Wulff: Nachfolgerin Petra Roth?

Die FAZ nennt Joachim Gauck, Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen und Thomas de Maizière als mögliche Nachfolger Christian Wulffs.

Nachdem sich bei der letzen Wahl die Atlantik-Brücke-Mitglieder Gauck und Wulff gegenüberstanden, könnte es also schon wieder auf eine ähnliche Farce hinauslaufen, träte der Brückenpfarrer gegen den Brückenverteidigungsminister.

Ich denke aber, dass Merkel keine der genannten Personen wird haben wollen. Gauck nicht, weil sie den ja schon hätte haben können und es peinlich wäre, ihn jetzt doch noch zu nehmen, nachdem ihr Christian versagt hat. Den Schäuble nicht, weil sie ihm nicht traut und ihn lieber als Finanzminister in die Kabinettsdisziplin eingebunden hält. Die Ursula nicht, weil Merkel sehr wahrscheinlich keine Frau will, die sieben Geißlein hat, gut aussieht und auch weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen ist. Den Thomas nicht, weil sie weiß, dass sie diesen Kandidaten den Grünen und den Linken der SPD kaum wird aufs Auge drücken können.

Der Spiegel bringt jetzt auch noch Norbert Lammert und Klaus Töpfer ins Gespräch, beurteilt beider Chancen aber skeptisch, da sie den Schwarzgelben, salopp gesagt, zu wenig Parteisoldaten, zu links seien.

Genannt wurden auch schon Gesine Schwan und Annette Schavan. Erstere ist aber SPD-Mitglied. Das ist schlecht. Letztere ist Mitglied im Zentralkomittee der Deutschen Katholiken, was nicht eben hilfreich sein dürfte. Andererseits ist sie ledig und kinderlos, also durchaus modern (=links). Vor allem aber ist sie noch nie als besonders visionär oder rhetorisch begabt aufgefallen (zumindest mir nicht) und auch nicht als derart machtbewusst, dass Merkel sie wahrscheinlicherweise irgend zu fürchten hat. Den Frauenbonus könnte sie gegen SPD und Linke also fast vollständig ausschöpfen. Daher eine Kandidatin, die es schaffen könnte.

Andererseits will man sich jetzt nicht noch eine Pleite leisten. Mag sein, dass man sie für das Amt als gar zu schwach, zu blass erachtet.

Merkel muss sich nun an der Kubifizierung der Kugel versuchen. Also einen Kandidaten finden, der rechts und links genug ist, ebenso stilsicher und charismatisch wie im Grunde irrelevant und dröge. (Es sei denn, sie wagt doch etwas, siehe mein Geheimtipp ganz unten.)

Von allen Möglichkeiten halte ich es daher für am wahrscheinlichsten, dass sie Schavan – vielleicht nur als ein potentielles Bauernopfer, um am Schluss einen anderen Kandidaten durchdrücken zu können, wenn es dann doch klappt, ist auch gut – vorschiebt, oder aber, dass sie – möglicherweise mit demselben strategischen Hintergedanken – einen aus der Tasche zieht, den bislang noch niemand auf der Liste hat.

Den Angloschwaben Oettinger wohl kaum, denn der ist uns so peinlich, dass Hunderttausende in den Neckar gingen. Und eine Pleite von Daimler, Bosch, Porsche usw. können wir uns jetzt nicht auch noch leisten.

Jürgen Rüttgers ist vielleicht peinlich und erfahren und links genug, dass er es packen könnte.

Zuzutrauen wäre Merkel auch, dass sie, um – scheinbar großzügig – die SPD zu düpieren, Peer Steinbrück vorschlüge, was aber danebengehen könnte, wenn die Ja sagte, denn Steinbrück duckte sich wohl kaum unter der eisernen Kanzlerin weg.

Wolfgang Clement als Kandidat wäre hingegen eine zu offene Provokation der alten Dame SPD; solche Fehler pflegt Merkel nicht zu machen.

Gerhart Baum wäre hingegen auch ein guter Trick, aber der hat so einen Tick von wegen Rechtsstaat und ist, wie auch Bernhard Vogel, doch schon ein bisschen alt.

