Antischeißesturm kontra Netzhatz

Manche Kommentatoren setzen “Shitstorm” noch in Anführungszeichen, ich habe sie bei “Antischeißesturm” in der Überschrift mal weggelassen.

Viele hat der Scheißesturm schon getroffen, viele haben inzwischen Angst davor. Unternehmen, Künstler, Schriftsteller, Politiker, Sportler, Journalisten…

Im Netz ist der Pöbel los. Aus einer legitimen Protestform wird immer öfter Cyber-Mobbing, Netzhatz, indem Zielpersonen Pest und Cholera an den Hals gewünscht werden, mit beliebigen Verleumdungen überzogen, nicht selten gewürzt mit Gewaltphantasien, kaum verhüllten Aufrufen zur realen Selbstjustiz, ohne Maß und Grenze.

Bleibt wohl zunächst kaum etwas anderes, als mit einem Antischeißesturm zu reagieren, wenn man nicht tatenlos bleiben will, da auf juristischem Wege oft wenig bis nichts und selbst das noch zu langsam zu erreichen ist.

Ein Antischeißesturm ist natürlich nicht so aufzubauen wie ein Scheißesturm, sondern muss gewissermaßen als eine Art Gegengift ins System gegeben werden.

Gute Nerven, eine unemotionale Vorgehensweise, hart auf den Punkt geführt, sind dafür unerlässlich. Der Antischeißestürmer muss rigoros durchgreifen. Eine gute Portion schwärzester Humor hilft. Sprachlich wie vom Textaufbau her muss der Antischeißesturm, eben gerade im genauen Gegensatze zum Scheißesturme, makellos, nachvollziehbar, klar gegliedert daherkommen.

Einzelstrategeme sind dabei je nach Lage einzusetzen. Hauptwerkzeug ist in der Regel der philologische magische Spiegel. So, dass die Scheißestürmer an ihrer eigenen Scheiße ersticken. Manchmal ist es aber auch angeratener, sie daran platzen zu lassen, oder hinreichend Zwietracht in deren Reihen zu tragen.

Wenn Sie einem Scheißesturm ausgesetzt sind und einen wirksamen Antischeißesturm dawider setzen wollen, helfe ich Ihnen gegen einen angemessenen Obolus gerne.

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