Weltnetzboykott

Es mag die Zeit herangekommen sein, da das Weltnetz mindestens teilweise zu boykottieren ist.

Sicherlich nicht von Daimler oder Sony: aber von all jenen, die wirklich etwas zu sagen haben.

Ich weiß, diese Botschaft klingt zunächst alswie diejenige eines Traumtänzers. Na und.

Zeit ist’s, dass nicht mehr Algorithmen unsere Kultur bestimmen. Sondern wieder die Schaffenden.

Die sich allenfalls noch punktuell in den Mahlstrom der modernen Datenverarbeitung einbringen.

Oder eben dann mit einem Werke vordringen, das von keinem Hackergremium, keiner Suchmaschine, keinem Dienst, keiner Kamarilla anderer Art, mehr gestoppt oder gar getilgt werden kann.

Man hat uns auch mitgerissen. Mitunter haben wir selber schon mittelmäßige Texte, zweifelhafte Aphorismen geschrieben, nur, um in dieser Geschwindigkeit, der relativen Unverfolgtheit unserer Seite, mitzuhalten, uns einigermaßen sicher fühlen zu können.

Wir sind dem Netz ins Netz gegangen.

Schneller geworden, ja, besser als die anderen, ja, das konnten wir beides noch halten: gleichwohl in demselben  Loch, weniger alimetiert als die feilen Klakeure zumal, also selber letztlich die erbärmlichsten, vernutztesten Witzfiguren der Sause.

Wir haben geglaubt, Stringenz möchte helfen, in all dem bestellten Geschrei; wir dachten, gute Rede müsse eben doch irgendwann Förderung erfahren: und sehen als am erfolgeichsten dann doch die banalsten Geld- und Goldverkäuferseiten.

Dies ist kein Gund zum Verzagen; nein; wir haben es versucht: nur zur Neusortierung.

Die “Nerds” können 10 000 Supercomputer zusammenschalten, um uns auszuspionieren und zu rechnen, und bringen es damit doch noch nicht einmal auf ein mittelmäßiges Gedicht.

So liegen die eigentlichen Machtverhältnisse.

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