Fällt mir, um das Karrussell nicht zu überdrehen, noch Petra Roth ein. Eine intelligente, gewandte Frau mit Ausstrahlung, zwei Kindern, sicherem Auftreten und politischer Erfahrung. Sie unterhält gute Beziehungen zu Israel (Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv), setzt sich für Moscheenbauten ein und wird dem linken Flügel der CDU zugerechnet.

Na, das wäre doch mal was.

(Nicht unbedingt für mich; aber immerhin für Juden und Moslems, die Merkel, die Frauen und die CDU.)

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12 Antworten zu “Wulff: Nachfolgerin Petra Roth?”

  1. Lesezeichen sagt:

    Also ich wäre für einen König.

    Dann wäre endlich mal Ruhe in der Kiste, wir hätten einen professionellen Abnicker mit Hofstaat, der das Recht und die Pflicht zum Abnicken auch noch weitervererbt. Eine unnötige Wahl weniger. Allein das wäre es schon wert.

    Außerdem haben wir genug Schlösser. Da könnte man wahlweise residieren. Die Tourismusindustrie würde enorm angekurbelt, wie man hier in England unschwer sieht. Das Lisbettchen spielt jährlich viel mehr ein, als sie kostet, nicht zu vergessen die ganzen Maskottchen, Souveniers etc. Wir könnten wieder Kutschen bauen und die verschiedenen Dome könnten auch wieder zu den einzelnen Anlässen zu Ehren kommen. Die Yellowpress hätte mal wieder was richtiges zu schreiben und es kämen auch mehr Paparazzis ins Land. Wenn dann der König enkelt, dann profitieren auch wieder Bus und Bahn davon, wenn die Nation zum Staunen herbeieilt.

    Ja, so ein König, das wäre es schon. Hätte mir beim letzten Mal auch schon besser gefallen, als wieder mal ein Präsident.

    Muss ja nicht gleich ein Kaiser sein. Das würde nur wieder schlechte Erinnerungen hochkochen. Dazu reicht schon Berlin als Hauptstadt.

    Man muss es ja nicht übertreiben.

    herzlichst

    das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Ich habe mich zuerst gewundert, weshalb Du einen König statt eines Kaisers vorschlägst (obschon unterschwellig schon ein gewisser Verdacht, weshalb, in mir aufstieg).

    Aber offenkundig hast Du Dir, wie ich dann feststellte, und wovon ich auch ausging, wie immer etwas dabei gedacht.

    Es wäre ja auch zu frech, wenn die Engländer wieder bloß einen König oder eine Königin hätten, und wir einen Kaiser.

    Stoff zum Nachdenken.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Für den König fände sich bestimmt – um den Föderalismus nicht zu vernachlässigen – in jedem Bundesland außer den von Dir erwähnten Dömen auch eine angemessene Residenz.

    Zwischen Schloss Bellevue, Neuschwanstein, Burg Eltz usw. hin- und herkutschierend, hätte der Monarch immer Bewegung und frische Luft und das Volk und die Touris stets was zum Staunen und romantische Straßen zum jubelnd Besäumen.

    Wir hätten in diesem bierernsten Lande endlich das ganze Jahr hindurch irgendwo Karneval. Selbst zur Hopfenblüte und zur Weinernte.

    Das ist es, was wir brauchen.

  4. ich sagt:

    Ich würde es vielleicht mit einer Königin versuchen :)) Hübsch, Klug.. Jung… Aber gibts sowas in diesen Landen? Damit könntet ihr gerade bei der Jugend punkten :))

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ ich

    Hübsch, klug, jung: Wie wär’s mit Bettina Wulff? (Außerdem kennt sie den Betrieb jetzt schon und hat mit Sicherheit einen Mitleidsbonus.)

  6. sebastian sagt:

    Georg Schramm!
    … und das soll kein zweitklassiger Schenkelklopfer sein.
    Das ist ein ernst gemeinter Vorschlag!

  7. Lesezeichen sagt:

    Also ich weißet nich…..

    Die Bettina Wulff als Königin????

