Globaler Krieg und Hungerporno auf dem Weg nach Fat City

“Global War and Hunger Porn on the way to Fat City”: Was diesen Text anlangt, so ist es mir zunächst gleich, wer ihn tatsächlich verfasst hat.

Ein “must read”, wie der Angelsachse zu sagen pflegt.

Ich will mich in diesem Falle kommentarlos darauf beschränken, ein paar Passagen zu zitieren und meine deutsche Version hinzuzufügen.

“Were you up for it anyway, you who bring the unwilling world to the doorstep of global war? You who are arranging the tableau, like a dinner table for the damned, ferrying ships bound for salvage, to be evidence in yet another false flag, waving blood red above the burning bodies of the duped and deluded who went into combat for bankers. The pens move and the weapons fire. Iran has done nothing to you. Their restraint has been admirable. In the mountains, ordinary human beings are skiing. They are walking through the pistachio orchards. They are dreaming their individual dreams, within the parameters of the collective dream. They are people like you and I. They have children, families and friends. They are not making war. We are.”

(Hattet ihr es ohnehin vor, die ihr die unwillige Welt an die Schwelle weltweiten Krieges bringt? Die ihr die Tafel bereitet, gleich einem Nachtmahltisch für die Verdammten, der Rettung bestimmte Schiffe aussendend, wiederum beweiseshalber unter falscher Flagge, die blutrot über den brennenden Leibern der für Bänker ins Gefecht gezogenen Betrogenen und Getäuschten weht. Die Federn bewegen sich, und die Waffen feuern. Iran hat euch nichts getan. Deren Zurückhaltung ist bewundernswert. In den Bergen laufen gewöhnliche Leute Ski. Sie spazieren durch die Pistaziengärten. Sie träumen ihre persönlichen Träume, innerhalb des Rahmens des allen gemeinen Traumes. Sie sind Menschen wie Sie und ich. Sie haben Kinder, Familien und Freunde. Nicht sie führen Krieg. Sondern wir.)

“The most powerful agency for calculated death and destruction is the fundamentalist, Christian right. Their sanctimonious, demagogic preachers, whip them into a lather of self righteous hate, manipulated and inspired by the very ones who committed the crimes that others are blamed for.”

(Das mächtigste Organ für berechneten Tod und Zerstörung ist die fundamentalistische christliche Rechte. Ihre scheinheiligen, volksaufhetzenden Priester peitschen sie in ein Schäumen selbstgerechten Hasses, betätigt und eingeflößt von ebenjenen, welche die Verbrechen begingen, deren andere bezichtigt werden.)

“Their missionaries go off to Africa, where they paint sugar water under the eyes of starving children, so that the flies will land there during the photo op. They are the merchants of Hunger Porn.”

(Ihre Missionare gehen nach Afrika, wo sie Zuckerwasser unter die Augen hungernder Kinder streichen, damit die Fliegen während der Fotosession dort landen. Sie sind die Händler der Hungerpornographie.)

“Look at it from their point of view, after having destroyed the domestic economies and looting everything in reach, there really is no alternative besides a world war. It’s the one thing that will take people’s attention off of their other crimes.”

(Betrachten Sie es aus deren Blickwinkel; nach der Zerstörung der Volkswirtschaften und der Plünderung alles Greifbaren gibt es außer einem Weltkrieg wirklich keine Alternative. Er ist die eine Sache, welche die Aufmerksamkeit der Menschen von ihren anderen Verbrechen ablenken wird.)

“At the end of any particular age, where technology has outpaced morality, you always get the religious wars. You get that caveman mentality taking place in a Star Trek environment. You get the disconnected video game effect, of bodies smoking and burning on a screen somewhere.”

(Am Ende jedes besonderen Zeitalters, da die Technik die Moral überholt hat, folgen stets die religiösen Kriege. Es folgt jene Höhlenmenschengeisteshaltung, platzgreifend in einem Star Trek-Umfeld. Es folgt der abgekoppelte Videospieleffekt, von rauchenden und brennenden Leibern auf einem Bildschirm irgendwo.)

“You get millions of people with headphones on, isolating their contact from their fellows.”

(Es folgen Millionen von Menschen mit Kopfhörern, ihre Verbindung mit ihren Mitmenschen kappend.)

Doch schließt der Text, der wahrlich im Ganzen gelesen werden will, also:

“Great art is one of the chief defenders of faith in times of darkness. It reminds us of the dignity, beauty and possibilities of the inspired soul. It reminds us that things pass through us. They don’t originate with us. Great art is proof of an invisible presence. Great art moves us and changes us by our exposure to it. It especially reminds us of what we have been and what we can be. It is a testimony to the struggles and triumphs of the human spirit, while surrounded by the wreckage of temporary defeats.”

(Große Kunst ist eine Hauptverteidigerin des Vertrauens in Zeiten der Dunkelheit. Sie erinnert uns der Würde, Schönheit und Möglichkeiten der inspirierten Seele. Sie erinnert uns, dass die Dinge durch uns hindurchgehen. Sie entspringen nicht bei uns. Große Kunst ist der Beweis eines unsichtbaren Daseins. Besonders erinnert sie uns dessen, was wir waren und was wir sein können. Sie ist ein Zeugnis der Kämpfe und Siege des menschlichen Geistes, inmitten der Ruinen zeitweiliger Niederlagen.)

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2 Antworten zu “Globaler Krieg und Hungerporno auf dem Weg nach Fat City”

  1. Armin sagt:

    “Their restraint has been admirable. In the mountains, ordinary human beings are skiing. They are walking through the pistachio orchards. They are dreaming their individual dreams, within the parameters of the collective dream. They are people like you and I. They have children, families and friends. They are not making war. We are.”

    “Great art is proof of an invisible presence”

    Starker Text. Danke. Obenstehende Passagen haben es mir besonders angetan.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    Die Worte sind präzise und auf den Punkt gewählt, die Beispiele und Bilder stark, der Duktus des Textes ist von mitreißender Kraft, und der Inhalt trifft den Nagel auf den Kopf.

    Dass der Autor mit der Schlusspassage, bei allen völlig richtig dargelegten Grausamkeiten und Gefahren, dann doch wieder Mut macht, kurz und knapp, ohne esoterisches Geschwafel der seichten und hirnerweichenden Art, ist ebenfalls höchst lobenswert.

    Wir werden die Wahnsinnigen nämlich nicht nach der Vogel-Strauß-Methode loswerden, wie sich das allzuviele herbeiphantasieren, einfach indem wir sie ignorieren, so dass sie mangels Aufmerksamkeit dann bald an sich selbst verenden.

    Eine sehr verbreitete, indes die dümmste aller Vorstellungen dazu.

    Meist sind ohnehin bzw. überwiegend sind fast immer die Feigheit und die Bequemlichkeit Mutter und Hebamme solcher Weltflucht.

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