Nietzsches Zarathustra: Perfekte Pöbelfreie Prosa

Gestern las ich nach langer Zeit mal wieder einige dreißig Seiten in Nietzsches Zarathustra.

Welch ein Licht aus einfachen deutschen Wörtern!

Wie viel Weisheit in jedem Absatz!

Und: welche Pöbelfreiheit!

Ich muss mich daher wohl doch dahingehend entscheiden, dies Werk schlussgültig über den Quijote und Shakespeares Dramen zu setzen. Alles andere wäre unbillig.

Denn über jene wusste auch der Madrider und Londoner Plebs zu lachen und sich daran zu delektieren.

Kein Berliner Pöbel wird das anhand des Zarathustra vermögen.

Wohl deshalb wurden Cervantes und Shakespeare noch zu Lebzeiten “Stars”.

Nietzsche hingegen wird heute noch verleumdet, als Menschenfeind hingestellt, als Irrer, nur, weil der Pöbel, auch jener des Geistes, ihm nicht folgen kann noch meist auch will.

Denn die Dichte der Botschaften, im Verein mit einer vollkommenen Sprachrhythmik, überfordert schlicht jeden kleinen Geist.

Dawider mag er meist noch nicht einmal anschreien: Er wüsste nicht, gegen was.

So prallen denn alle Versuche, dies doch zu tun, in Feuilletons und Seminaren, an diesem Werke ab wie Knetkügelchen am Hintern eines Dickhäuters.

So sieht poetische Prosa aus.

Sinn, eingebunden in sphärischen Klang. Ohne Bruch, ohne Misston, Fehl.

Ich will hiermit niemandem seinen Buddha oder Jesus nehmen: Etwas Vergleichbares ist von diesen Herren aber zumindest nicht überliefert.

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12 Antworten zu “Nietzsches Zarathustra: Perfekte Pöbelfreie Prosa”

  1. Nils sagt:

    Es freut mich für Sie, dass Sie in der Lage sind, ein solches Werk zu erschließen.
    Warum aber immer dieser zwanghafte Drang sich über andere stellen zu müssen?! Langeweile, Größenwahn, Narzissmus?
    Reicht es nicht mehr aus Dinge einfach nur um seiner selbst willen zu tun, Freude dabei zu empfinden, das man jenes getan hat!? Nimmt man sich eines Werkes an, um später damit hausieren zu gehen?
    Wenn Sie sich allerdings selbst gar schon als den Übermenschen sehen, verzeihen Sie meine Einwände.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Nils

    Ich habe mich oben über den “kleinen Geist” gesetzt, das ist wahr.

    Ob dahinter immer zwanghafter Drang stehe, Langeweile, Größenwahn, Narzissmus, mögen Sie und die anderen Leser beurteilen.

    Und:

    “Reicht es nicht mehr aus Dinge einfach nur um seiner selbst willen zu tun, Freude dabei zu empfinden, das man jenes getan hat!? Nimmt man sich eines Werkes an, um später damit hausieren zu gehen?”

    Jeder, der der ein Werk öffentlich lobt, darüber schreibt, tut dies nicht mehr nur um seiner selbst willen. Sonst ließe er es und bliebe mit seinen Gedanken bei sich alleine und mit seiner Freude.

    Vielleicht hätte ich mit Thomas Mann, Heinrich Böll oder Herta Müller hausieren gehen sollen.

    Zum “Übermenschen”: Als den sehe ich mich noch nicht.

    Ich verzeihe Ihnen Ihre Einwände aber trotzdem gerne, vielmehr, ich begrüße sie: denn sie sind gekonnt vorgetragen.

  3. Annet Brut sagt:

    Ich muss zugeben, ich habe Nietzsches Zarathustra noch nicht gelesen. Werde mir das Werk aber bei nächster Gelegenheit zulegen.

    “Ich will hiermit niemandem seinen Buddha oder Jesus nehmen: Etwas Vergleichbares ist von diesen Herren aber zumindest nicht überliefert.”

    Ohne also jetzt weiteres zu dem Werk Zarathustra äussern zu können, frage ich, warum man Nietzsche im gleichen Atemzug mit Buddha und Jesus nennt, und um es dann auf Jesus zu beschränken, warum dieser es nicht für nötig hielt, ein eigenes schriftliches Werk zu hinterlassen, da ER ja schon die dazu notwendige Zeit zum Schreiben durchaus gehabt hätte?

