Edda: Dem Ruhme des Lasagneobschichtreibers

Beim Altbrotreiben für die Lasagnekruste heute Abend ist mir eben eingefallen, dass ich ja einfach und schlicht unsterblich sein könne. Ich hatte sozusagen ein – zugegeben, ich musste lachen – religiöses Schlüsselerlebnis.

Und, obschon mir rational schon lange klar ist, weswegen Leute an ihre Reinkarnation glauben: dass ich jetzt selbst diesen also beruhigenden wie am Grunde eitlen Impuls unmittelbar erfuhr, schadet meinem diesbezüglichen Kenntnisstand wahrscheinlich – hoffentlich – nicht.

Nachdem mir hierzuseit schon ein selbsternannter “Sadhu” am liebsten die Haut abgezogen hätte (nein, eher nicht selber, für solcherlei Rustikales wünschte er sich vornehmlich andere Subspiris, Tibeter, seiner Sache verpflichtet), weil ich so unspiri bin (er hat sich in einem anderen Forum, wie ich zufällig mitbekam, nochmal darüber beklagt, wie denn ein derartiger Spirihasser wie ich Montalks “Discerning Alien Disinformation” habe mitübersetzen können), bin ich richtig erleichtert und froh, dass ich zu solchen Anwandlungen offensichtlich doch grundsätzlich in der Lage.

Das macht alles etwas lockerer.

Ab jetzt kann ich wahrheitsgemäß sagen: “Schau, beim Brotreiben habe ich mich unversehens auch schon einmal mit dem Gedanken angefreundet, zumal wenn, wie normalerweise zu erwarten, in dieser Inkarnation nichts Besonderes gelingt, nochmal die Chance zu haben, es bis zum Bankfilialdirektor zu bringen.”

Oder wenigstens zum geliebten Teckel. Die haben es meist nicht schlecht.

Ernsthafter genommen halte ich es natürlich lieber mit der Edda:

“Geschlecht stirbt. Sippen sterben. Du selbst stirbst wie sie. Doch eins weiß ich, das ewig lebt: Der Toten Tatenruhm.”

Daran habe ich mit Sicherheit noch zu arbeiten.

Auf dass immerhin der Ruhm meiner Lasagneertätigung von meinen Kindern noch ein paar Lenze weitergetragen werde.

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