Iranlüge: Vom medialen Faktotum der Kriegstreiber (II)

Seit ich den Erstartikel von fünf Tagen verfasste, ergibt sich bezüglich der Verbreitung der Iranlüge aufgrund gegenläufiger Tendenzen ein uneinheitliches Bild.

Einerseits scheint die Iranlüge an manchen Stellen schon vorsichtig heruntergefahren zu werden, andererseits wird sie andernorts umso agressiver hochgehalten und vor sich hergetragen. Letzteres mal eher kalkuliert, mal eher reflexhaft.

Da wirft es auch nur einen kleinen Schlagschatten, dass mir ein Leserkommentar mit Hinweis darauf kassiert wurde.

Man muss wohl davon ausgehen, dass viele Journalisten das Problem zu verdrängen trachten, oft in etwa so, wie als ob es egal sei, was im Iran wirklich gesagt wurde, da man ja getrost davon augehen könne, dass es so gemeint gewesen, wie es Reuters & Cie verfälschend übersetzten. Immerhin meinen das ja alle anständigen Leute.

Aber der anständige Journalist weiß natürlich auch, dass er womöglich ziemlich schnell am existentiellen Ende landet, wenn er hier für Aufklärung sorgt. So schaltet er sich dann lieber passiv oder aktiv gleich. Und unterdrückt jeden eventuellen Impuls zur Selbstprüfung. (Ich weiß, warum ich jetzt keine Namen nenne. Wer dies liest, mag sie erkennen, und selbst wer nur heimlich hier liest, vielleicht sich selbst.)

Das Verhalten zu und das Bewerten der Iranlüge ist ein Lackmustest für unsere gesamte Kultur des öffentlichen Diskurses. Manche scheinen das begriffen zu haben, doch fröstelt es sie schon beim Gedanken daran. Mut ist rar.

Manche werden auch davon umgetrieben, man dürfe den Musels keinen Finger breit rechtgeben, dies selbst um den Preis der abgefeimtesten Lüge.

Manche können auch alles gar nicht mehr auseinanderhalten, weil die ARD ihnen dafür so viel bezahlt, dass die Entlohnung kaum besser sein könnte.

Einige wissen wirklich nicht, was sie da tun.

Aber eben auch nicht alle. Sie sind am Duktus ihrer Rede ziemlich leicht zu erkennen. Denn sie vermögen das Kalte, Kalkulierte in ihrem Darbringen der Lüge nicht zu verbergen.

Es wäre geradezu eine Doktorarbeit, was sage ich, eine Habilitationsschrift in Psycholinguistik wert, die einzelnen Fraktionen einmal systematisch zu erfassen, beschreiben und ergründen. Die Arbeit könnte natürlich auch bei einem aufgeschlossenen Politikwissenschaftler eingereicht werden.

Oder, lasse man den Psycho eher im Hintergrund, auch bei einem führenden Textsemantiker, der die Finessen der Großen Öffentlichen Lüge nüchtern vergleichend, anhand von Satzbaueigenheiten, besonderen Partikeln usw., gerne eingehend untersucht sieht.

Da könnte eine hoch interessante Schrift entstehen, mit hartem, aktuellem politischen Bezug, die nicht einfach hinterm Institut verschimmelte, sondern gar schnelle ihre Netzgemeinde fände.

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Eine Antwort zu “Iranlüge: Vom medialen Faktotum der Kriegstreiber (II)”

  1. Lockez sagt:

    Die vo Zionisten gesteuerte Mainstream lügt und verdreht die Tatsachen das es ein schon Übel wird.
    Leider läßt sich die Masse steuern von solche einem mörderischen Lügenpack.
    Nun soll ja der Iran noch nicht einmal ein Kernkraftwerk bauen dürfen!
    1. Damit der Iran schön abhängig bleibt.
    2. Und damit die keine Atombombe bauen können.

    So ein Schwachsinn, denn bei der Anreicherung kommen die gerademal auf 5% – 9%, was zur Stromerzeugung reicht.
    Für eine A-Bombe benötigt man aber über 90% angereichertes Uran !
    Zumal der Iran überhaupt nicht an einer A-Bombe interessiert ist.

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