    Das Neue Testament berichtet über das Werk und das Leben Jesu, aber geschrieben wurde es erst in der Zeit, angeblich innerhalb der ersten 100 Jahre nach Jesus. Verwunderlich dabei ist für mich, dass man sich da dann noch an jedes von Jesus ausgesprochene Wort anscheinend haargenau zu erinnern vermochte und heute noch jedes Wort von IHM von Gläubigen als die reine Wahrheit betrachtet wird, und es selbst auch durch versuchte und auch stattgefundene Bibelfälschung nicht erreicht wurde, Jesu Worten den in ihr liegenden “Zauber” zu nehmen.

    Da es Bibelfälschung bzw. Bibelumschreibung/-veränderung tatsächlich gibt, muss man sich darüber hinaus noch die Frage stellen, warum sich Bibelübersetzer oder Schriftgelehrte bis heute überhaupt die Mühe machen, immer noch den Inhalt der Bibel verändern zu wollen? Dies kann nur bedeuten, man hält das was damals passiert und gesagt worden ist, immer noch für sehr wichtig. Für so wichtig, das man dem Volk am liebsten nur das zukommen lassen will, was es über Jesus und über das damalige Geschehen erfahren, wissen darf, und in der Art und Weise, dass es auch zum heutigen Zustand der Kirche oder auch dem ganzen System irgendwie doch passt.

    Ob Nietzsches Zarathustra auch einmal diese Aufmerksamkeit zu Teil werden wird und ob auch einmal versucht werden wird, dieses Werk umzuschreiben, zu verändern oder zu verfälschen?

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Annet Brut

    Ich wage mal die steile These, dass Jesus in dem klaren Bewusstsein nichts aufgeschrieben haben könnte, dass es hinterher (es gab kein Weltnetz und keine Kopierer, USB-Sticks usw.) kassiert werden würde und irgendwelche Pfaffen dann ein vorgebliches Original herausgeben würden, für ihre Zwecke maßgeschneidert.

    So kann sich jetzt jeder mehr oder weniger den Jesus basteln, an den er glauben möchte. So gesehen ist das Strategem des Nazareners (sollte es denn so gewesen sein) vielleicht ganz gut aufgegangen. Jeder Christ spiegelt sich sozusagen selbst in seiner Botschaft. (Es wird einem, bis hin zu neuesten genderististischen Blödsinnigkeiten, ja schon schlecht, wenn man nur ein bisschen guckt, wie allein die Lutherbibel inzwischen verfälscht wurde. Und der hatte schon bloß das Material, das bereits in den ersten 150 Jahren nach den 150 Jahren nach Christi Tod, als zum ersten Mal etwas niedergeschrieben wurde, kräftig aufgemischt worden war.)

    Und: Selbstverständlich ist was damals passiert und gesagt worden ist immer noch sehr wichtig. Einmal für die Juden, dann selbstverständlich die Christen, aber selbst für Moslems, die Jesus ja auch als einen Mohammed vorbereitenden Propheten ansehen. Und wer kein Christ ist, das Christentum gar ablehnt, der tut vielerorts gut daran, dann wenisgtens Jude oder Moslem zu sein. Denn sonst ist er gottlos, also böse (oder so ein Vielgötter-Heide, Hindu, Animist, sonstwas Abartiges). Immer noch. Wer hier die Deutungshoheit hat oder an sich reißt, hat bzw. gewinnt viel Macht. Bzw. wer sie verliert, verliert viel davon.

    Ob Nietzsches Zarathustra einst eine vergleichbare Aufmerksamkeit zuteil werden wird, ist eine spannende Frage.

    Ich denke, eher nicht. Denn dadurch, dass das Werk vorliegt, kann man es eben nicht so leicht “verpfaffen”.

    Und es ist natürlich auch komplexer, nicht so schnell jedermanns Sache.

    Es gibt, gut 120 Jahre nach Erscheinen des Werkes, bei seiner inzwischen doch beachtlichen Verbreitung und weitreichenden Rezeption, zwar eine ganze Menge Leute, die sich, wesentlich auf seiner Grundlage (natürlich auch der anderen Werke), als “Nietzscheaner” bezeichnen (tue ich zuweilen auch), doch habe ich in 25 Jahren der Beschäftigung damit noch nicht ein einziges Mal eine einzige kirchen- oder sektenähnliche Gruppe derer vorgefunden oder auch nur aus der Ferne gewahrt. (Wäre interessant mal genauer nachzuforschen, ob es solche Spinner doch irgendwo in Patagonien oder auf einer Marsbasis oder in der Hohlerde gibt.)

