Leider keine Satire

Endlich weiß ich, wie es geht, mindestens gegangen wäre, dass wir nicht (mehr) für die Schulden anderer Länder (wie es der Lissabonner Vertrag verbot, aber das ist unseren Politikern egal), von Banken, Spekulanten und Derivatezockern, haften.

Wir machen einfach selber für uns selber so viele Schulden, dass wir das gar nicht mehr können.

Man stelle sich mal vor, wir hätten in den letzten drei Jahren 500 Millarden (oder auch 1000) in die Erneuerung und Sanierung unserer Infrastruktur, in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte usw., also Sinnvolles, hineingesteckt: Dann könnten wir jetzt nichts mehr an Griechenland überweisen und den ganzen Rest, wären zwar selber auch pleite, aber topfit.

Dann Zahlungsunfähigkeit in Euro, Euro futsch, Währungsschnitt, neue Mark, bingo.

So haben wir zehn Jahre lang die Löhne bei uns gedrückt, und das Geld geht dann an Banken und ins überschuldete Ausland, wo sie stiegen. Wir Idioten. Schlafmützenmichel.

Denken Sie mal drüber nach.

Dies ist leider keine Satire.

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9 Antworten zu “Leider keine Satire”

  1. Lesezeichen sagt:

    Nein Magnus, keine Satire.

    Das predigt Hans Werner Sinn seit Monaten rauf und runter, mal mit Schaubild und Powerpoint-Präsentation, mal ohne. Heute ist ein langes Interview in der FAZ darüber, das sich wirklich zu lesen lohnt.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/im-gespraech-oekonom-hans-werner-sinn-wir-sitzen-in-der-falle-11653095.html

    Wer will, kann sich das als aktuellen Vortrag – von Ende Dezember – auch auf youtube ansehen.

    http://www.youtube.com/watch?v=yI4g8Ti6eTM

    Diese 1000 Milliarden Euro Investitionskapital, von denen du sprichst, sind übrigens seit der Euro-Einführung aus Deutschland quasi ausgewandert in Form von Krediten an die anderen europäischen Länder, vorzugsweise Griechenland, Spanien, Portugal. U.a. wurde damit der Kauf von Hcchtief finanziert.

    Das waren deutsche Spargelder, die dann im Ausland in Form von Krediten, Investitionskrediten, Hypotheken etc, ausgegeben wurden und in Deutschland fehlte das Geld an allen Ecken, weil es dort eben nicht investiert wurde. Daher Massenarbeitslosigkeit, Arbeitsmarktreform, Hartz-IV und alles weitere.

    Deutschland ist eben der Gewinner des Euro und hat enorm davon “profitiert”.

    Alles Darstellungssache

    meint das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Vielleicht schlachtet sich die Kuh lieber selber, gibt ihren Kälbern noch Trockenmilch mit, bevor der Metzger kommt, der sie bis zum Letzten ausgemolken hat.

    Oder gar schon der Abdecker.

  3. Lesezeichen sagt:

    Magnus,

    ich hab ja die ganze Wulff-Geschichte nicht so verfolgt. Um ehrlich zu sein, es hat mich nicht genug interessiert – böse, böse. Zum einen traue ich den Politikern nicht besonders und zum anderen den Medien erst recht nicht. Ich kann also zu der Geschichte nicht besonders viel beitragen.

    Aber interessant ist der Artikel von Gerhard Wisnewski auf der Seite vom Kopp-Verlag. Wenn man ihn so durchliest, muss man zu der Erkenntnis kommen, dass auch so gesehen mehr als ein Körnchen Wahrheit an der Geschichte dran sein kann.

    Wir erfahren ja nicht alles.

