Terror nützt Sarkozy

Politische Kommentatoren sind sich einig: Der in der Wählergunst gegenüber seinem Herausforderer Hollande schon weitgehend abgeschlagene Sarkozy hat seit den Morden an drei Soldaten, einem jüdischen Lehrer und drei jüdischen Kindern in Montauban und Toulouse wieder gute Chancen, französischer Staatspräsident zu bleiben. Die Tragödie habe ihm die Gelegenheit gegeben, endlich wieder überzeugend präsidial aufzutreten: und die habe er, da Hollande sich zurückhalten musste, souverän genutzt.

Gleichzeitig erzählt man uns, mit welch ruhiger Würde die Franzosen die Sache getragen hätten. Alle beteuern, dass derlei Terrorismus keinen Einfluss auf den Zusammenhalt und die Geschicke der Nation haben dürfe.

Da passt offenkundig etwas nicht zusammen. Wie viel mehr Macht und Einfluss kann ein einzelner, zudem recht stümperhaft agierender Terrorist (das mit dem Motorroller war ebenso dumm wie das mit der IP) denn durch ein paar Morde an gewöhnlichen Soldaten, einem einfachen Lehrer und ein paar Schulkindern erlangen, denn dass er die Wahl des Staatspräsidenten indirekt entschiede?

Man könnte nun einwenden, dass der Mann nicht so weit gedacht haben könne. Aber das wissen wir nicht. Zumal nicht, wer da vielleicht für ihn mitdachte.

Auch das Argument, dass man sich von islamistischer Seite ja gerade nicht den schärferen, vermutlich proisraelischeren Sarkozy wünsche, sondern Hollande, sticht nicht. Wenigstens nicht unbedingt.

Es gehört nämlich durchaus zur politischen Praxis, gerade den extremeren seiner Gegner aufzubauen, um eine gewünschte Eskalationsspirale zu beschleunigen.

Fakt ist jedenfalls, dass Sarkozy von der Mordserie profitiert. Dass heutzutage potentiell eben doch eine ganze Nation von einem irren Pistolero politisch richtungsentscheidend beeinflusst werden kann.

Im Grunde haben wir das auch schon anhand Breiviks in Norwegen gesehen. Weniger, aber doch merklich, und trotz aller bis heute nicht aufgeklärten Ungereimtheiten bezüglich der unrühmlichen Rolle des Verfassungsschutzes, auch anhand des sogenannten Zwickauer-Terrortrios hier in Deutschland.

Wie schwach sind eigentlich unsere Demokratien, wenn dies inzwischen eher die Regel denn die Ausnahme ist? Werden Terroristen – bzw. deren Hintermänner, die bekanntlich durchaus auch mal eigene oder fremde Geheimdienste sein können, oder sonstige hoch professionell organisierte Gruppen (Drogen-, Waffenmafia etc.) – durch diese Schwäche nicht geradezu im Sinne der Wirkmächtigkeit ihres Tuns bestätigt, hiemit ermutigt?

So wie es derzeit aussieht, kann die letzte Frage wohl leider nur mit Ja beantwortet werden.

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11 Antworten zu “Terror nützt Sarkozy”

  1. Besucher sagt:

    Tja, Gas-Gerd reichte seinerzeit noch die Elbflut (2003).

  2. Infoliner sagt:

    Das war auch mein erster Gedanke, daß diese Geschichte rücksichtslos lanciert wurde von interessierter Seite. Es kann schlichtweg nicht anders sein. Na vielleicht hilft das einigen wenigstens, den Mistladen zu durchschauen und ihre Konsequenzen zu ziehen.

  3. SHTF sagt:

    http://aangirfan.blogspot.co.uk/2012/03/ozar-hatorah-school-attack-inside-job.html

    Inside job, false flag, unwichtig. Gehirngewaschenes Volk glaubt alles.

  4. toto sagt:

    alles passiert, komischerweise kurz vor den präsidenten wahlen.

  5. TanjaKrienen sagt:

    Ist doch gut, wenn Sarkozy profitiert, dann bekommt wenigstens der entscheidenen Punkt Relevant: die Überfremdung und Islamisierung, bei gleichzeitger Plünderung der Sozialkassen – und nicht irgendwelche untergeordneten und propagandistischen Punkte der Linken, die auch den Fiskalpakt nur aufkündigen will, weil sie Schlimmeres etablieren möchten.