    Unter Nietzscheanern macht sich lächerlich, wer so etwas auch nur ansetzt.

    Übrigens steht im Zarathustra irgendwo (habe meine Konkordanz leider grade nicht greifbar), Kirche sei so etwas ähnliches wie ein Staat, von welchem es wiederum heißt, der sei das kälteste aller kalten Ungeheuer.

    Schlechte Voraussetzungen also auch soherum für die Bildung einer Glaubensgemeinschaft, und sei sie noch so lose. Sintemalen sich Zarathustra (Nietzsche) mannigfach nicht sehr löblich übers Glauben insgesamt auslässt.

    Schließlich zur Frage, ob man auch dies Werk versuchen wird umzuschreiben, zu verändern oder zu verfälschen. In gewisser Weise ist das durch die Umstellung vieler Ausgaben auf unsere heutige Orthographie (meines Wissens aber nur so) schon geschehen. Doch gibt es seit ein paar Jahrzehnten die Colli-Montinari-Ausgabe (die einzige, die man kaufen sollte, außer man will die von Reclam für die Westentasche, unterwegs), die orthographietreu ist.

    Ansonsten dürften derlei Versuche wenig fruchten, denn das Original ist überall verfügbar, so verbreitet, dass man wohl eine weltweite antinietzscheanische, antizarathustrische Diktatur, Originalbesitz Todesstrafe, einführen müsste, um dies zu bewerkstelligen.

    Also, zumindest in absehbarer Zeit, eher unwahrscheinlich.

  5. Annet Brut sagt:

    “Schlechte Voraussetzungen also auch soherum für die Bildung einer Glaubensgemeinschaft, und sei sie noch so lose. Sintemalen sich Zarathustra (Nietzsche) mannigfach nicht sehr löblich übers Glauben insgesamt auslässt.”

    Nietzsche hat die Verbindung zu Zarathustra für sein Werk bestimmt wohlweislich ausgewählt. Wie erwähnt, kenne ich leider den Inhalt des Werkes noch nicht. Aber ob er wirklich etwas gegen den Glauben oder dagegen an etwas zu glauben hatte, will sich mir sogesehen nicht aufdrängen. Wenn Nietzsche sagt “Gott ist tot”, dann meinte er vielleicht damit in Wirklichkeit nur, dass die Kirche den Tod für Gott bzw. den Tod für das Verhältnis von den Menschen zu Gott bedeutet, weil sie sich gerne selbst zu etwas geistlich Erhabenem über alles und jeden erhöht.

    Zarathustra war ein alt-iranischer Zaotar (Priester) und dieser gab eine wichtige Beschreibung Ahura Mazdas ab. Dieser ist der heiligste, gedeihenspendende Geist. Womit sich wiederum eine Verbindung zum philosophischen Denken und Können von Nietzsche herstellen lässt. Denn woher kommen Nietzsches geistige Fähigkeiten, wenn nicht von einer höheren geistigen Macht in seinem Inneren?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ahura_Mazda

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zarathustra

    In einem älteren Schulbuch steht folgendes: “Die Perser (interessant!) waren wohl schon damals Anhänger der Religion des Zarathustra. Er lehrte, dass es nur einen Gott gebe, Ahura Mazda, den Allwissenden, der alles geschaffen habe. Seine beiden ersten Geschöpfe waren das Gute und das Böse….”

    Das erinnert doch schon an das, wovon auch Jesus und die Bibel sprechen. Es gibt mehr Zusammenhänge zwischen allem als man für möglich halten würde und zu allerletzt läuft doch immer alles auf ein höheres geistiges Wesen heraus, von dem alles gekommen ist, was es gibt, einschließlich unseren geistigen Fähigkeiten.

    Vielleicht hat Jesus es selbst nicht für nötig befunden etwas Schriftliches zu hinterlassen, weil beim Ihm zu allererst der Geist und das korrekte Handeln aus diesem im Vordergrund steht, über den alles andere läuft und vielleicht auch machbar ist. Selbst so etwas, was wir so direkt als für nicht machbar ansehen möchten.

