Handyotiker

Inzwischen habe ich damit angefangen, Leute danach zu klassifizieren, ob sie in der Kneipe ihr Mobiltelefon auf den Tisch legen, oder nicht.

In meiner Stammkneipe habe ich noch nie gesehen, dass einer der regelmäßigen Gäste sein Handy neben seine Zigaretten legte. Ich gehe wohl auch so gerne hin, weil dort das 21. Jahrhundert mit all seinem spezifischen Elektrokastenwahn noch nicht wirklich ausgebrochen ist.

Das liegt wohl daran, dass die meisten Insassen schon “irgendwas mit Wirtschaft” studiert haben, bevor das bei der Goldmann-Absachs-Jugend überhaupt erst in Mode kam.

Und: Wenn doch mal einer einen Anruf bekommt oder absetzen muss, so geht er wie selbstverständlich nach draußen: ob es nun regnet oder schneit. Das macht man einfach so.

Es ist der blanke Wahn. Wieso sollte mich denn jeder abgehobelte Affe jederzeit anrufen können müssen? Was soll das?

In den Schulklassen meiner Kinder (11/13) sind sie die einzigen ohne eigenes Handy. Das wird auch so bleiben, mindestens, bis sie sechzehn sind. Da achte ich nicht des angelegentlichen Gemeckers ob versagten Gescheppers.

Am lustigsten finde ich es immer wieder, dass die allergrößten Handyotiker regelmäßig ihre eigene Nummer nicht wissen, sondern jedesmal aus dem Gerät aufrufen müssen.

Gut, ist mir auch schon passiert, dass ich meine Mobinummer nicht auswendig kannte, indes lediglich in den letzten glücklichen Jahren, da ich das entsprechende Teil nur noch zwei- oder dreimal im Jahr aus relativ zwingenden Gründen mit mir führe.

Diese Leute, wenn sie denn noch eine ihr Eigen nennen, haben dann oft auch nicht einmal mehr ihre Festnetznummer im Kopfe.

Sagenhaft, dieser Hirnverlust.

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2 Antworten zu “Handyotiker”

  1. Peter Maurer sagt:

    Ein Link in eigener Sache, hoffe es ist in Ordnung, danke…

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Peter Maurer

    Was soll das? Hat mit obigem nicht das Geringste zu tun und sagt auch sonst nicht viel aus.

    Entweder Sie erklären sich zügig, oder ich lösche Ihren Kommentar sowie meine Erwiderung.

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