9/11: Praktikant schaft für die Welt

Heute hängt sich WELT ONLINE mit einem Artikel zu 9/11 (Titel: “Warum die USA 9/11 nicht geplant haben können”) aus dem Verschwörerfenster, der bemerkenswert schlecht und schlampig gemacht ist.

Ich will die einzelnen kapitalen Böcke, die der Autor schießt, hier gar nicht alle aufzählen, frage mich vielmehr (zunächst war im Artikel noch die Rede vom 9.9., was die Redaktion dann verschämt änderte, als das Gelächter im Kommentarstrang folgte), wie man zu diesem Reizthema einen derartigen Naivling – oder schlechten Lügner – auf Springers Schlachtschiff bestellen kann.

So fehlt es im Kommentarstrang neben dem üblichen Antiverschwörungstheoretikerkram der spottenden bis beschimpfenden Art denn auch nicht an entlarvendem Widerspruch, so dass die im Sinne des Autors Gläubigen nicht nur argumentativ-inhaltlich ins Hintertreffen geraten (wofern sie überhaupt argumentieren), sondern auch zahlenmäßig in die Minderposition.

Lesen also überwiegend unbelehrbare Spinner ausgerechnet die wider sie sich stellende Welt, oder sind das nur die fleißigeren Kommentatoren, so dass dieser Eindruck trügt?

Wieso reißt die Welt hier derart stümperhaft ihre Flanke auf? Passiert das denen einfach so? Praktikantentag?

Weiß man dort nicht, dass man mit diesem Schriftsatz eine Steilvorlage, ein Paradeabziehbild der eigenen Desinformiertheit, eigenen mangelnden Denkvermögens liefert, oder aber, schlimmer noch, sich dem Verdacht der medialen Komplizenschaft mit den Urhebern von 9/11 aussetzt?

Gut, man kann so ein paar Daten erheben, aber das wird es wohl kaum die Sache wert sein, denn man weiß bei Springer ebensogut wie bei den deutschen Diensten, dass es weltweit, auch in Deutschland, Millionen 9/11-Skeptiker gibt, vom Narrensaum bis hin zu sehr seriösen Leuten.

Ich halte das Ganze daher für einen erfreulich bedauerlichen Unfall im Hause Springer, wo man zumindest Teile der eigenen Leserschaft offenkundig erheblich unterschätzt hat.

Ebenso die Langzeitwirkung dieses Beitrags im Sinne des Geoffenbartwerdens der Selbstverschafung der Schafsmedien.

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