Pirätchen: Eine Polemik

Das Härteste ist, wenn der Schaum meint, er sei ein Samuraischwert.

Den Eindruck habe ich von den “Piraten”.

Ich werde jetzt keine Einzelnamen nennen. Das braucht es auch nicht.

Einerseits will man “maximale Transparenz”, andererseits totale Anonymität für sich selber. Logisch.

Man will – wie weiland, als man allenfalls an die englische Krone abzuliefern hatte – jeden überfallen dürfen, sprich, alles von seinem Schiff herunterladen, was er mühsam erworben und eingepackt, und bei jedem Schuss vor den Bug jammern können, bei der Caritas einkehren, wie als ob einen der Teufel in die Bermudasee gedrückt.

Eine Opposition wie bestellt.

Noch nicht einmal Ahnung von Reffen, Rah und Wanten, so kommen sie daher, die Netzinfanten.

Rääächte! Aber nur für uns! Der Räääst sind ja nur Faschisten!

Wir haben nur ‘nen Laptop, ‘ne Latzhose, garantiert keinen Plan von noch nicht einmal nichts, und IHR wollt UNS stoppen? Da sind wir aber man gegen, und Hein Blöd bedient den Kompass. Und Frieda Müller setzt, hierarcheifrei natürlich, die Segel!

Urheberrecht? Das machen wir über eine allgemeine Idiotenklicksteuer. Geld? Ist sowieso da. Krieg? Finden wir zwar scheiße, aber wenn die Amis den machen, können wir leider auch nichts machen. Wir wollen nur, dass man uns den Strom dafür liefert, dass wir weiterstänkern können. Sonst gibt’s Rabatz. Capici, Signiore?!

Kinder haben wir sowieso keine. Brauchen wir auch nicht. Seit wann brauchen Kinder Kinder, bitteschön?

Wir sind auch stolz darauf, dass wir so ungebunden und pluralistisch sind, dass wir garantiert von nichts keine Ahnung nicht haben können und wollen. Wir sind die neue Zeit. Und wer sich dieser zu widersetzen wagt, versündigt sich vor aller Augen an deren Heiligem Geiste.

Wir haben Rechner. Die Entheben uns der Anforderungen des Denkens. Deshalb sind wir Euch allen voraus.

Wir sind die Speerspitze der knallharten Softitität. Wer uns angreift, trifft auf kreischende Wattefäden.

Damit sind wir weiter, avantgardistischer, als alle sonstigen Minderbenachteiligten, die Ihr je erfunden habt. Wer wollte unsere Dekadenz noch übertreffen?

Wir brauchen nicht einmal mehr Ochs noch Esel, um unser ganzes Leben lang in der Krippe zu liegen, ewig umkränzt von medialen Sternsingern.

Man liebt uns einfach so: Und das ist gut so.

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