    Danke für die Exratipps zum Bucheinkauf.

  6. Annet Brut sagt:

    “Es wird einem, bis hin zu neuesten genderististischen Blödsinnigkeiten, ja schon schlecht, wenn man nur ein bisschen guckt, wie allein die Lutherbibel inzwischen verfälscht wurde.”

    Es gibt die alte Lutherbibel aber noch, so dass niemand es sich antun muss, eine verfälschte Bibel zu kaufen und zu lesen.

    Es steht aber auch fest, dass Luther trotz allem Schriftverständnis und Können, ein paar kleine Fehlerchen in der Übersetzung unterlaufen sind. Nichts allzu gravierendes zwar, aber doch in der Art und Weise, dass man einiges in der Schrift nicht richtig verstehen und begreifen könnte.

    Von neueren Bibelfassungen rate ich persönlich jedoch dringend ab. So etwas z.B. wie die Volx-Bibel muss und sollte sich niemand antun.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Annet Brut

    Ich erinnere mich vage – ich bin auch kein Fass von Gedächtnis, und mancher Vogel flog mir schon davon – , dass bezüglich des Glaubens im Zarathustra auch irgendwo ein “noch” steht.

    Bezüglich eines höheren Geistwesens bleibe ich aus verschiedenen Gründen skeptisch.

    Nicht nur, dass damit seit Jahrtausenden so erkennbar Schindluder getrieben wird (was ja noch nicht gegen die Sache selbst zwingend spricht, aber doch einen gewissen Schlagschatten auf sie wirft): sondern auch die (gewollte, vorteilhafte) Nichtnachweisbarkeit wie zudem die intellektuelle Bequemlichkeit, die dadurch befördert wird, machen mich abständig.

    Es ist eben in gewisser Weise die einfachste Lösung, irgendein nie ergründbares Numinosum über sich und alle Dinge zu stellen.

    Solcherlei macht mich immer misstrauisch.

    LG

  8. Nils sagt:

    Servus Magnus,

    leider bin erst jetzt in der glücklichen Lage auf Ihren Kommentar einzugehen. Eines gleich vorweg: Es war nie beabsichtigt auch nur im geringsten eine Kritik gegenüber dem Werk geschweige denn über den Verfasser mit meinem ersten Kommentar abzugeben. Es beschränkte sich ausschließlich auf die “Apotheose Ihrer selbst”! Ihre Gesinnungsfarce anhand der Aufzählung überbewerteter Autoren wäre demnach vollkommen überflüssig gewesen. Hätten Sie sich aber auf die erwähnten Autoren bezogen, hätte ich Ihren Artikel ignoriert. Mir war ausschließlich von Interesse, was jemand – in diesem Falle Sie – über ein solch komplexes Werk von sich gibt. Das mir dann der Inhalt nicht sonderlich zusagte, ist Ihnen mittlerweile bekannt. Allerdings sind Sie mir mit Ihren weiteren Antworten/Kommentaren doch symphathisch geworden – der erste Eindruck kann doch trügen. Es ist mir aber doch sauer aufgestoßen als ich da las: “Jeder, der ein Werk öffentlich lobt, darüber schreibt, tut dies nicht mehr nur um seiner selbst willen. Sonst ließe er es und bliebe mit seinen Gedanken bei sich alleine und mit seiner Freude.” In erster Linie haben Sie sich doch selbst gelobt. Das Werk war da nur Mittel zum Zweck, um sich mit Hohn und Spott (Freude) über andere zu stellen. Also ist das Werk an sich vollkommen in den Hintergrund gerückt und somit steht Ihr Artikel diametral zu Ihrer ersten Antwort. Holen Sie doch eine Passage aus dem Werk und interpretieren Sie es und fragen Sie die Leser nach deren Meinung zum Auszug und Ihrer Deutung! Trotzdem bin ich davon überzeugt einen gänzlich falchen Eindruck von Ihnen bekommen zu haben.
    Ich bin erst vor Kurzem auf diese Seite gestoßen, hoffe aber mehr von Ihnen zu lesen.

    Beste Grüße

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Nils

    Sie sind hartnäckig. In der Tat habe ich in Punkto Pathos oben vielleicht ein wenig überzogen, mich selbst zu sehr ins Licht zu rücken versucht. Das lässt sich nunmal nicht mehr wegradieren.