    Auch ist es wichtig, dass man endlich den zehntausenden, hunderttausenden (?) Islamisten hier auf den Zahn fühlt. Man sollte übrigens nicht den doch sonst als Schafsmedien zurecht verspottenen, offiziösen Verlaubarungen der Lügenpresse trauen, denn deren ist die Furcht der Juden, aber auch der Normalbürger völlig wurscht. Letztere aber stimmen nicht zufällig zu knapp einem Fünftel Frau Le Pen zu!

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ TanjaKrienen

    Dieser Attentäter, um den es jetzt geht, war Sozialhilfeempfänger, Islamist und – : Franzose. So konnte er denn munter nach Afpak fahren, wann es ihm beliebte, nach diversen Jugendstraftaten usw. , und dann, obzwar vom Geheimdienst beobachtet, sein Waffenarsenal anlegen, zu blöde, seine IP zu verschleiern, die Polizei, ihm gleich die Türe einzutreten; auch das mit dem Roller war bescheuert, das Finale der Sache mindestens dubios.

    Wie er das alles abziehen konnte, darüber kann er nun, praktischerweise, ebenso wie jene in Thüringen, nichts mehr sagen.

    Und, ja, den Islamisten gehört auf den Zahn gefühlt. Was aber geschieht? Leute wie dieser Volker Rieble (ich berichtete) plädieren in der FAZ für Scharia-”Friensrichter” als gesellschaftsförderlich. Und der Bundespräsident – der alte – für eine “bunte Republik”, meinen, dass der Islam zu Deutschland gehöre, während der ehemalige Innenminister (Schäuble) Moslems willkommen heißt.

    Gleichzeitig werden Statistiken über deutschfeindliche Gewalttaten von moslemischen Jugendlichen unterdrückt bzw. gar nicht geführt, wird medial allenthalben Verharmlosung betrieben. Jeder Fall, wenn er überhaupt mal aufkommt, ist ein bedauerlicher Einzelfall, der mit dem Islam und den Hasspredigern (die oft das türkische Religionsministerium beschäftigt) natürlich nichts, aber auch rein gar nichts zu tun habe.

    Das Spiel ist bekannt. Nur: Wer treibt es, und wozu?

    Immerhin, es gibt entsprechende Aussagen, vor allem von Politikern der Grünen, dass der deutsche Bevölkerungsanteil zurückgedrängt werden müsse, ebenso wie unsere autochthone Kultur. Darf man “Umvolkung” dazu sagen? Nein, darf man selbstverständlich nicht. Das träfe es zwar von der Sache her haargenau, aber deshalb darf ich es ja auch nicht sagen und habe es daher auch nicht gesagt.

    Alle im Bundestag vertretenen Parteien stehen für diese Politik. Wer etwas dagegen sagt, ist “rechts”. Und im “Kampf gegen rechts” stehen sie ebenso wie ein Mann, mit lediglich Nuancen der Abweichung, ihre jeweilige Wählerklientel ein bisschen besser anzusteuern.

    Während man also vorgibt, in Afghanistan und sonstwo Demokratie und Frauenrechte einführen zu wollen, mit kriegerischen Mitteln, lässt man mitten unter uns die Saat moslemischer Radikaler ungestört aufgehen.

    Meinst Du das ist Zufall?

    So viel Zufall gibt es nicht.

    Nachtrag

    Heute in der FAZ unter anderem der Satz:

    “Ausgangspunkt für die salafistische Propaganda soll die Moschee Bellefontaine in Toulouse gewesen sein.”

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/serienmoerder-von-toulouse-tod-eines-terrorreisenden-11693761.html

    Wer macht endlich solche Läden dicht? Keiner.

    Man darf aber getrost darauf wetten, dass jeder schonungslos ins Gefängnis wandert, der auch nur mit Wasserfarbe vor die Schwelle pinselt: “Frankreich braucht keine Hassprediger!”

    Wegen Volksverhetzung, rassistischem Döns usw.

    Und auch wenn man den Rest des Artikels liest, wie mindestens grob fahrlässig da verfahren wurde, könnte einem schlecht werden.