    Hörnse ma Sie, also für mich wär dat ja nix. Ganz ährlich Sie. Dann musse gleich widder auffe Suche nach nem Prinzgemahl gehn und da gibbet in dem Alter nix passendes. Nur wieder diesen Saufkopp von Hannover-Prinzen – wie hieß der noch gleich??? Ach ich komm grad nich drauf. Der is ja immer übber, weil den die Mädels immer übber ham.
    Guckense sich dochma um….

    Der Prinz Harry der ist aunnoch zu jung un der will auch wat junges, der William is schon vergeben und ansonsten is da doch nix gescheites auf weiter Flur zum Strunzen und zum könichlichen Nicken, nä. Die netten Jüngsken sind doch schon alle unter de Haube. Oder sie muss dann widder son alten Knacker nehm…aber Sie, ährlich, wer will dat schon?

    Nä, die Frauen haben et da deutlich schwerer, wie man dat an den Monaco-Mädels sehen kann. Da krisse dann nix mehr und da bleibt dann nix wie der Bodigaard oder der Reitlehrer oder Fitness-Träner. Damit bauste keine Monaachie, jedenfalls nix fürm Repräsentieren und könichliche Erben krisse davon aunnich.

    Nä, die Bettina, dat is nix.

    Aber für nen Könich gibbet genügend Jungs – vonne Polletik bis inne Schauspielkunst. Un nette Prinzessinnen fürm Heiraten sind aunnoch genuch da.

    Jedenfalls könnte man den dann mit die Pippa verkuppeln oder einer von den Schwedenschwestern, die da vonne Silvia un den Karl Gustav. Oder denkensema an die vonne Färgie un den Ändru. Die suchen doch aunnoch wat gescheites. Wär dat nix? Nä? ….Dann käm auch wenigsten widder blauet Blut nach Deutschland un wir hätten auch widder wat fürm Sonntach.

    Also ich find ja, datta echte Schangsen drin stecken, Sie. Überlegense ma…

    Dat wär doch ma watt.

    Un dann hättenwer auch Ruhe inne Polletik. Wenn datta nich richtich läuft, dann kommter ma mit sein Zäpta und hautamit ma auffn Tisch, dattat nur so wackelt. Un dann is Schluss mit lustich, dat sach ich Ihnn. Dann müssense alle machn watter Könich sacht. Dann klapptat auch widder mim Spaaren un so, weilse alle Angst ham.

    Wissense wat. Ich mach da gezz ma ne Pettezion un die schickich dann anne Frau Märkel.

    sachtat Lesezeichen vonne Insel

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeicha

    I ben jo eigendlich au fir en Keenich. Ond zwar so oin wia Du sechsch, nämmlich ebber, der wo au amol midder Fauschd off der Disch haud, odder meinetwäga au middm Zebder.

    So oiner wär au gued fird Schdabilidäd em Ernschdfall. Also noh, wenn dasses Geld bledslich nixmai werd isch.

    I woiß jedsed nadierlich edda, ob mir ons mid onsere Ohsichda noh offm Boda von sellenem Grondgeseds befended. Dia händ jo en Bräsidenda wella, der viel zom Schwäddsa abber nix zum Saga hod.

    Weil abber grad Fasned isch, denk i, dasse ons derfir ed glei eischberra werdet. On au scho alloi deshalb, weil mir dann vielzviel Zeid hädded zom Nochdenga. Des isch dene Großkopferde viel z’gfährlich.

  9. Lesezeichen sagt:

    Also hörnsema, nu kommense mir nich mitten Grundgesetz, nä! Da habbich dat nämlich her. Dat habbich im Kopp un grad nochma auffe Wikepedia nachgelesen. Da stehtat ganz genau innen Artikel 20

    Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus!

    Gehtat noch besser? Da gibbet doch nix dran zu deuteln. Staatsgewalt un Volke. Dat isset.

    Ich, dat Lesezeichen vonne Insel, ich bin dat Volk. Nich dat ganze abba ein Teil und ich sach, dattat Volk nen Könich will, weil dat auch keine Lust mehr hat. Ewich isma am rumwählen un wat bringtat? Nix bringtat?

