Emma auf eigene Rechnung

Merkwürdigerweise haben viele – gerade auch und zumal scheinintelligente und -gebildete – Frauen vor den übelsten Schlägern, Finanzhaien, Zeloten und stieren Vollidioten keinerlei Angst, aber jede Menge davon vor Männern, die Wespen noch mit freundlichen Worten aus dem Fenster geleiten und auch sonst nicht gerne auch nur einer Fliege etwas zuleide tun, die lediglich die Gefährlichkeit eines leicht übermittelmäßigen Weltwissens und Verstandes mitbringen, aber eben auch, wie es sein sollte, in zwingenden Verteidigungsdingen, wenn notwendig, durchzugreifen in der Lage.

Man könnte diese Tatsache jetzt schlicht und banal dahingehend interpretieren, dass letztere erschrecklich unmodern seien.

Das griffe aber doch, wenn auch nicht völlig von der Hand zu weisen, zu kurz.

Nein, der Grundgrund liegt woanders.

Sie fürchten, in eine – da sind wir dann doch wieder ein Stück weit bei “unmodern” – Form der Verantwortlichkeit zu geraten, von der ihnen all ihre Freundinnen seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, raten, diese unter allen Umständen zu scheuen.

Nicht nur, dass man so ein stinkendes maskulistisches Scheusal ertragen müsste: es verfügte denn auch noch über ernstzunehmende Widerrede.

Das kann frau heutzutage natürlich nicht mehr hinnehmen.

Weshalb sie lieber selber schwul wird, als sich einem Manne zuzuwenden, der nach einem halben Fingerhute Gnadenbiers vielleicht einmal halbvernehmlich “so eine Sch…!” säuselt.

Wenn sie dann noch rauskriegt, dass dieser vergeblich Anstudierte sich nicht wie jedes brave Weib zum Urinieren auf den Topf setzt, ist es ganz aus. Garaus.

Man lässt sich doch nicht auf ein Monster ein. (Ich weiß dass es das früher noch gab, denn ich wurde einst sogar, sicherlich unverdient, geheiratet.)

So sitzt frau denn dorten, schielt und grient, unzufrieden, denn der Depp nebendran bringt es natürlich ihrer Madame Hochwohlgeboren auch nicht recht, säuft schäbige Schorle, bis die Wasserflaschen ihren Ohngeist aufgeben, keine Aussicht auf Besserung, alles trist, von der Welt verlassen.

Mich überfiel darob auch schon ein paar Mal das Mitleiden.

Ich versuchte, mich wie ein echter Idiot zu benehmen.

Die haben aber inzwischen derart geschärfte Instinkte, dass man damit noch nicht einmal so weit kommt, ihnen noch ein Mistschorle auszugeben.

Die sind bretterhart.

Keine Chance.

Ich habe es von daher aufgegeben und lasse sie einfach sitzen.

Immerhin ärgert sie das.

Denn sie wünschten sich immer noch doch, dass man es versuchte.

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2 Antworten zu “Emma auf eigene Rechnung”

  1. renée sagt:

    Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien andere Frauen ihre Präferenzen ausrichten (versteh’ eine(r) die Weiber, ich nicht), für mich hatten “Machos” bisher nur einen Vorteil. Denen kann ich ohne Gewissensbisse die F… polieren, bei “Softies” muss “frau” endloses “Ausdiskutieren” über sich ergehen lassen und darf noch nicht mal “handfeste” Argumente einsetzen. Ernsthaft reden geht mit beiden Kategorien nicht.

    Wenn ich welche hätte, ginge mir das Gejammer der Männer über diese fürchterlichen Weiber auf die Klöten. Ständig rennen sie ausgerechnet hinter denen her, deren Verhalten ihnen am meisten auf den Keks geht, wenn sie dann eine treffen, die nicht so kompliziert ist, kommen die Männer damit auch nicht klar.

    Wen meinst du mit Emma? Etwa diese Pfanne? Die ist mir zu teuer, Nudelholz ist billiger, stabiler und liegt besser in der Hand ;-)

    cu
    renée

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ renée

    Lustiger Beitrag! Mehr davon!

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