    Unter den Augen der “Dienste” können solche Knallkörper alle ihre Aktivitäten entfalten, ihre Kontakte pflegen, Waffenarsenale anlegen, diverse Wohnungen (von welchem Geld?) anmieten, Autos besorgen, herumreisen, machen, was sie wollen: bis zum bitteren Ende.

    Auch deshalb glaube ich den Lippenbekenntnissen und Bestürzungstelegrammen unserer Politiker nicht eine Silbe.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alle

    Hier noch ein Link zur neuesten Entwicklung in Frankreich:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/terror_ueberschattet_frankreichs_wahlkampf_1.16023399.html

    “Terror nützt Sarkozy”: inwieweit auch dem Front National?

    Die Linke wirft Sarko derweil vor, er “instrumentalisiere” die Sache für seine Zwecke. Klar macht er das.

  8. TanjaKrienen sagt:

    Die Widersprüche, die du aufzählst, existieren in der Tat, aber sie sind die Folge einer doppelzüngigen und zugleich feigen Politik. Lies mal “Biedermann und Brandstifter” von Max Frisch. Das Stück ist auf den Punkt treffend, wenn man nur zweierlei macht: Man ersetze “Brandstifter” durch “Islamisten” und die Namen “Schmitz und Eisenring” durch “Mohammad und Ali” o.ä.

    Konkret handelt es sich um einen Typen, der nicht perfekt vorging und eine “finale Aktion” machte – wie ein Selbstmordattentäter. Deshalb auch die Pannen, aber sie weisen nicht auf eine Manipulation des Staates hin – wie tendenziell bei der NSU – sondern schlicht auf seine eigene Dummheit (mit Adrenalin im Blut und wer weiß was noch) und dem inkonsequenten Handeln der staatlichen Biedermänner – siehe oben.

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ TanjaKrienen

    “Doppelzüngig und feige”: Das trifft es durchaus.

    Gleichwohl: Anhand der Verhältnisse in den Siegermächten Frankreich und England können wir unschwer erkennen, dass dort – bei allen einschlägigen Besonderheiten – ganz ähnliche Verhältnisse vorliegen, wie bei uns.

    Weshalb? Wie konnte es dazu kommen? Cui bono?

    Schließlich ist man da ja nicht irgendwie nur so hineingeschlittert; wenigstens hätte man schon seit Jahrzehnten, selbst wenn etwas langsam im Kopfe, gegensteuern können.

    Ich glaube jedenfalls nicht daran, dass da irgendsoein Ohngeist aus irgendeiner Flasche entwich, wundersam, so allmächtig, dass man ihn nicht mehr zu bannen vermochte. Klingt mir zu sehr nach Märchen.

    Es kann auch nicht an dem blöden Öl liegen. Das müssen die Araber sowieso verkaufen, denn sonst gibt es Sand zum Essen.

    Ich sehe handfeste, geopolitische Motive, unsere Politiker und Medienseppel als willfährige Vollstrecker einer weitreichenden Agenda.

    (Ich weiß, dass das jetzt schon wieder nach “Verschwörungstheorie” klingen mag, manchem jedenfalls, der nicht sehen noch gar denken will: aber erstens gibt es mehr als nur Hinweise darauf – siehe die Einlassungen zumal von Grünen dazu oben – , und zweitens liefert keiner eine andere vernünftige Erklärung.)

  10. TanjaKrienen sagt:

    Klar, das ist der “Liberalismus” – eine Richtung, auf der sich von ganz links bis über die Mitte hinaus der hedonistische und lärmresistente Mensch des Hier und Jetzt trifft. Und “rechts” ist er nur so lange, bis er auf Einschränkungen seiner “freiheitlichen” Entfaltung trifft. Dann will er doch wieder grenzenlos glücklich sein und herzt alles, was ihm sentimentalduselig als Gleiches unter Gleichen über den Weg läuft – egal ob das an anderen Tagen kotzt, siecht, kotet oder schießt.

  11. Dude sagt:

    “Nach den Anschlägen: Sarkozy kassiert die Sicherheitsdividende in den Umfragen!

    Beeinflussen die Terrorattacken von Toulouse und Montauban die Umfrageergebnisse zur Präsidentenwahl? Umfragewerte aus Ifop, PARIS MATCH, täglich aktualisiert.”
    http://almabu.wordpress.com/2012/03/26/nach-den-anschlagen-sarkozy-kassiert-die-sicherheitsdividende-in-den-umfragen/

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