Jesus und Konsorten

Vor ein paar Tagen bekam ich die vielleicht absonderlichste Anschuldigung meines Lebens von einem Selbsternannten ins Ohr geschleudert: Ich habe Jesus als “Hebräer” bezeichnet (weshalb das so schlimm sei, lasse ich mal außen vor), mich nicht, auch nicht auf diesbezügliches, dringliches anratend, daran gemacht, mich davon zu überzeugen, dass alle ihn also bezeichnenden Quellen gefälscht, jene anderen, die dies verwiesen, aber richtig seien.

Meine Entgegnung, dass ich nicht dabei gewesen sei, hiemit auch nicht wissen könne, ob der, erst 150 Jahre nach seinem Tode berichtet, überhaupt gelebt habe, mir weiterhin bekannt sei, dass man dann noch einmal mindestens 150 Jahre ausgesiebt und herumgefälscht habe, was Übersetzungen der Fälschungen anlangt bis zum heutigen Tage, ich somit nur der gängigen Version folgte, so, wie ich auch Konfuzius, ohne dies zwingend zu wissen, aber meinetwegen mit höherer Gewissheit, als einen Chinesen zu benennen pflege, mir alsomit keiner Schuld bewusst sei, stieß auf taube Ohren.

Da hulf’s denn auch nicht zu erwidern, dass man bei mir gerne jene Meinung, Jesus sei kein Jude gewesen, als Eigenbeitrag fundiert oder auch nur als Kommentar, jederzeit selber einstellen könne: das hätte ich selber müssen.

Denn ich sei der Schreiber, der solches zu unterfangen – selbstverständlich unbezahlterweise – angestellt sei: Ich sei schließlich der Schreiber.

Liebe Leute: Es ist mir erst einmal grad egal, ob Jesus ein Hebräer war, oder eben auch nicht.

Ich weiß ja auch noch nicht einmal, was der tatsächlich gesagt hat oder auch nicht.

Und dazu frage ich mich bei allen Spekulationen auch nicht, zuwenigst zunächst, ob ein Hebräer oder Nichthebräer etwas Richtiges oder Falsches gesagt habe. Bringt Eure Argumente doch vor, selber, ohne mich dafür anzukäsen, ich hätte mich desbezüglich nicht hinreichend kundig gemacht: Kriegt mal selber Euren Hintern hoch, über wolkige Andeutungen hinaus, redet Klartext, benennt Quellen, stellt diese selber zur Diskussion.

Das eine oder andere Argument, Deine These zu stützen, wüsste ich in der Tat selber. Sind ja auch leicht welche zu finden.

Damit sind es aber noch keine Beweise, und ich sehe partout nicht ein, weshalb ein Edelchrist ausgerechnet einen Heiden wie mich zu seinem willigen, billigen Schreibmuli machen will.

Könnt Ihr selber nicht für Euch selber reden?

Hat Euch etwa der “Nichthebräer” Jesus das Maul verbunden?

ICH soll Eure schrägen Jesusgeschäfte so treiben, wie Ihr es Euch weder verwagt noch auch nur einen Schekel dafür bezahlt?

Hintenrummosern und -meckern, sich verfolgt fühlen, steile Thesen aufstellen, selber aber dafür nicht geradestehen, sich für Helden oder gar Märtyrer halten (erstere taugen eh unvergleichlich mehr, aber das mögt Ihr auch nicht wissen), im prinzipiellen Herumsitzen und Bescheidwissen, selber stumm, außer es geht darum, andere zum Reden und Handeln aufzurufen, Zukurzgekommene, Möchtegernherren der Welt, die nicht einmal die Figur des Jesus psychisch verdaut haben, aus ihr letztlich ihren Helotenaufstand anzusetzen sich anschicken, bitte aber auch ohne nur wenigstens je selber ernstlich eine Hand ans Schwert des Wortes legen zu müssen, sich gerade noch deshalb erhaben wähnend, dies nicht zu tun auserwählet zu sein, Spinner, letztlich Tagdiebe.

Du, Ihr, kannst, respektive, könnt, hier jederzeit die vernünftigst gegründeten auch abgefahrensten Behauptungen bezüglich des Nichthebräertums jenes Jesus kommentarweis oder gastbeiträglich einstellen, solange Ihr dabei bestimmte Regeln des Anstandes und die Gesetze einhaltet.

Macht das mal.

Ich freue mich darauf.

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3 Antworten zu “Jesus und Konsorten”

  1. Lesezeichen sagt:

    Hallo Magnus,

    erst einmal ein frohes neues Jahr und alle guten Wünsche für 2012.

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich mich auf solche Debatten nicht mehr einlassen würde, weil ich der Meinung bin, dass die Richtigkeit einer Aussage weder davon abhängt, ob ich den Urheber leiden kann oder nicht, ob er aus Timbuktu, Frankfurt oder vom Nordpol stammt oder aber ob er Hebräer ist oder nicht.

