Adoy: Der “zwerchste Mensch der Welt” lebt

Das arme Tierchen, das im vergangenen Jahr zum “hässlichsten Hund der Welt” gewählt wurde, ist tot.

Es hörte auf den Namen “Yoda”. Den kannte ich bisher nur aus “Krieg der Sterne”: Dort heißt ein reichlich unansehnliches, zwergichtes Oberjediritterchen mit wackelnden Eselsohren so, das meine Kinder zunächst ziemlich “cool” fanden. Es stirbt mit 930 Jahren friedlich.

Nicht mehr ganz so cool fanden meine Kinder Yoda, als ich, seiner angesichtig und anhörig, erklärte, dass ich keineswegs einen, egal wie klein und runzelig und vorgeblich weise, als cool einstufen könne, der mit über neunhundert Jahren noch immer nicht einmal einfachste deutsche (respektive englische) Sätze in der richtigen Wortstellung zu formulieren gelernt. Soweit ich hingehorcht habe, spricht dieser Heldenknilch nicht eine Sentenz richtigrum.

Was hat das mit dem caninen Yoda zu tun? – Nun, in Star Wars wird einer zum Superhelden aufgebaut, der entweder ein Idiot ist, oder aber die Leute – selbst noch in schlimmster Kriegslage – jahrhundertelang mit seinem Kauderwelsch nervt und auf den Arm nimmt. Toller Kinderheld. Was die Wahl zum “hässlichsten Hund der Welt” anlangt, so zeigt sich diese natürlich als erst recht kein gesunder Spaß mehr, als blanke Perversion: Denn hier wird ein unschuldiges Tier ja ausschließlich aufgrund einer negativen Eigenschaft, vielmehr der Summe mehrerer negativer Eigenschaften, auf den Schild gehoben, damit sich alle dahingehend sich delektieren könnenden, selbst missratenen Humanoiden einen Spaß am Betrachten der Kreatur und seiner “Konkurrenz” zu machen einen gruselig-traurig-lustig-sensationellen lebenden Gegenstand haben.

Es wunderte mich nicht – es ist wohl wahrscheinlich – , dass es inzwischen Züchter gibt, die dessenthalben extra besonders missratene Hunde züchten.

Das ist im Wortsinne abartig.

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