    So war mir z.B. neu, dass Köhler zwei Tage vor seinem Rücktritt den Fall der Brandmauer, der NO-Bailout-Klausel, unterschreiben musste. Ich hab das nicht mitbekommen und erst kürzlich durch einen Vortrag von Hans Olaf Henkel auf youtube erfahren. Da Köhler diese Klausel seinerzeit erfunden und durchgesetzt hat und darauf auch das Versprechen gefußt hat, dass niemand durch den Euro zu Schaden kommt, macht sein Rücktritt auch viel mehr Sinn. Die Medien aber sind bloß auf diesem dämlichen Interview mit den Handelswegen herumgeritten, was nun wirklich eine lächerliche Diskussion war.

    Manchmal stellen sich die Dinge eben hinterher völlig anders dar.

    Zeit zum Nachdenken.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Wie soll Mitterand die Einführung des Euro – die Abschaffung der Mark – genannt haben: Versailles ohne Krieg?

  5. Anonymus sagt:

    Die Sache ist ja noch viel schlimmer!

    Die grösste Bank der Schweiz ist die UBS. Wenn ich micht Recht erinnere, war es das Jahr 2003, wo die UBS an Ihre Banker insgesamt 27 Mrd. Franken Boni bezahlt hat, das Jahr davor und danach sah es ähnlich aus.

    Nun werden die Boni aber erst mit 6 Jahren Verzögerung ausbezahlt, die 27 Mrd waren also 2009 fällig, im Jahr darauf eine ähnliche Summe etc.. De facto war die UBS Ende 2008 pleite und der Schweizer Staat hat 64 Mrd nachgeschossen, um “die Bank zu retten”.

    So ein Quatsch ! Man hätte die Bank für pleite erklären können und per Dekret neu gründen und dabei die Verbindlichkeiten an Boni-Zahlungen an die Pleite-Banker ersatzlos streichen und alles wäre erledigt gewesen ohne einen Franken aus Steuermitteln. In Tat und Wahrheit hat man nicht die Bank gerettet, sondern die Boni der Banker, die die Bank geschäftlich gegen die Wand gefahren haben.

    Lassen Sie mich noch eine andere wahre Geschichte zum Thema BONI aus der Schweiz erzählen. Die Swissair war Ende 2001 pleite. Darauf wurde mit vielen Steuermitteln die SWISS gegründet, die aus der Konkursmasse die 54 Langstreckenflugzeuge herauskaufte, die stark überdimensionierte Langstreckenflugzeugflotte war die Kernursache der Swissairpleite und so ging neue Swiss an der selben Ursache ein paar Jahre später genau so pleite. Dafür konnte die Credit Swiss (CS) durch diesen Deal aber Ihre Einlagen aus dem Geschäft abziehen. Für diese grossartige Leistung für die CS bekam der CEO die einmalige Summe von 500 Mio Franken Boni in einem Jahr. Der Bundesrat Leuenberger, der das Steuergeld für den Ankauf der 54 Langstreckenflugzeuge bereit gestellt hatte ging dagegen mit dem üblichen Bundesratsgehalt von unter 300 000,- Franken nach Hause.

    Das ist eine der Gute-Nacht Geschichten, die man artigen, kleinen Schweizer Jungen erzählt…Deutschen kleinen, artigen Jungen werden andere Gute-Nacht Geschichten erzählt über idealistische und edelmütige Politiker, die zum Beispiel Griechenland “retten”

    Die ganzen Zahlen und Informationen standen so nach und nach in den Zeitungen, das sind absolut keine Insider-Informationen, nur natürlich nicht so zusammengestellt….

  6. Anonymus sagt:

    Die absichtlich geplante Krise

    Es ist zum Haare raufen, überall wird so getan, als wenn das zwar voraussehbar gewesen wäre, aber doch ganz überraschend kam. Falsch ! Das war nicht nur voraussehbar und das haben unsere Politiker nur vorausgesehen, sondern systematisch geplant !