    Die Wahrheit einer Aussage hat damit nichts zu tun. Genau deshalb fällt es mir so leicht an Jesu Worte zu glauben Das ist das einzige, was zählt. Der Rest sind menschliche Mythen. Ganz besonders schön wird es immer, wenn mir jemand erzählen möchte, dass in der Bibel steht, dass Fernseher verboten sind. Bei uns in der Fußgängerzone gab es immer einen, der solche Zettel verteilt hat. Vielleicht sagt dir der Name Stücher auch etwas. Mit seiner Schwester und insgesamt 24 Kindern hat er seinerzeit eine eigene Gemeinde gegründet.

    Welche Blüten so etwas treiben kann, habe ich – wieder mal – durch unseren Sohn erfahren bzw. eher seine Lehrerin (die 1.). Er ist nämlich Linkshänder. Nach ca. 6 Wochen habe ich sie darauf aufmerksam gemacht – ihr war es bis dato übrigens gar nicht aufgefallen. Mir ging es dabei weniger darum, dass ich es als etwas besonderes empfand. Vielmehr wollte ich sinnvolle Tipps von ihr bekommen, wie ein Linkshänder ordentlich schreiben lernt, ohne sich permanent das Handgelenk zu verdrehen oder aber konsequent von oben nach unten zu schreiben.

    Nun, dazu hatte sie weniger Tipps. Aber die Linkshändigkeit schien sie doch sehr zu beschäftigen, denn es war doch ein nahezu unüberwindliches Problem, nun zu wissen, dass unser Sohn ggf. mit dem falschen Händchen das Kreuzzeichen schlägt.

    Darauf entfuhr mir, dass ich davon überzeugt wäre, dass das dem lieben Gott wohl herzlich wurscht ist, mit welcher Hand sich die Menschenkinder bekreuzigen. Diese meine Ansicht konnte sie allerdings nicht teilen – schon gar nicht in einer katholischen Grundschule.

    Nun denn, ich hab mich jeder weiteren Debatte entzogen, war mir aber fortan bewusst, nunmehr weitere Minuszeichen für unseren Sohn eingefangen zu haben. Nicht nur der Sohn ist furchtbar, die Mutter gleich mit :D

    Auch egal. Zwei Monate später waren wir sowieso weg – und unser Sohn bei der hässlichen Schmutzkonkurrenz – auf einer weltlichen Gemeinschaftsgrundschule.

    Kurzum, solche Diskussionen kosten nur Kraft und führen zu gar nichts. Sie sind verschwendete Zeit.

    Herzlichst

    das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Du hast, wie fast immer, recht.

    Was zählt, ist die Botschaft.

    Und nicht ob Jesus Hebräer war oder vom Aldebaran kam.

    Allerdings muss ich – oder besser will ich – solche Dinge hier schon ansprechen: eben damit das deutlich wird.

    Wünsche Dir – etwas verspätet, da anderweitig arg eingespannt – ein Gutes Neues!

  3. Agent Morpheus sagt:

    Für den ArtIkel BEIDE DAUMEN HOCH :-)

    Wie sagte Jesus, “Als Lamm gehe ich, doch als Löwe kehre ich zurück”!

    Ich freue mich schon drauf, wenn Kumpel JC auftaucht und den ganzen selbsterleuchteten “Hebräischen Erlöserkirche des siebten judäischen-Bekreuzigungs-Tages-Brain-Volksfront-Spalter” ihre OTTO-Katalog-NWO-Tora so gnadenlos um die Ohren haut, daß die Funken fliegen.
    Das wird ne FREAK-Show! Soviel Popcorn kann man garnicht bunkern!

    Bei den Pharisäern hatte JC ja auch den Tempel seines Vaters mit Karracho aufgeräumt!
    Jesus ging nicht in die Tempel um die Pharisäer mit Räucherstäbchen rauszuwedeln! Nein.
    Jesus nahm seine göttliche WUT und schmiss die TRIXXER, TÄUSCHER, SCHARLATANE und HEUCHLER, die GELDMACHER und FALSCHEN PROPHETEN allesamt mit GETÖSE AUS DEM HAUS SEINES VATERS!
    Für Schwätzchen nahm er sich wenig Zeit, dafür gabs ein Paar aufs Maul!
    Es gab Zahnlücken und abgerissene Ohren, blutige Nasen und blaue Flecken, Kleinholz und zu guter Letzt gabs Volley mit Anlauf Arschtritte, daß die Schwarte krachte.
    Denn GOTT LIEBT AUCH FUßBALL!
    So schnell und gründlich sind die AGENDA-AGENTEN noch nie Zuhause gewesen!
    Das war WUT VOM ALLERFEINSTEN!!!
    GÖTTLICHE WUT!!!
    JESUS-WUT!!!
    MEHR ALS MENSCHLICH!
    GEWINNBRINGEND INVESTIERT IN DIE WAHRHEIT, DEMUT UND KONSEQUENZ!!!

    Wie sagte auch JC’s Kumpel Biff,
    “JC war mir persönlich immer etwas zu ernst und nachdenklich. Aber wenn er mal seinen Humor auspackte, dann lag ich auf dem Boden. Umwerfend der Mann!”
    (Ganz frei nach “Die Bibel nach Biff – Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund ” von Christopher Moore :-)

    Schöne Zeit und schöne Reise

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