Deutsche “Qualitäts”-Presse im sprachlichen Sinkflug

Inzwischen häuft sich in den Kommentarspalten großer Schafsmedien der Leserspott über die mangelnde Handwerklichkeit der “Praktikanten”.

Dass denen anscheinend nicht einmal mehr ein alter Hase über die Schulter guckt.

Hier findet man auch Orthographiefehler, selbst schlimmere als nur das, klar, aber ich habe einfach kein Geld für einen Lektor, produziere am Tag oft alleine mehr als halbe Redaktionen, eigenes zumal, nicht nur Wiedergekäutes, benutze aus Prinzip kein Rechtschreibprogramm (ich habe schon einmal erklärt, weshalb, ein andermal vielleicht noch Erweiterndes dazu) und weiß natürlich, dass man die eigenen Fehlleistungen am leichtesten übersieht.

Diese Großmeier aber haben Fett genug, sind indes offenkundig entweder zu geizig oder wurstig, oder wirtschaftlich so am Ende, dass sie keinerlei Korrektoren (geschweige denn Lektoren, das ist ein Unterschied!) mehr bezahlen mögen, obzwar einer wie ich (nein, ich verrate jetzt nicht, wie schnell man das ziemlich anständig machen kann), achwas, nicht ich, wenigstens ein begabter Student, dem man vielleicht etwas mehr auf die Stunde bezahlt, denn wenn er als Möbelpacker jobbt, das immerhin bis zu einem erträglichen Ergebnisse hinbrächte.

Bei der Zeit zum Beispiel verbringt man mit Sicherheit mehr Zeit mit dem Zensieren von Leserkommentaren, als mit der Prüfung eigener Texte.

Wohl nach dem Motto: “Dass da nur Mist dinsteht (manche Unterfranken sagen “din” statt “drin”), hiemit nichts Zensurables, das wissen wir ja auch so.”

Lesen die noch nicht einmal mehr einfach so ab und an die Artikel der Kollegen?

Weisen die jene dann nicht auf Fehler hin, hämisch, sich freuend, da alle andern das auch nicht tun?

Kommt man etwa in den großen Redaktionen zu München, Frankfurt, Hamburg und Berlin vor den Diskriminierungsrat, unter Umständen gar, schlimmer noch, eine Kollegin korrigiert habend, vor den Genderrat?

Betreiben die schon Schwarze Abteilungen gegen Antifehlerverschwörer?

Jedenfalls: Wo früher noch eine harte Rüge des Chefs von Dienst erfolgt wäre, da ist jetzt alles so ziemlich egal.

Vielleicht haben sie sich auch im Laufe der Jahre durch all ihre hirnlose Abpinselei bei den großen Schafsmedienagenturen, durch die ganzen Lügen zu den Kriegen, in die Gleichgültigkeit, die Dummheit, derart hineingeschrieben, dass, Ethos ohnehin schon beim Unterschreiben des Praktikantenvertrages an der Garderobe abgegeben, so ein paar abgestürzte Sätze, logische Brüche, haltlose Blödsinnigkeiten, hie und da, auch nicht mehr ins Gewicht fallen.

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