    Also, die Jahre vor der Einführung des Euros wurden die Wechselkurse zum Test eingefroren, das heisst im Klartext, wenn ein der Währungen gegen andere an Wert verlor, dann kaufte das Land mit einer starken Währung, die an Wert gewann so lange Devisen, bis der SOLL-Kurs wieder erreicht war. Das ist ja noch ganz sinnvoll, um saisonale Schwankungen auszugleichen. Nur das war nicht Saisonal, sondern ein ständiges Ankaufen, was den Regierungen des Mittelmeerraumes erlaubte beliebige Mengen Geld zu drucken, weit über das erlaubte Mass hinaus. Da die Deutsche Bundesbank all dieses wertlose, bunt bedruckte Papier aufkaufte, war damit für die Deutsche Regierung vollkommen klar, um wie viel diese Länder Ihr Defizitziel verfehlten, Augen zudrücken half da nicht, das Geld landete in den Kellern der deutschen Bundesbank wie Wasser nach einem Rohrbruch.

    Nun war die Frage, wie finanzieren sich diese Staaten nach Einführung des Euro weiter, wenn dieser Weg nicht mehr geht? Ganz einfach, dann leihen die sich eben Geld! Wo? Na, ganz einfach, da wo das Geld bisher auch herkommt, aus Deutschland. Nur wer hat in Deutschland so viel Geld, um denen das zur Staatsfinanzierung zu leihen? Niemand! Man musste die Gesetze ändern, der § 7b für Eigenheimbauer wurde gestrichen und stattdessen die Riester-Rente und ähnliches eingeführt, damit die Deutschen Ihr Geld nicht mehr in Ihre Häuser stecken, sondern zu Banken und Versicherungen tragen und die das dann an die Mittelmeerländer weiter “verleihen” (auf nimmerwiedersehen)

    Nun ist Bombe nach rund 10 Jahren geplatzt, die früheren Eigenheimbauer sind in Ihren Wohnungen geblieben und nun herrscht Wohnungsnot. Das Geld, was so gespart wurde, wurde den Mittelmeerländern ausgeliehen und nun können nun nicht mehr genügend Geld leihen um Ihren Staatshaushalt zu finanzieren und die Zinsen für das geliehene Geld zu bezahlen. Damit wissen die Versicherungen und Banken aber auch nicht mehr, wie und wo sie die anfallenden Geldmengen zu auskömmlichen Zinsen anlegen können. Nun wird schon wieder überlegt, eine Eigenheimbauförderung einzuführen, da die Versicherungen und Banken das Geld ohnehin nicht mehr gebrauchen können, aber Wohnungen gebraucht werden.

    Am sinnvollsten wäre es wohl, den Riester-Rente-Sparern & Konsorten zu beichten, dass Ihre Einlagen wie geplant futsch sind, so wie man den Zyprioten erklärt, dass Ihre Bargeldeinlagen eingezogen werden. Natürlich nicht alles auf einmal, sondern in Schritten….

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Anonymus

    Ja, die Politiker haben es vorausgesehen, und deshalb muss man davon ausgehen, dass es auch so geplant war.

    Wie lautet das schöne Zitat dazu noch? – : “Wie Versailles ohne Krieg.”

  8. Anonymus sagt:

    Neueste Wendung :

    Griechenland bereitet Reparationsforderungen gegen Deutschland vor !

    Sollen die Griechen doch und wir sollten die ungeprüft unter einer Bedingung anerkennen: Griechenland muss seine Währungsschulden zurückbezahlen aus Jahrzehntelangen “Stützungskäufen” für die Drachme!

    Dann hat Griechenland im Handumdrehen ein Mehrfaches der Schulden, die heute offiziell bestehen. Solche Forderungen zu stellen wäre wohl das Dümmste, was die griechische Regierung machen könnte.

  9. Anonymus sagt:

    Nun bin ich mal neugierig, mit welchen Argumenten das Duo Merkle / Schäuble es schaffen werden den Griechen das gewünschte Geld auch ohne jede Reform oder Auflage aus dem deutschen Steuersäckel rüberzuschieben. Das heisst, wenn die Griechen es überhaupt noch haben wollen, denn das bedeutet weitern, jahrelangen wirtschaftlichen Stillstand in Griechenland.

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