Gauck erpressbar?

Ich will hier, obschon ein VW-Bus sowie Westreisegenehmigung (1987 wohl selbst für zwei seiner Kinder) – absolut außergewöhnliche Privilegien auch für brävste, linientreue Bürger der DDR – nicht gerade dafür sprechen, dass man mit dem Widerständler Gauck allzu hart umsprang, nicht darüber spekulieren, ob und inwieweit das Verhältnis unseres neuen Bundespräsidenten zur Stasi ein anderes war, als Joachim Gauck behauptet.

Wir werden das womöglich nie verlässlich in Erfahrung bringen.

Wir befinden uns, unser Land befindet sich aber dessenthalben definitiv jetzt schon – und wohl bis auf weiteres -  in einer schweren Bredouille. Einerseits nämlich sollten wir die Dinge ruhen lassen, um unser Staatsoberhaupt und “das Amt”  nicht zu beschädigen, mit ständigen Recherchen, gar Gerüchten zu plagen. Andererseits haben wir als Bürger nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, selbst und gerade jetzt dem höchsten Repräsentanten unseres Landes auf die Finger zu schauen.

Dabei geht es selbstverständlich in unserem – gottlob! – modernen Lande nicht darum, auch wenn es etwas merkwürdig dünken und manchen gläubigen Christen gar empören mag, dass – und aus welchen Motiven – ausgerechnet der Geistliche Gauck sich nach zwanzig Jahren, davon wohl zehn mit seiner neuen Gefährtin lebend, noch immer nicht von seiner alten Ehefrau hat scheiden lassen, nunmehr mit letzterer als Hausherrin im Schloss Bellevue residiert.

Nein: Was uns Sorgen machen muss, ist, dass der Bundespräsident in höchstem Maße erpressbar sein könnte. Nicht nur ob eines womöglich tatsächlich anders verlaufenen Werdegangs in der DDR, sondern auch wegen – auch damit potentiell in Zusammenhang stehender – Verfehlungen in seiner Funktion als Leiter der “Gauck-Behörde”.

Gauck nämlich wäre, käme hier entsprechend Entlarvendes heraus, nicht nur über Nacht politisch erledigt, sondern ebenso sozial. Noch nicht einmal ein “Ehrensold” wäre ihm noch sicher.

Dass er Mitglied der “Atlantik-Brücke” ist, wissen wir. Das mag manchem nicht behagen, aber “die Brücke” ist ein ordnungsgemäß eingetragener Verein mit einsehbarer Mitgliederliste, die Sache ist grundsätzlich legitim und transparent. (Dass sein Vorgänger Wulff auch dazugehört, mag ein Geschmäckle hinterlassen, ist aber ebenso bekannt.)

Und der Bundespräsident ist eben nicht nur ein “Grüß-August”, wie manche dessen Funktion spöttisch bezeichnen. Denn er wird demnächst den ESM-Vertrag  zur Unterzeichnung auf seinem Schreibtisch haben, ein Konvolut, das Deutschland an einen Gouverneursrat verpfänden soll, das dem Grundgesetz (“Alle Macht geht vom Volke aus”) höhnt und spottet.

Wir sind daher in einer unangenehmen Lage: um es mal sehr milde auszudrücken.

Bei Licht betrachtet, hätte man Gauck aus reiner Klugheit und Umsicht, unabhängig, wie man ansonsten zu seinen politischen Ansichten stehen mag, nicht wählen dürfen. Ich jedenfalls halte das für die bittere Wahrheit.

Und ich hatte, ganz persönlich gesehen, zugegebenermaßen auch eigentlich keine große Lust dazu, hier von meinen Zweifeln und der bedenklichen sich daraus notwendig ableitenden Implikation gegenüber einem zu reden, der, wie die religiöser Anwandlungen sonst recht unverdächtige Claudia Roth meinte, “über uns allen schwebt”. Also eine Art moderne Form der Blasphemie an  dem Quasi-Säulenheiligen aller im Bundestag vertretenen Parteien, außer der Linken, zu begehen.

Gleichwohl: Was, wenn Gauck erpressbar ist?

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7 Antworten zu “Gauck erpressbar?”

  1. Dude sagt:

    Mal einige Fragen eines Aussenstehenden.

    Spielt es wirklich eine so grosse Rolle, welche Marionette nun eingesetzt wird, um die NWO-Agenda weiterzutreiben?

    Ist nicht der Kanzler das Staatsoberhaupt?

    Und wieso wird eigentlich quer durch alle Kanäle hindurch seit Monaten beinah nur noch auf dem mich sehr langweilenden Thema Wulff, Gauck, und wie die Gockel sonst noch so heissen herumgeritten, während vieles, dass um längen relevaner ist, einfach den Spalt zwischen Tisch und Wand herunterfällt, um dort Staub anzusetzen?

    Liebe Grüsse vom Unwissenden :-)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Du magst wohl recht haben: Es spielt was das Ergebnis anlangt wahrscheinlich keine große Rolle, wen man uns vorsetzt. Psychologisch mag es aber, zumal im Sinne der mittelfristigen Wirkung, durchaus einen Unterschied ausmachen, mittels welchen Personals die ESM-NWO-Agenda hierzulande vorangetrieben wird.

  3. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Deshalb hoffen wir auf ein Wunder.
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/03/19/wird-gauck-esm-putsch-verhindern/

  4. K. Frenzel sagt:

    Was die Notwendigkeit eines B.-Präsidentenamtes angeht, bin ich eurer Meinung. (Ironie) Der kann aber so schön sonor reden und da schläft dann das Volk ein. Bleibt zu hoffen, dass es aufwacht und dann´´klarer´´ sieht!
    Was die Kirche nicht schafft, schafft vielleicht das Predigen – einlullen!!!

  5. TanjaKrienen sagt:

    Eine hochgradig enttäuschende Antrittsrede, die sich nahtlos an Wulffs Opportunismus anfügt. “Freiheit” wird zum rhetorischen Begriffskniff, mit der man unangenehme Wahrheiten umschifft. Niederschmetternd…

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ TanjaKrienen

    Ich habe mir den ganzen Wortlaut der Rede erst jetzt, nach Deinem Urteil, angetan.

    Ich will zunächst nur so viel dazu sagen: am Schluss “bitte Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen!”

    Meinen Text “Von den verlogenen Säuslern” schrieb ich in Ohnkenntnis dieser Rede. Vielleicht erreichte sie mich ja unbewusst als “morphogenetisches Feld” (obschon ich gedanklich auf eine ganz konkrete, vor drei Monaten exemplarisch erlebte Situation zurückgriff).

    Kurz: Wir bleiben Nazi-Erben, die 68er waren klasse, weil sie das sagten, der Islam ist Bingo, Europa alles, die Nation immer weniger.

    Wer hätte vom Wendepfarrer Gauck groß anderes erwartet.

  7. TanjaKrienen sagt:

    Du lagst richtig und ich war naiv.

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