Schreiben ist Ritzen und Raten

Schreiben bleibt Ritzen und Raten. Oft folgt der Ritz dem Rat, oft ist es umgekehrt. Das Geschriebene befragt sich selbst. Und immer richtet der Klang. Als der unbestechlichste der Richter. Wie weit stehet dies Wort vom anderen? Will es doch noch einmal wiederholet sein? Wie liegt die eine Schicht unter der anderen? Welche Pfade laufen zu schnell ins Nichts? Will ich jemanden ansprechen? Wen? Wozu? Ritze ich nur mir selber ich selbst? Mit wie vielen Verständen kann ich raten? Vermag ich die Hülfe des Zufalles zu fassen? Sehe ich in jedem Gegenstand vor mir das noch nicht Entstandene? Schmeckt der Wein ins neue Sein rein? Bündeln sich tausende Strubbelfasern plötzlich in einen Strang? Bedingt gar noch eine Störung erst die Eingebung? Kunst der Kunst? Diene ich? Bin ich Herr? Was macht das Wort? Zeugt diese Schleife Heil, oder ist sie Selbstbiss? Sind die Nebentöne hell genug hörbar? Raunt es richtig? Was ist mit früheren Schriften? Schreibe ich ab? Nach? Hintennach? Welche Wendung genießt ein unziemliches Vorrecht? Was gehört, in angemessener Form, eben doch dazu? Wen erwähne ich gerade erst recht nicht? Wie viel Uhu, wie viel Adler? Wann welcher der beiden Raben? Soll es wirklich wehtun? Willst du heute ganz lieb sein? Schlange oder Adler? Skorpion? Hohn? Lohnes wegen sprachtauchen? Schnell Lobes heimsen, oder lange Unbill führen? Stehet da überhaupt etwas? Was?

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