68er-Kiffer exkommunistiert

Von einem fidelen altachtundsechziger Hurzgranatenerzkiffer erfuhr ich, dass er es schaffte, bestzeitig, mehr oder weniger bei den Kommies rauszufliegen, weil er sich auf Versammlungen immer wieder zum einen Durchziehen entfernte und hernach auch noch entsprechend amüsiert über die dargebotenen Ereiferungen lachte.

Er zeige “bourgeoise Tendenzen”: Also lautete das vernichtende Verdikt ob seines Gebarens.

Das war dunnemals und in solchen Kreisen ein ähnliches Kaliber, wie als ob er 2012 auf der Hauptversammlung von Goldman Sachs die Internationale gesungen und die Totalenteignung aller Vorstände gefordert zu haben angeklagt worden wäre, als Internazi.

Wir sehen also: Selbst schon als Hippie konnte man schnell aus der Gutmenschengesellschaft herausfallen. Nur wegen eines Krümels anständigem Schwarzem Afghan zur falschen Zeit am falschen Ort.

Der Delinquent von damals hat die harsche Behandlung durch die Kampfgenossen aber bis heute erstaunlich gut verkraftet; keine Spur von Traumatisierung spürbar; er war noch nicht einmal – oder er hat es mir nicht erzählt –  zum aufarbeitenden Nacherleben beim Nervenarzt.

Ihm wurde wohl auch klar, dass die angesteuerte Weltrevolution, wenn sie das Kiffen nur als antibourgeoises Kampfmittel gelten lässt, mit dem Abschaffen der Bourgeoisie auch seinen heiligen Sankt Kanten kassieren werde.

So musste die Weltrevolution letztlich zwangsläufig scheitern.

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Eine Antwort zu “68er-Kiffer exkommunistiert”

  1. TanjaKrienen sagt:

    Die Genossen haben damals richtig gehandelt! Partiell vernünftige Linke haben eine Kritik am Drogenkonsum schon damals formuliert und zwar so – http://www.youtube.com/watch?v=q7yASwB2QY8

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