Iran-Ölembargo: EU-Idiotenkabinett

Jetzt hat der Iran angekündigt, der EU, die spätestens ab dem 1. Juli kein iranisches Öl mehr einführen will, seinerseits den Hahn umgehend abzudrehen.

Auf SPON heißt es heute dazu:

“Die Übergangszeit wurde vereinbart, um vor allem den wirtschaftlich angeschlagenen südeuropäischen Staaten Gelegenheit zu geben, sich neue Öllieferanten zu suchen. Sollte Iran nun seinerseits einen sofortigen Lieferstopp beschließen, könnte dies für Länder wie Italien, Griechenland oder Spanien zum Problem werden.”

Da reißt man also das Maul auf, von wegen, wie man den anderen nierderzuboykottieren gedenkt, lässt diesem noch eine vermeintliche Schonfrist, die man eigentlich sich selber gibt, da man noch gar keine anderen Lieferanten für ein – wohlgemerkt! – essentielles Gut hat, und der ist einfach so keck und sagt, na bitte, ihr Helden, dann liefern wir doch gleich nicht mehr.

O sancta simplicitas! Was sind das für Hutsimpel bei der EU!? Halten die die Iraner für blöde?

Die wissen doch ganz genau, wie viel sie an wen liefern, dass es nicht so einfach ist, über Nacht Ersatz zu bekommen, denn den Ölmarkt kennen sie ja wohl.

Und, so SPON weiter:

“Am Mittwoch hatte bereits der Internationale Währungsfonds (IWF) vor den wirtschaftlichen Folgen des geplanten Embargos gewarnt. Der Lieferstopp des fünftgrößten Produzenten der Welt könnte den Ölpreis um 20 bis 30 Prozent nach oben treiben.”

Tja, auch dazu: Wer hätte das gedacht.

Da meines Wissens von einem Lieferstopp an China, Japan, Indien usw. bislang keine Rede ist, wird der Iran unterm Strich wahrscheinlich nicht schlecht dabei wegkommen, während Oma Heinze die Zeche übers Heizöl zahlt und Hein Otto an der Zapfsäule.

Das sind mir schöne Geostrategen.

Mit zerschlissenen Stiefeln dem Schuster einen Boykott ankündigen, bevor man einen anderen gefunden hat: Das bringt’s.

Nachtrag 27.1.

Eben hörte ich in den Radionachrichten zur “Drohung” des Irans, seine Öllieferungen in die EU umgehend einstellen zu wollen, dieser reagiere mit “Säbelrasseln”. So wird medial der sich Verteidigende zum Aggressor stilisiert. Typisch, nicht nur gegenüber Iran.

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