Michael Hanfeld schenkt mir meinen Sonntag

Michael Hanfeld von der FAZ ist ein tapferer Mann. Er besitzt nämlich offensichtlich nicht nur einen Fernseher, sondern guckt auch noch rein, egal, wie weh das tut. Mitunter bis kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Ganz einfach, weil das sein Beruf ist, weil kaum einer das so gut kann wie er. Das lässt sich hier, unter dem Titel “Das ist das Ende des Journalismus”, mal wieder deutlich nachlesen.

Da musste er nämlich einen Herrn Lanz (nicht den von Liebenfels) und einen Herrn Rösler (den von der Gauckwiederauferstehungspartei) im Doppelpack aufs Mal ertragen, was ihn so weit brachte, zur Sache Sentenzen wie diese zu formulieren:

‘Gemeinsam ziehen sie eine Show ab, die den „tiefsten Tiefpunkt“ (Rudi Völler) des deutschen Journalismus und den Marianengraben politischer Wahrhaftigkeit markiert. Es ist ein sagenhaftes Theater, Rösler gibt den Parzival, der den Gral endlich gefunden hat, ins Narrenkleid ist derweil der steigbügelhaltende Moderator Lanz gerückt.’

Lieber Herr Hanfeld, Sie können sich meines Mitgefühls wie meiner Hochachtung gewiss sein. Diese Staatsfunkssendung muss wirklich arg gewesen sein. Ich jedenfalls glaube Ihnen spontan jedes Wort. Was bin ich froh, dass ich keine Minute fernsehen muss und Ihre Texte auch noch freiwillig lesen darf. Die provozieren sicher nicht selten Ärger, da der Gutfunk von Ihnen immer wieder recht deutlich eins übergebraten bekommt, aber Ihre Zeitung scheint schon zu wissen, was sie an Ihnen hat.

Ich finde es jedenfalls klasse, in drei bis fünf Minuten einen sprachlich wie inhaltlich ausgezeichneten Text lesen zu dürfen, in dem mir stringent erklärt wird, weshalb in der ganzen Republik nur einer einen vernünftigen Grund zum Fernsehen hatte. Das ist also löblich wie heldenhaft.

Hätte ich ein hinreichend solventes Medienunternehmen, ich versuchte Sie abzuwerben. Als reicher Mann hielte ich mir Sie, schlügen Sie ein, vielleicht sogar zum Privatvergnügen. Naja, der Fairness halber veröffentlichte ich Ihre feinen Traktate dann wohl doch.

Weiter so, Herr Hanfeld, und einen schönen Sonntag noch.

Meinen haben Sie gleich schon aus dem Bette heraus gerettet.

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5 Antworten zu “Michael Hanfeld schenkt mir meinen Sonntag”

  1. Auerbach sagt:

    Er besitzt nämlich offensichtlich nicht nur einen Fernseher, sondern guckt auch noch rein, egal, wie weh das tut.

    Muahahaha, besser kann man es kaum ausdrücken! Klasse!!

    Au, noch die Auswirkungen von gestern…

  2. Dude sagt:

    Die neuen Ratings der MWG Wordlwide die FAZ betreffend, werden bereits mit Spannung erwartet.
    Es kursieren bereits Spekulationen über eine neuerliche Herabstufung zum Halbschafsmedium, welche bisher jedoch noch nicht durch MWG Worldwide bestätigt oder dementiert wurden.

    Dude (AP) ;-)

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Du scheinst bislang der Einzige außer mir zu sein, der die Kriterien von MWG Worldwide begriffen hat. Die FAZ wird aber, wie ich es schon sagte, frühestens dann zum Halbschafsmedium herabgestuft, wenn sie in Punkto der NATO-Kriege mal was Anständiges verlautbart.

  4. Dude sagt:

    Nun, dann sollte man womöglich diese Kriterien nochmal deutlich machen. Ich verweise…
    http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2011/09/05/das-medien-rankingssystem-von-mwg-worldwide/

    Da die Gerüchteküche ja immer schnell zu brodeln beginnt, ist selbstverständlich die Spekulation über eine ganzrängige Herabstufung nicht überraschend.

    Es sollte aber auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden, dass bei weiteren derartigen Artikeln, wie in Hanfelds Beispiel, eine Herabstufung zum Vollschafsmedium Minus durchaus im Bereich des Möglichen liegen könnte.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    An diese Herabstufung der FAZ – zum Vollschafsmedium Minus – dachte ich schon. Sie ist in Prüfung.

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