    Meine eigentliche Absicht aber war das nicht. Es ging mir sehr wohl um das Werk.

    Und ich werde angelegentlich auch Ihrer Anregung nachkommen, bestimmte Passagen aus dem Zarathustra hier einzustellen und zu interpretieren.

    Noch aber habe ich mich nicht dazu entschließen können, hier eine rein philologische, philosophische Seite aufzuziehen, aus verschiedenen Gründen.

    Einerseits, weil ich mich auch zu heutigen politischen Dingen äußern will, mitunter Possen reißen. Andererseits weiß ich (was vielleicht zu ignorieren wäre), dass vielen Lesern mein häufiges, wenn nicht ständiges Sprachgebossele sowieso schon zu viel ist, dies oft nur wenige wirklich interessiert.

    Sagen wir es vorläufig mal so lapidar: Wenn ich hie und da auch einen theorie- und philosophiefreien (soweit das geht) Beitrag bringe, steigen die Chancen, dass selbst das mitunter gelesen wird, was sonst kaum oder gar nicht rezipiert würde.

    Außerdem habe ich (noch) auch selber an den anderen Textsorten (zumal Satire, Aphorismen und Märchenhaftem) meine Freude, am Fabulierenden, am praktischen Sprachwitz.

    Dabei habe ich in den drei Jahren der Existenz dieses Blogs die Erfahrung gemacht, dass nicht selten der eine das als abgeschmackt empfindet, was der andere in den Himmel lobt. Wobei dieselben Personen sich dann auch mal wieder in ihrer Ablehnung, dann in ihrem Goutieren einig sein mögen.

    Bei bestimmten Leuten bin ich mir oft schon im vorhinein treffsicher sicher, dass ihnen das Vorgelegte aufstoßen werde, nicht sonderlich gefallen: aber auch da täusche ich mich nicht gar so selten.

    Letzteigentlich sollte man gar nicht für den Leser schreiben.

    Ich denke, Sie werden verstehen, was ich damit meine.

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Nils

    Hier habe ich noch etwas aus den ersten Anfängen dieses Blogs für Sie:

    http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2009/02/23/der-schaden-der-guten-ist-der-schadlichste-schaden/

  11. Nils sagt:

    @ Magnus Wolf Göller

    Vielen Dank für den Link.

    Ich denke Sie haben vollkommen recht, wenn Sie meinen, nicht für den Leser schreiben zu sollen – selbstverständlich nicht! Wenn Sie Ihre Gedanken und Ideen mit anderen teilen möchten, tun Sie es so unverfälscht wie nur möglich. Man sollte letztenendes keinen einzigen Gedanken daran verschwenden wie man es dem Leser besonders schön verpackt präsentieren oder wer sich darüber echauffieren könnte. Es fehlt dann einfach die Authenzität und die Ehrlichkeit der ersten Gedanken. Es gehört also auch ein wenig Mut dazu, wenn man sich so der Kritik des aasgeierhaften Plebs stellen muss.

  12. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Nils

    Das mit der Kritik von einfacher Gestrickten ist dabei gar nicht so sehr das Problem; die ist eher selten; häufiger werfen mir durchaus Lesfährige vor, ich habe das und das so geschrieben, dass das ja kein Mench verstehe und sie schon beinahe selber nicht. Und, was ich mir denn dabei gedacht habe, ich könne doch niemandem erzählen, dass ich das nicht wisse.

    Da habe ich dann mitunter einen schweren Stand, erklärend, das sei mir in dem Fall jetzt eben schnurz gewesen: so und nicht anders habe ich es nunmal sagen wollen, und die Leute könnten sich auch ruhig mal ein bisschen anstrengen oder halt weglesen.

    Darauf folgt dann der Vorwurf, so erreichte ich doch nichts, vergraulte ich die Leute, und zudem sei das eine anmaßende, überhebliche Einstellung, wozu ich es dann überhaupt hinschriebe? Nur etwa, um mir selber einen runterzuholen, mich im Glanze meiner unverständlichen Wortkaskaden widerzuspeiegeln und zu sonnen?

    Da fällt mir ein, dass ich wohl schon seit einiger Zeit keinen rechtschaffen schwer verständlichen Text mehr geschrieben habe; ich sollte das wohl bald mal wieder tun.

    Sonst komme ich diesbezüglich gar noch aus der Übung.

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