    Nix, sach ich Ihnn. Nix bringtat. Man siehtat doch wohin dat führt. Unsereins is immer am Rabbotti machn, hat keine Zeit für nix, is immer am Spaaarn un am Rennen un am Machen un Tun un die da oben machen wattse wolln. Ich sach ja immer: Is de Katze ausm Haus, da tanzen de Mäuse auffn Tisch. Et gibt ehmt keinn, der da ma richtich am aufpassen is un dann ehmt auch ma Tacheles sacht un ma Ordnung macht. Dat is wie mit unsern Nachbarn, da dem Willi un seine Olle. Wenn die so richtich Rabbatz machn, da kann ich reden, wattich will. Da tut sich nix, Sie, aber gar nix. Aber dann kommt mein Kalle und kloppt da ma anne Tür un sacht denen die Wacht an un Ruhe is. Da staunze, abba der Mann hat ehmt Autoretät.

    Un sowat brauchenwer inne Polletik auch. Ich sach “Kalle”, sachich “Kalle, du bis ja nun auch mein Könich un wat bei uns in Viertel klappt, dat klapptauch inne Polletik” Die brauchen sowat wie du, der dat Zepter inne Hand hält un keine Angst vor nix hat.

    Un gezz da mitten Wulff? Wat soll dat denn? Hatter Mann nonnich genuch? Verdienter nix? Dat kann mir keiner verklickern, Sie? Muss der da 1500 Euro mit sich rumschleppen fürne Rechnung? Warn dat wenigsten kleine Scheine un ohne Nummern? Man hört sowat ja immer innen Aktenzeichen un so, damit dat alle nich verfolcht wird. Könntja sein.

    Unser Omma hat imma nach unser Mama gesacht “Der Teufel, ja…, der Teufel, der scheißt immer auffen dicksten Haufen” Un wissense wat. Dat stimmt. Dat kamma an den Wulff un seine Affären sehn. Immer drehtet sich allet nur umme Knete. Wer hat wat, wann un wo. Warum, dat wird narürlich nich gefracht. Scheinz wissense dat selber nich oder doch un grade deshalb

    Wo warich…

    Ach der Könich.

    Nä, wissense. Son Könich, der kricht dann seine Grundausstattung, so Hofstaat un Angestellte un wasweisich allet dazu un dann kanner regiern un winken un nicken un lächeln un gut is inner Kiste. Aber wennze nich spurn, de Pollitiker, dann is Ende Gelände. Dann kommse in Kerker.

    Un wir müssen nich mehr zum wählen gehn, watt sowieso nix bringt.

    So hättich dat gerne.

    Ich dat Lesezeichen vonne Insel.

    Sie, ich hab grad schomma vorn Spiegel geübt. Dat mit den Hofknicks, datt kannich schon richtich gut. Muss nomma Sissi gucken, die machen dat so schön. Un die warn immer glücklich, da müssense ma drauf achten.

  10. TanjaKrienen sagt:

    Georg Schramm ist ein Ultra-Linksradikaler.

    Ein ernsthafter Vorschlag: Hans Olaf Henkel.

  11. Lesezeichen sagt:

    Hans Olaf Henkel wäre schon beim letzten Mal mein persönlicher Favorit gewesen, aber leider muss man den Tatsachen ins Auge sehen, dass er aktuell in Deutschland nicht durchsetzbar wäre.

    Zum einen gehört er zur Kaptialistenfraktion – damit hat er weite Teile des Volkes gegen sich – und zum anderen geht er zu Angela Merkel auf Konfrontationskurs, denn er ist bekennender Transferleistungskritiker und steht dieser ganzen Euro-Retterei ziemlich ablehnend gegenüber. Außerdem ist er unpolitisch und das willl nach Köhler auch niemand mehr haben, was für mich unverständlich ist, aber sei es drum.

    Wenn ich ehrlich bin, wüsste ich im Moment niemanden, der mir als Präsident gefallen würde. Lammert vielleicht noch. Der ist auch ziemlich gerade.

  12. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Henkel hat nicht nur aus den von Dir genannten Gründen keine Chance.

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