut/der Identitätsfindung benötigen positive Verstärkung durch sympathische und realistisch dargestellte Identifikationsfiguren. Seien es reale Vorbilder oder eben Personen in der virtuellen Welt von Literatur und Medien.

    Was im Gesetz gilt, muss erlebbar sein. Das gilt auch und gerade in der Schule, die fast dem größten Erlebnisraum von Kindern und Jugendlichen entspricht und für viele oft die einzige Chance ist, sich überhaupt wertfrei mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

    Das heißt konkret: Es muss politisches Anliegen sein, Schulbücher endlich zu aktualisieren und entsprechend zu überarbeiten. Nicht am grünen Tisch, sondern mit Menschen aus dem Alltag. AltagesexpertInnen eben, die wissen, worüber sie reden. LSBTI müssen sichtbar sein.

    Das fordern meine KollegInnen und ich schon lange – und auch hier stellt sich heraus, dass wir rot/grün vor uns her treiben müssen. Ein schwuler Oberbürgermeister ist nicht alles und ein Schwulen- und Lesbenreferat in NRW in einem Ministerium reicht nicht aus. Vor allem wenn dem nicht mehr einfällt als eine „schlaue Kiste“, die kaum jemand in den Schulen kennt.

    Es gehören Ansprechpersonen IN die Schule. Und die müssen mit den Organisationen zusammenarbeiten. Und da dieses Bewusstsein (noch) nicht ausreichend umgesetzt und in der Haltung der pädagogischen Akteure verankert ist, hilft vielleicht ein Hinweis auf die Empfehlungen der Kultusminister(innen)-konferenz und eine entsprechende Anpassung der Curricula. Und FORTBILDUNG – FORTBILDUNG – FORTBILDUNG.

    Vor allem aber braucht es Menschen, die einfach so sind wie sie sind – und eine entsprechend positive Darstellung in Schulbüchern. Auch gegen Widerstände hinweg.

    Frau Löhrmann, die (noch-) Schulministerin in NRW – es gibt noch viel zu tun. Packen Sie es an. Und wenn Sie es alleine nicht schaffen (davon ist leider auszugehen, da auch hier Politik nach Kassenlage gemacht wird) – dann machen Sie es eben mit den NGOen und Verbänden. Wir machen mit!
    Und das ist nötieger den je, wenn ich hier dieKommentare mancher “Lesezeichen” lese.
    Und NEIN sexuelle Identität ist weder “unnatürlich” (in der Umwelt beobachtbar), schädlich oder sogar sozial schädlich, noch ist sie krank @Tanja, aber die Umwelt, in der diese gelebt wird und die immer noch ausgrenzt, kann einen krank machen. Aber komm mir bitte nicht mit “frühkindlichem Trauma”, unter dem ich oder andere leiden. Ich leide (wenn überhaupt) nur an solchen Aussagen und Reaktionen.

    http://www.gew.de/Binaries/Binary88533/120423_Schulbuchanalyse_web.pdf

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